Liedermacher Immig mit Gespür für die Synagoge

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Harald Immig in der ehemaligen Synagoge Oberdorf 2021

Der Liedermacher vom Hohenstaufen balanciert gekonnt zwischen Heiterkeit und Nachdenklichkeit.

Bopfingen-Oberdorf. Michael von Thannhausen freute sich. „Endlich wieder eine Veranstaltung in der ehemaligen Synagoge,“ sagte er zur Begrüßung. Der Trägerverein hatte die Pause genutzt, um die Außenrenovierung zu absolvieren. Nun erstrahlt sie wieder in ihrer ursprünglichen Farbe. Seit dem 14. März 2020 hatte es in den Räumlichkeiten keine Veranstaltung mehr gegeben, bis zum vergangenen Sonntag, dem Tag der jüdischen Kultur.

Harald Immig der Liederpoet vom Hohenstaufen war zu Gast. Er wird gerne gesehen und gehört in der Synagoge und er kommt gerne dorthin. Leider war sein musikalischer Partner, Klaus Wuckelt erkrankt und konnte nicht dabei sein, so stand Immig allein vor den zahlreichen Besuchern. Diese freuten sich wie auch die Kulturreferentin des Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf, Johanna Fuchs, dass endlich wieder Leben in die historischen Gemäuer kommt. Immig zeigte mit seinen Liedern und seinen Texten ein Gespür für den Ort, an dem er auftrat. Gleich zu Beginn mit dem Lied „Aufrecht gehen“, dass er für die Mutigen sang, die einst die brennende Synagoge löschten.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Auch diesen Umstand huldigte Immig bei seinem Auftritt. Immer wieder sang er jüdische Lieder und balancierte zwischen nachdenklich und doch Heiterem gut aus. Auch dann, als die Hauskatze der Synagoge plötzlich um seine Beine strich und er das Lied „Mule, Mule“ anstimmte. Natürlich präsentierte er auch das Mostlied - in der Zwischenzeit ist dies im Schulbuch für Musik abgedruckt. Oder Witziges, wie das Lied über den Handwerker Übele.

Spätestens bei „Kein schöner Land“ verwandelt der Hall im Raum Immigs Gesang zu einem großen Chor, bei dem Gotthilf Fischer seine Freude gehabt hätte. Auch, dass unter Corona weniger Menschen kommen konnten, kommentierte Immig: „Egal wie viele kommen, solange es die Richtigen sind.“ Johanna Fuchs und Michael von Thannhausen zeigten sich zuversichtlich, weitere Veranstaltungen in der Synagoge anbieten zu können.

  • Die nächste Veranstaltung in der ehemaligen Synagoge Oberdorf ist die Lesung mit Lilly Maier „Auf Wiedersehen liebe Kinder“ am 23. Oktober 2021 um 19 Uhr. Weitere Informationen unter: www.synagoge-oberdorf.de
Harald Immig in der ehemaligen Synagoge Oberdorf 2021
Harald Immig in der ehemaligen Synagoge Oberdorf 2021
Harald Immig in der ehemaligen Synagoge Oberdorf 2021

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