Nahe an den Zenit gefeiert

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Kerkingen kann feiern, das weiß man nicht erst seit diesem Wochenende.
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750 Jahre Kerkingen und 550 Jahre St. Ottilia: Kerkingen ließ es auch am Sonntag ordentlich hoch her gehen.

Bopfingen-Kerkingen

Dass Kerkingen feiern kann ist allgemein bekannt. Doch was an diesem Wochenende in Kerkingen gefeiert wurde war einzigartig. 750 Jahre gibt es die Ortschaft Kerkingen bereits. Und auch die Ortskirche St. Ottilia konnte ihren 550. Geburtstag begehen. Kerkingen hatte sich fein gemacht. Alle Lichtmasten waren mit blau-gelben Fahnen geschmückt, den Farben des Ortes.

Auch wenn der Hauptact des Samstagabends, die Österreicherin Melissa Naschenweng, kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hatte, ließen es die Kerkinger mit dem Falkensturzecho krachen. „Jetzt erst recht“ war das Motto. Als Entschädigung gab es einen Gutschein in Höhe des Ticketpreises für Essen und Trinken. „Die hätte eh nur gestört,“ meinten einige Besucher. Am Sonntag waren zuerst leisere Töne angesagt. Die Ortskirche St. Ottilia wurde 550 Jahre alt. Dies wurde mit einem feierlichen Festgottesdienst gefeiert. Der emeritierte Weihbischof Johannes Kreidler und Pfarrer Hermann Rundel führten durch den Festgottesdienst. Der Kirchenchor Kerkingen/Itzlingen unter der Leitung von Monika Heppner untermalte die Feier musikalisch.

„Es ist ein seltenes Jubiläum,“ sagte Kreidler in seiner Predigt. Er forderte die Gläubigen vertrauen in den Lauf der Welt zu haben.

In seiner Ansprache, die er im historischen Gewand hielt, wies Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler auf den Einbau des Leck’s Fidle in der Kirche hin. „Es ist wohl die einzige Kirche, in welcher der schwäbische Gruß dargestellt wird.“

Der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderates Kerkingen, Martin Dauser, machte bewusst, dass 550 Jahre Kirche nicht nur das Gebäude aus Holz und Stein meint, sondern auch die Menschen, die seit 550 Jahre in die Kirche St. Ottilia kommen.

Am Nachmittag setzte sich dann der historische Umzug in Bewegung. Angeführt von den Kerkinger Festdamen wurde die gesamte Zeitenwende umfasst. Mit „Leck’s Fidle“ gründeten die Kerkinger eine eigene Gruppe mit historischen Gewändern aus den Bauernkriegen, für diesen Anlass. Landrat Dr. Joachim Bläse wurde sofort von Ortsvorsteherin Bettina Weber an den Pranger genommen. Als der Kerkinger Kindergarten an den Ehrengästen vorbeilief, erklärte Ansager Mathias Herdeg den Kindergartenkindern: „Schaut gut zu, in 50 Jahren müsst Ihr dieses Fest ausrichten“.

Besucher am Rand der Strecke bekamen in dieser Zeitreise einiges zu bestaunen. Die Ritter der Flochberg, der Ipfhaufa, aber auch das Go-Go-Mobil des SV Kerkingen, die Oldtimer-Parade oder die historischen Traktoren der Kerkinger Traktorgruppe begeisterten die Zuschauer.

Anschließend wurde im Festzelt an der Gemeindehalle gefeiert. Wie es sich für ein Kerkinger Fest gehörte, dauert es nicht lang, bis alle bei bester Stimmung auf den Bänken standen.

Dass Kerkingen feiern kann, weiß man nicht erst seit diesem Wochenende. Aber an diesem Wochenende hat sich Kerkingen nahe an den Zenit gefeiert.

Der SV Kerkingen mit seinem Go-Go-Mobil.
Weihbischof Johannes Kreidler hielt den Festgottesdienst.

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