Kommentar: Ulrike Wilpert meint, politisches Handeln ist nötig

Kinder besser schützen!

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ulrike wilpert

Die grausamen Taten, die zum gewaltsamen Tod des knapp zweijährigen Buben in Aufhausen geführt haben, lassen uns sprachlos zurück. Das Geschehene muss uns als Gesellschaft aber wachrütteln. Um genauer hinzusehen. Und einzuschreiten. Als Behörde, als Nachbar, als Bekannter. Und ja, auch als Verwandter.
Denn das Schicksal des kleinen Aufhausener Buben ist wahrlich kein Einzelfall. Das offenbart ein Blick in die Kriminalstatistik. Demnach sind allein im vergangenen Jahr deutschlandweit 152 Kinder gewaltsam zu Tode gekommen. 115 von ihnen waren zum Zeitpunkt des Todes jünger als sechs Jahre. Und meist werden – wie im aktuellen Fall – schwere Vorwürfe gegen die Jugendämter laut, weil die Familien der Opfer seit langem unter Beobachtung standen. Haben die Behörden versagt? Diese Frage muss nicht nur gestellt, sondern auch beantwortet werden. Mit allen Konsequenzen. Als Gesellschaft dürfen wir nicht zulassen, dass sich die Behörden hinter dem Datenschutz verstecken. Zumal durch Studien längst belegt ist, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen an einer Überforderung der Jugendämter krankt: zu wenig Personal für zu viele Fälle. Für Hausbesuche der betroffenen Familien bleibt zu wenig Zeit. Städte, Gemeinden und Landkreise sind nicht ausreichend vernetzt. Die Politik ist gefordert. Sie muss endlich die Bedingungen schaffen, damit die Fachkräfte in den Jugendbehörden ihren Verpflichtungen nachkommen können!

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