Synagoge: neue Fassade, neue Stele

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Die Fassade der Synagoge erstrahlt in ihrer Ursprungsfarbe .
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Das Gebäude erstrahlt wieder in seiner Ursprungsfarbe. Eine Stele vor der Synagoge gibt Aufschluss über die Geschichte des jüdischen Lebens in Oberdorf.

Bopfingen-Oberdorf

Die Renovierung der Oberdorfer Synagoge ist nun endgültig abgeschlossen. Während der Renovierung wurde die Außenfassade gereinigt und das Gebäude erhielt eine neue Farbe. Nun erstrahlt das Bauwerk in der Ursprungsfarbe, diese wurde nach exakter Vorgabe ausschließlich für die Oberdorfer Synagoge hergestellt.

Auch das Entwässerungssystem wurde ertüchtigt. Gerade bei Starkregen gab es immer wieder Probleme an den Eingangsstufen. Durch den Einbau zwei neuer Töpfe soll dieses nun der Vergangenheit angehören.

Zum Abschluss der Arbeiten wurde eine Stele anstelle des Info-Kastens vor der Synagoge angebracht. Hier ist die Geschichte des jüdischen Lebens in Oberdorf bis zur Gründung des Trägervereins Ehemalige Synagoge Oberdorf beschrieben.

Der Trägerverein wurde 1989 unter Mithilfe vom damaligen Verleger der Schwäbischen Post, Dr. Konrad Theiss und dem damaligen Chefredakteur Erwin Hafner, ins Leben gerufen. Ein auf der Tafel angebrachter QR-Code führt den Besucher direkt auf die Homepage dieses Vereins, der heute von Freiherr Michael von Tannhausen geleitet wird.

Insgesamt hat die Renovierung 50 000 Euro gekostet. Dank des Leader-Programms gab es einen Zuschuss von 16 000 Euro. Weitere 6000 Euro gab der Ostalbkreis zur Renovierung dazu. Den Rest muss der Trägerverein Ehemalige Synagoge Oberdorf aufbringen. So sind Spenden immer willkommen.

„Wir hoffen, auch bald wieder Kultur in der ehemaligen Synagoge anbieten zu können“, sagt die Kulturreferentin des Vereins, Johanna Fuchs.

Zur Geschichte der Synagoge: Die 1812 erbaute Synagoge von Oberdorf wurde nach dem Novemberpogrom 1938 geschlossen. 1940 kaufte der örtliche Turnverein das Gebäude, nach 1945 diente es als katholische Kirche für neu angesiedelte Heimatvertriebene, 1968 schließlich funktionierte ein Handwerksbetrieb den Bau zum Lagerraum um – bis in den achtziger Jahren die Idee entstand, die einstige Synagoge wieder einer würdigeren Nutzung zuzuführen.

1993 konnte die Gedenk- und Begegnungsstätte eröffnet werden. Wenige Jahre später wurde diese um das „Museum zur Geschichte der Juden im Ostalbkreis“ ergänzt. In geografischer und chronologischer Reihung zeigt das Museum die Ereignisse der jüdischen Geschichte, deren Darstellung von der Herkunft der deutschen Juden bis zum Holocaust reicht.

Im Mittelpunkt steht die jüdische Gemeinde Oberdorf, die einstmals die größte in Ostwürttemberg war. Originalexponate und ein Genisafund runden die Ausstellung ab.

Wir hoffen, hier auch bald wieder Kultur anbieten zu können.“

Johanna Fuchs, Kulturreferentin
Diese Stele an der Außenseite des Gebäudes ist neu.

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