Gemeinde Riesbürg gibt Bauwilligen eine Chance

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Drei Bauvorhaben zogen den Unmut der Jagstzeller Räte auf sich.
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Nächster Schritt für die Baugebiete „Stiegeläcker“ in Pflaumloch und „Bühl IV“ in Goldburghausen.

Riesbürg. In den vergangenen vier Jahren hat die Gemeinde 37 Bauplätze verkauft. Im vergangenen Jahr allein waren es 23 Plätze. Die Nachfrage ist weiterhin sehr hoch. Dabei wurden die geplanten Baugebiete „Stiegeläcker“ in Pflaumloch und „Bühl IV“ in Goldburghausen noch nicht einmal beworben.

Im Gemeinderat ging es nun um diese beiden Baugebiete. Claus-Peter Grimm stellte hierzu die Anhörung der Träger öffentlicher Belange vor. So wurde moniert, dass die Dachneigung nicht festgeschrieben ist. Dies erfolgt bewusst, sagte Grimm, um Bauherren die Chance energieoptimierter Bauweise zu geben.

Da im Baugebiet Stiegeläcker in Pflaumloch keine über das zumutbare Maß hinaus gehenden Gerüche aus landwirtschaftlicher Tierhaltung zu erwarten seien, werden die Bauherren auf die Duldung dieser Gerüche hingewiesen. Ein Gehweg ist nicht vorgesehen, da mit sehr wenig Verkehr gerechnet wird.

Die Einplanung eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten erzielt eine Wohndichte von 47 Einwohner pro Hektar. Da gleichzeitig auch das Wohngebiet Brühl IV in Goldburghausen geplant wird, ergibt sich eine gesamte Wohndichte von über 40 Einwohner pro Hektar.

Wichtig waren Bürgermeister Willibald Freihart, die Einfriedungen und Sichtschutzelemente. Hier sind an öffentlichen Straßen und Wegen Einfriedungen, egal ob lebendige oder tote, mit einer Höhe von 80 Zentimeter zugelassen. Bei 50 Zentimeter Abstand zu Straßen und Wegen sind 1,5 Meter erlaubt und bei einem Abstand von drei Metern höhere. Freihart möchte so die Verkehrssicherheit und Übersicht vergrößern. Weiter ging es um das Gewerbegebiet „Lerchenäcker, 3. Erweiterung“ in Utzmemmingen. Hier wurden Ergänzungen aufgenommen. So soll eine insektenfreundliche Außenbeleuchtung vorgeschrieben werden. Auch der Ausbau der Spedition und der Mühle dort wird berücksichtigt. Das Denkmalamt weise darauf hin, dass sich Reste der abgegangenen Ölmühle dort finden lassen könnten. Dieser Bereich wird jedoch bereits durch die Zufahrt zur Kläranlage überlagert.

In Goldburghausen soll im Norden eine PV-Anlage am Weiher errichtet werden. Bereits im Februar hatte der Gemeinderat Standortflächen für PV-Anlagen geprüft. In Goldburghausen werden die definierten Kriterien erfüllt. Paul Lutz informierte über die Satzung für diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Da es hier keine Versiegelung, Aufschüttungen oder Abgrabungen bedarf, sei mit einer Verbesserung des Bodens zu rechnen, da naturnahe, ungedüngte Vegetation besteht, auf dem sich Humus entwickeln könne, sagte er.

Ukraine-Flüchtlinge

Freihart informierte über die Flüchtlingssituation. Derzeit sind 14 Menschen aus der Ukraine, insgesamt vier Familien, in Riesbürg. Drei Kinder besuchen die örtliche Grundschule. Dort werden sie von Kindern unterstützt, die ukrainische Wurzeln haben, aber schon länger hier leben. Freihart dankte der Bevölkerung für ihre Unterstützung.

Zwei Stromaggregate nötig

Der Bürgermeister will einen Krisenplan für Riesbürg aufstellen. „Nicht mehr auszuschließen, dass wir tagelang ohne Strom sind,“ sagte er. Daher will er zwei Notstromaggregate kaufen. Eines soll die Goldberghalle im Notfall mit Strom versorgen, sodass hier die Küche unter Volllast laufen kann. Das andere ist für das Rathaus geplant, da hier das Krisenzentrum liegen wird.

Insgesamt sind 161 000 Euro geplant. Die Räte waren sich einig über die Notwendigkeit, wollten aber das Geld nicht sofort freigeben, sondern mehr Informationen Michael Scheidle

Der Traum vom Eigenheim wird immer teurer: Nicht nur die steigenden Baukosten belasten Häuslebauer, nun fällt auch die KfW-Förderung weg.

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