Breitband und Bauvorhaben prägen den Haushalt

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Keine Kredite, dafür Erhöhungen bei der Grundsteuer. Was Bauplätze kosten sollen.

Kirchheim. In jüngsten Sitzung des Gemeinderat Kirchheim am Ries hielt der neue Bürgermeister Danyel Atalay seine erste Haushaltsrede. Er betonte, dass ein zuverlässiger Blick in die Zukunft unter den weltpolitischen Umständen derzeit nicht mehr möglich sei. Die Energiepreise, gestörte Lieferketten und die hohe Inflationsrate machen die Einnahmen schwer vorhersagbar. Dennoch stehen immense Investitionen für die Gemeinde am Riesrand an.

Insgesamt sind 30 Einzelmaßnahmen in den nächsten Jahren geplant. Einige sind bereits kurz vor dem Abschluss, andere beginnen erst. So der Breitbandausbau. Kirchheim am Ries war eine der ersten Gemeinden die eine Förderung im ‚graue Flecken-Programm‘ des Bundes beantragte. Auch das Bretzge-Areal ist solch ein Projekt. Hier wurden bereits erste Gespräche mit Investoren geführt. In den ausgewiesenen Baugebieten wird versucht verträgliche Baupreise zu erzielen und die innerörtlichen Leerstände sollen behoben werden. „Wir wollen Wohnraum für alle Menschen,“ sagte Atalay. 

Den dritten doppischen Haushalt der Gemeinde stelle Kämmerin Gabriele Hubel vor. Sie konnte berichten, dass der Haushalt 2022 ohne Kreditaufnahme auskommt. Dafür wurde ein Kassenkredit aufgenommen, der günstigere Bedingungen aufweist. So kann die Gemeindekasse liquide gehalten werden. „Wir werden in den nächsten Jahren um eine Neuverschuldung nicht herumkommen,“ betonte Hubel.

Im Haushaltjahr 2022 rechnet sie im Ergebnishaushalt mit Erträgen in Höhe 4,4 Millionen Euro. Dagegen stehen 4,05 Millionen Euro an Aufwendungen. So dass ein Überschuss von 357 000 Euro erwirtschaftet werden kann. Im Finanzhaushalt werden 4 Millionen Euro Einzahlungen zu 3,3 Millionen Auszahlungen stehen. Die 632 000 Euro sollen zur Tilgung verwendet werden.
Die Grundsteuer A, für land- und forstwirtschaftliche Betriebe wird von 360 auf 380 Prozent erhöht. Ebenso die Grundsteuer für Grundstücke. „Da ist richtig Musik drin,“ sagte Danyel Atalay zu dem sehr engagierten Haushalt.

Bauplatzpreise in Dirgenheim

In der Sitzung wurden auch die Grundstückspreise für das Baugebiet Ortsabrundung Pfarrgarten 1. Erweiterung in Dirgenheim festgelegt.

Bürgermeister Atalay betonte „Wir haben es versucht so human wie möglich zu machen“.
Die Erschließung des 5340 Quadratmeter großen Baugebiet kostete 713 700 Euro. Es wurde ein übergroß dimensionierter Kanal eingebaut, um das Wasser auch bei Starkregen abzuleiten. Die dadurch entstanden höheren Kosten von 66 800 Euro wurden aus den Gesamtkosten herausgerechnet. Ebenso die Vermessungskoten und Hausanschlusskosten. So ergab sich ein Bauplatzpreis von 104 Euro je Quadratmeter zuzüglich der Vermessungskosten von 2500 Euro. Der Ortschaftsrat Dirgenheim hatte diesem Preis bereits zugestimmt. Im Interessenbekundungsverfahren gingen sechs Bewerbungen ein. Anhand der Vergabekriterien wurden die Bewerbungen geprüft und die Bewerbung mit der geringsten Punktzahl aus dem Verfahren genommen. Binnen 14 Tagen müssen die fünf nun ihre Bewerbung einreichen. Sollten mehrere auf einen Bauplatz fallen, entscheidet das Los.  Michael Scheidle

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