Feuerwehrtruck – von Florida zum Ipf

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Jens Kombartzky mit seinem roten Schmuckstück.

Jens Kombartzky hat sich für sein Unternehmen "Wagen 12" in Oberdorf einen Blickfang angeschafft, mit dem er bisweilen selbst durch die Gegend rauscht.

Bopfingen-Oberdorf

Ein Blickfang. Jeder, der von Oberdorf nach Kerkingen fährt, schaut hin. Ein amerikanisches Feuerwehrauto vor den Räumlichkeiten von "Wagen 12" in der Ellwanger Straße zieht die Blicke auf sich. Das Fahrzeug mit Baujahr 1976 hat jahrelang seinen Dienst in Boca Raton getan. Die 84 000 Einwohner-Stadt liegt in Florida, zwischen Fort Lauderdale und Palm Beach an der Interstate 95. 2012 hatte es ausgedient. Ein Berliner Sammler kaufte das Gefährt und holte es nach Deutschland.

"Allein die Fracht hat damals 5 100 Euro gekostet", weiß der stolze neue Besitzer, Jens Kombartzky, der das Feuerwehrauto im Oktober 2020 nach Oberdorf geholt hat. Im Internet hatte er es entdeckt. "Es erinnerte mich an das Feuerwehrauto aus dem Film ‚Cars'", so Kombartzky.

Das Fahrzeug aus Berlin zu holen, wurde zum Abenteuer, denn schneller als 80 Stundenkilometer sind nicht drin, trotz Sieben-Liter-Diesel-Motor. Auch auf die Heizung musste bei der Fahrt verzichtet werden, da warme Luft über die Motorwärme in die Fahrerkabine kommt. Durch den Fahrtwind kam aber nichts an. "Bei drei Grad Außentemperatur war es nicht sehr luxuriös", lacht Jens Kombartzky.

Einige Trucker werden das Fahrzeug auch nicht mehr vergessen: Beim Tanken an der Raststätte, mitten in der Nacht, ging plötzlich die Sirene los. Schuld war ein Fußpedal, mit dem die ohrenbetäubende Sirene eingeschaltet wird. Ausschalten geht dann nicht, da die Sirene nur einmal aufheult und dann ganz langsam wieder leiser wird. Als es unterwegs zu Regnen begann, stellte Kombartzky fest, dass amerikanische Scheibenwischer nicht gegen deutschen Regen ankommen. Neun Stunden dauert die Fahrt, da unterwegs auch der Sprit ausgegangen war, und eine Zwangspause auf dem Seitenstreifen fällig wurde.

Das alles ist vorbei, jetzt steht das Gefährt in Oberdorf und Jens Kombartzky dreht ab und an seine Runden damit. "Ich bin schon überall damit herumgefahren", sagt er. Es sei sein privater Spaß.

Kombartzkys Hauptgeschäft bei "Wagen 12" ist der Handel mit raren Fahrzeugen. Hauptsächlich über das Internet finden ihn die Kunden aus der ganzen Welt und sind begeistert über seine einzigartige Auswahl. "Wir haben eine bunte Mischung aller Marken", erklärt er seinen Erfolg. Seit Oktober 2015 ist das Unternehmen in Oberdorf aktiv, und wer durch die Räumlichkeiten schlendert, glaubt, er stehe in einem Automuseum. Das ältestes Fahrzeug ist von 1955, das jüngste aus dem Jahr 2000.

Zusammen mit der Manufaktur Röhrle sorgt Kombartzky auch für Reparatur der Young- und Oldtimer. "Die Leute bringen ihre Schätze aus ganz Deutschland zu uns", sagt Jens Kombartzky.

Die Feuerwehr vor der Tür begeistere die Leute, viele kämen vorbei, hielten, machten Fotos und bestaunten das rote Schmuckstück, freut sich der Autonarr Jens Kombartzky. Er ist viel bei Oldtimer-Treffen präsent und sowieso Benzion im Blut, mehrmals hat er das Heubacher Bergrevival gewonnen. Ob die Feuerspritze noch funktioniert? "Ich weiß es nicht", lacht er. "Können wir bei Gelegenheit aber gerne mal ausprobieren."

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