Angusrinder verbessern die Natur im Sechtatal

+
Angusrinder in der Sechtatalaue. Dort fühlen sie sich wohl und verbessern nebenbei die Ökologie.

Neues vom Beweidungsprojekt in der Sechtatalaue zwischen Bopfingen-Oberdorf und Itzlingen. Wo die Vorteile für die Ökologie liegen.

Bopfingen-Oberdorf. Acht rote Angusrinder fühlen sich seit einer Weile wohl im Sechtatal. Im Rahmen des vom Regierungspräsidium Stuttgart getragenen Naturschutzprojektes „Lebensraumentwicklung Rotach und Eger“ wurde 2020 im Sechtatal eine zweite Extensiv-Rinderweide in Kooperation mit dem Wasser- und Bodenverband Sechta-Eger eingerichtet. Sie ist ein weiterer Anziehungspunkt im Sechtatal, in dem die Auerochsenweide seit etwa 10 Jahren gut funktioniert.

Seit Mai 2020 weiden hier acht rote Angusrinder, die inzwischen Nachwuchs bekommen haben. Die Tiere sind nicht so auffällig wie die Auerochsen, leisten aber einen ebenso wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Es entsteht unter der extensiven Beweidung eine abwechslungsreiche Struktur mit kurzrasigen Bereichen und buckeligen Teilflächen.

In diesen reich strukturierten Weideflächen können sich verschiedene Insektenarten vermehren, die wiederum die Grundlage für eine arten- und zahlreiche Vogelwelt sind. Im Vorfeld wurden drei kleine Flachmulden geschaffen, in denen sich Wasser stauen kann. Amphibien und diverse Wasserlebewesen wie Libellen bieten sie einen Wohnort. Auch der seltene und gefährdete Kiebitz kann hier mit seinen Jungen zum Bade gehen.

Durch die Schaffung eines Übertritts über den abgeschnittenen alten Sechtalauf konnten verschiedene Teile der Weide erfolgreich verbunden werden. In diesem Jahr kann die Rinderweide sogar noch vergrößert werden. Damit werden dann fast 12 Hektar extensive Weidefläche für die Angusrinder zur Verfügung stehen. Die Flächen werden ohne Düngung und Pestizide bewirtschaftet.

Die Tiere und das Hochwasser

Nicht erst beim letzten Hochwasser wurde klar: Die Weideflächen im Sechtatal können auch überraschend und kurzfristig überflutet werden. Wichtig für die Tiere sind hochwassersichere Rückzugsflächen, die nun dieses Jahr im Osten auf Kirchheimer Gemeindegebiet hinzugenommen werden können.

In wenigen Wochen soll eine Furt über die renaturierte Sechta eingerichtet werden, die von den Tieren gequert werden kann. Die Weidefläche reicht dann bis in den trockenen Mittelhang des Sechtatals. Spätestens im Oktober soll alles soweit vorbereitet sein, dass nächstes Jahr die „große“ Weide zur Verfügung steht. Je größer die Weidefläche, desto abwechslungsreicher und wertvoller ist sie für die Natur.

Die roten Angusrinder fühlen sich sichtlich wohl auf der Weide, viel Auslauf, eine ausreichend große Weidefläche und die Herde ist so groß, dass auch die sozialen Ansprüche der Tiere erfüllt werden.

Zurück zur Übersicht: Oberdorf

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare