Ortschaftsrat stellt sich gegen Straßenneubau

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Rainer Holzner lehnt einen Trassenverlauf durchs Heidmühltal ab.

Bopfingen-Flochberg. Zum Linienfindungsverfahren B 29n äußert sich der Flochberger Ortschaftsrat Rainer Holzner: Wir seien von den Klimaschutzzielen der Bundesregierung noch Lichtjahre entfernt, schreibt er. Auch deshalb sei der Neubau einer Straße immer die schlechteste Lösung. „Einen Trassenverlauf durch das Heidmühltal lehne ich aufs Schärfste ab. Die Bürger werden sich dies nicht bieten lassen. Sie können davon ausgehen, dass hier mit allen Mitteln dagegen vorgegangen wird“, schreibt er.

Heidmühltal und in Folge das Tal der Eger, von Trochtelfingen bis Nördlingen, seien wertvolle Naturlebensräume und Heimat vieler seltener Tier und Pflanzenarten.

Seit Jahren habe der Vogelschutzverein, dessen Vorsitzender Holzner ist, hier mit Forst und Landwirtschaft intakten Lebensraum für das Rebhuhn geschaffen. Es gebe dort eine stabile, stetig wachsende Population.

Heimat seltener Tierarten

Auf den sonnenbeschienenen Hängen gebe es einen gesunden Bestand der seltenen Kreuzotter und anderer Reptilien. Bei Amphibien sei vor allem die Gelbbauchunke zu nennen, die in den kleinen Tümpeln entlang des Tales oft vorkomme. Es gebe eine Vielzahl Insekten und Schmetterlingsarten, vor allem auf den Heiden von Buch und Beiberg. Besonders zu erwähnen sei das einzigartige Vorkommen der Blauen Ödlandschrecke. „Eine Trassenführung durch dieses Gebiet würde alles nachhaltig vernichten“, meint Holzner.

Keine neue Straße bauen

„Es ist mir wohl bewusst, dass es auf allen möglichen Trassenführungen schützenswerte Lebensräume gibt und natürlich Menschen, die sich mit guten Gründen gegen eine Straße wehren. Daher lehne ich den Bau einer neuen Straße ab. Ich sehe auch nicht, weshalb der Ostalbkreis für Bayern einen schnellen Zugang zur A7 bauen soll.“

Verkehrsaufkommen reduzieren

Es solle lieber versucht werden, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und nicht durch den Bau neuer Straßen das Gegenteil zu befeuern. Holzner schlägt daher vor, das bestehende Straßennetz auszubauen. Die B 466 solle den Verkehr von der B 25 Nördlingen in Fahrtrichtung A7/Ulm aufnehmen. Dazu müsste eine Querspange vor Ohmenheim zur A 7-Anschlussstelle Aalen-Oberkochen gebaut werden.

Die B 25 Wallerstein sollte den Verkehr in Fahrtrichtung A 7/Würzburg aufnehmen. Diese könnte sequenziell dreispurig ausgebaut werden. Um die Ortschaften von Nördlingen bis Aufhausen zu entlasten, sollte es ein Durchfahrtsverbot für Lkw ab 7,5 t auf dieser B 29-Strecke geben (Anlieger und Zulieferverkehr frei).

Für „stark belastete Ortschaften“, schlägt er eine Ortsumfahrung vor. Diese seien aber stets genau zu betrachten, da sie oft mehr Schaden als Nutzen brächten, weil sie Lärm und andere Belastungen nur an andere Stellen verlegten. Martin Simon

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