Claudia Roth besucht Gedenkstätte

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Beim Besuch in der ehemaligen Synagoge in Oberdorf (v.l.): Johanna Fuchs, Michael von Thannhausen, Claudia Roth, Margit Stumpp
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Bundestagsvizepräsidentin und Wahlkreis-Abgeordnete sprechen sich gegen Antisemitismus aus und besuchen die ehemalige Synagoge in Bopfingen-Oberdorf.

Bopfingen-Oberdorf

Die Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth, war zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Margit Stumpp zu Gast in der Gedenkstätte ehemalige Synagoge Oberdorf. Erklärter Anlass ihres Besuchs war, ein Statement zu setzen gegen den Antisemitismus.

Der Vorsitzende des Trägervereins ehemalige Synagoge Oberdorf, Michael von Thannhausen, führte Claudia Roth und Margit Stumpp in die Geschichte der Synagoge ein. Er erinnerte an das gute Zusammenleben der Juden und Christen in Bopfingen, das sich daran gezeigt habe, dass beide Konfessionen zusammengearbeitet haben, als es darum ging, den durch die Nazis ausgelösten Brand zu löschen. Von Thannhausen verwies auf die Familien in den USA, die noch heute einen guten Kontakt zu Oberdorf und insbesondere der Synagoge haben.

Bei der Führung durch die ehemalige Oberdorfer Synagoge zeigten sich die beiden Grünen-Politikerinnen sehr beeindruckt. Die Kulturbeauftragte des Trägervereins, Johanna Fuchs, erläuterte die verschiedenen Ausstellungsstücke. Dabei erklärte Johanna Fuchs, den Ansatz des Trägervereins. „Gerade für Schulen bietet die ehemalige Synagoge eine Möglichkeit, über die Vergangenheit zu sprechen“, sagte Fuchs.

Claudia Roth stellte zur Finanzierung, zu Zuschüssen, aber auch zu etwaigen Schändungen. Besonders beeindruckt zeigte sich Claudia Roth von der Tafel mit den Opfern. „Nur einer hat überlebt.“

Dann erzählte die Grünen-Politikerin die Geschichte der Augsburger Synagoge. Dort haben sich, so Roth, vor einigen Jahren die jüdischen Familien aus der Vergangenheit wiedergetroffen. Leider sei dies in Oberdorf nicht möglich, bedauerte Johanna Fuchs, dazu würden zu viele Unterlagen fehlen.

Claudia Roth und Margit Stumpp stellten beim Besuch auch klar: „Jüdisch ist eine Religion und Israel eine Nation, das darf nicht verwechselt werden.“

Michael von Thannhausen sagte: „Unsere Generation trägt keine Schuld an den Geschehnissen, aber eine Verantwortung, damit diese sich nicht wiederholen.“

Laut Margit Stumpp bestehe die Schwierigkeit bei diesem Thema darin, dass heute die Jugend auf dem Land keinen Kontakt mehr zu einer jüdischen Familie im Alltag habe. Sie erzählte, wie anfangs auch Georg Elser in Königsbronn totgeschwiegen wurde. „Deshalb war der Generationenwechsel wichtig“, betonte sie. Die jetzige Generation könne mit einem neuen Blick an das Geschehene herantreten.

Claudia Roth ermutigte Michael von Thannhausen zu einem Besuch des Holocaust-Museums in New York. „Gerade durch den Hintergrund, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, ist die Aufrechterhaltung die Aufgabe des Trägervereins“, sagte die Bundestagsvizepräsidentin.

Gerade für Schulen bietet die ehemalige Synagoge eine Möglichkeit, über die Vergangenheit zu sprechen.“

Johanna Fuchs, Kulturbeauftragte des Trägervereins

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