Kirchheim ist nur wenig abhängig von Gas

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Wie die Gemeinde am Ries künftig Strom sparen will und wie die Straßen beleuchtet sein sollen.

Kirchheim. Es wurde eng im Bürgersaal des Rathauses in Kirchheim am Ries, so viele Besucher wollten der Gemeinderatssitzung beiwohnen. Das große Interesse galt einem Tagesordnungspunkt zu den Maßnahmen zur Energieeinsparung in der Gemeinde. Bereits in der Bürgerfragestunde machten die Zeitungsausträgerinnen auf ihre Arbeit aufmerksam, die bereits um vier Uhr beginne. Ohne Straßenbeleuchtung fühlten sie sich unsicher.

„Die Straßenbeleuchtung ist die energieintensivste Infrastruktur der Kommune,“ sagte Bürgermeister Danyel Atalay. „Im vergangenen Jahr belief sich der durchschnittliche Stromverbrauch durch die Straßenbeleuchtung auf 77 000 Kilowatt,“ was Kosten von 19 000 Euro verursacht habe. Zwar profitiere Kirchheim am Ries noch von einem relativ günstigen Stromvertrag, der bis Dezember 2025 laufe, aber danach? Deshalb hat Atalay mit seinem Team das Beleuchtungskonzept kritisch hinterfragt und nach Einsparmöglichkeiten gesucht. Durch eine Änderung der Schaltzeiten könnte erheblich Energie und damit Kosten gespart werden, bestätigte auch der Berater der Verwaltung für Straßenbeleuchtung, Burkhard Geiger.

2018 wurden die Schaltzeiten der Beleuchtung zuletzt angepasst. Von ein Uhr bis vier Uhr wurde es in Kirchheim am Ries dunkel. Die Lampen starteten mit der Dämmerung und wurden dann bis zur Ausschaltung um 50 Prozent langsam gedimmt.

Kurz vor der Sitzung hatte sich herausgestellt, dass die Gemeinde mit zusätzlicher Technik im Rahmen ihres Ermessens über die Abschaltung entscheiden könnte. Dies würde einmalig 5000 Euro kosten. Diese Investition wäre nach zwei Jahren amortisiert. Geiger erläuterte: Im Jahresdurchschnitt brennen die Lampen elf Stunden pro Nacht. Durch eine eigene Schaltung könnte der Durchschnitt auf neuneinhalb Stunden gesenkt werden, was eine Einsparung von 20 Prozent bedeute. Auch die Dämmerungsschaltung könne angepasst werden.

So entschieden sich die Räte einstimmig für eine Abschaltung von null bis vier Uhr. Allerdings:Die Verkehrssicherheit muss auch in dieser Zeit gewährleistet sein. Deshalb bleiben die Lichter an Fußgängerwegen und einzelnen Gefahrenbereichen dauerhaft an, allerdings mit um 50 Prozent reduzierter Leuchtkraft.

Bürgermeister Danyel Atalay stellte klar, dass es keinen Grund zur Panik wegen einem Energieengpass gebe. In Kirchheim seien lediglich zehn Prozent der Haushalte an das Gassystem angeschlossen. Die kommunalen Liegenschaften benötigen kein Gas und in enger Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr können sogenannte Notfalltreffpunkte eingerichtet werden.

In diesem Zuge der Energieeinsparungen sollen auch die Flutlichtanlagen auf den Sportplätzen in Kirchheim und Dirgenheim mit LED-Technik ausgestattet werden. Eine Einsparung von 60 Prozent werde davon erwartet. Diese Maßnahme wird durch den Landessportbund gefördert. Allerdings fließen die Gelder erst 2023 und 2024. Daher beschloss der Gemeinderat, dem Sportverein ein zinsloses Darlehen in Höhe von 12 000 Euro bis zum 31. Dezember 2024 zu gewähren. Die Gemeinde beteiligt sich auch mit insgesamt 8000 Euro an den Kosten von 34 000 Euro.

⋌Michael Scheidle

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