Riesbahn-Frust

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Die Riesbahn nimmt zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember nur eingeschränkt den Betrieb auf. Foto: Go-Ahead Bayern (Winfried Karg)
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Bürgermeister Dr. Gunter Bühler kritisiert Go-Ahead Bayern und das Land.

Bopfingen. Bürgermeister Dr. Gunter Bühler ist sauer. Die Ankündigung von Go-Ahead Bayern, dass die Riesbahn zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember nicht wie vertraglich vereinbart den Betrieb aufnimmt, sondern, wegen Personalmangel, verstärkt auf Schienenersatzverkehr setzen will, verärgert ihn.

Im Gespräch mit der Schwäbischen Post erinnert Bühler an ein Treffen vor zwei Jahren zu diesem Thema. „Am 16. Juli 2020 trafen sich im Rathaus Bopfingen Bürgermeister der Riesbahnanlieger und Vertreter von Go-Ahead Bayern, um genau über dieses Thema zu sprechen“, sagt Bühler. Nach den Startschwierigkeiten auf der Remsbahn, die Go-Ahead Baden-Württemberg hatte, seien Bedenken angesprochen worden. „Wir haben damals auch die Personalfrage thematisiert und auch die Frage nach einer möglichen Konkurrenz zwischen Riesbahn und den Augsburger Netzen mit möglichen Nachteilen für uns bei Engpässen. Uns wurde gesagt, man habe alles im Griff“, so Bühler.

„Wenn’s eng wird, reißt sich der bayerische Löwe eben lieber ein Haar am Schwanz als eins im Gesicht aus“, sagt Bühler. Die Riesbahn sei nun aufs Abstellgleis geschoben worden. Ein Unding und „unprofessionell“. Zumal Bopfingen und das Umland in den vergangenen Monaten bereits sehr schlechte Erfahrungen mit Schienenersatzverkehren gemacht hätten – vor allem im Schülerverkehr. Dies sei den Menschen nun nicht erneut zuzumuten, meint Bühler.

Bühler begrüßt den Vorschlag des CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Mack, die DB Regio möge bei der Riesbahn einspringen und auf Rechnung von Go-Ahead Bayern fahren. Er fragt sich aber, ob die DB-Regio das auch stemmen kann.

Die Politik müsse sich hinterfragen. Das Land hätte aus den Remsbahn-Erfahrungen mit Go-Ahead lernen müssen, meint Bühler. Bei Pendlern, die nach dem Willen von Verkehrsminister Winfried Hermann, bei der Mobilitätswende eine gewichtige Rolle spielen sollen, sorge dies nun für Frust. Zudem: Ohne fahrplantreu fahrende Riesbahn sänken die Fahrgastzahlen an Bopfingens Bahnhof und „dann heißt es bei möglichen Verbesserungen wieder, ihr habt hier zu wenig Fahrgastzahlen“, ärgert sich Bühler. „So ist die Verkehrswende garantiert nicht machbar“, endet er. ⋌Martin Simon

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