Neue Kinderkrippe für Pflaumloch

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Kindergarten Pflaumloch
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Wie der Bürgermeister in einer Notaktion die Planung startetet und was die Räte dazu sagen. Welchen Ansatz die Architekten präsentierten.

Riesbürg

Die Suche nach einem Krippenplatz innerhalb der Gemeinde war in jüngster Vergangenheit für Riesbürger Eltern kein allzu großes Problem. Zum einen gab es am katholischen Kindergarten in Utzmemmingen bereits ein Angebot für Ein- bis Dreijährige. Darüber hinaus konnten im Pflaumlocher Kindergarten Krippenkinder in gemischten Gruppen mitbetreut werden.

Doch inzwischen hat auch in der württembergischen Riesgemeinde eine deutliche Trendwende eingesetzt. Immer mehr Kinder unter drei Jahren werden in den Betreuungseinrichtungen angemeldet. Hält die Entwicklung an, führt dies in den kommenden Jahren zwangsläufig zu Engpässen, weil die Plätze nicht mehr ausreichen.

Bürgermeister Willibald Freihart sah sich deshalb in einer Art Notaktion zu schnellem Handeln gezwungen. Kurz vor Weihnachten ergriff er die Initiative und bat den Architekten Mathis Tröster vom Büro ATC Tröster und Deucker aus Rainau, so schnell wie möglich eine neue Kinderkrippe für Pflaumloch zu planen, die bereits Anfang September 2022 in Betrieb gehen soll.

Tröster stellte sich dieser Herausforderung und präsentierte in der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres ein entsprechendes Konzept. Dieses sieht vor, eine Krippe mit zehn Plätzen als Anbau an den Kindergarten in der Schulstraße in barrierefreier Modulbauweise „anzudocken“. Bei den Modulen handle es sich um gebrauchte Teile, die von der noch zu beauftragenden Firma entsprechend vorbereitet und angepasst würden. Die modulare Bauweise biete den Vorteil, das Gebäude bei Bedarf erweitern zu können.

Verbunden werden dem Planer zufolge Kindergarten und neue Krippe durch einen Zwischenbau. Auf das Dach komme eine Photovoltaikanlage, deren erzeugter Strom nicht eingespeist, sondern im Gebäude selbst genutzt werde. Nach ersten Berechnungen ergäben sich Kosten von 640.000 Euro brutto für das Gesamtprojekt, rechnete Tröster vor.

Rathauschef Freihart zufolge könne bei der Finanzierung mit einem Zuschuss aus dem sogenannten Ausgleichsstock, einem Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg für Kommunen in strukturschwachen Räumen, von 60 Prozent gerechnet werden. Mit der Antragstellung zum 1. Februar werde die Gemeinde gleichzeitig einen vorzeitigen Baubeginn beantragen. Sobald dieser bewilligt sei, würden die Arbeiten für das Vorhaben ausgeschrieben und so schnell wie möglich vergeben, so Freiharts Vorstellungen. Er gehe davon aus, dass dies im April der Fall sei.

Die Pläne für eine Krippe in Pflaumloch stießen im Gemeinderat auf breite Zustimmung. Alle Ratsmitglieder sehen die Notwendigkeit für zusätzliche Angebote.

Ein heikles Thema sprach Gemeinderätin Franziska Brenner an. Sie fragte nach, ob die Kommune überhaupt ausreichend Personal für die Betreuung der zusätzlichen Kinder zur Verfügung stellen könne? Der Bürgermeister räumte ein, dies bis dato nicht zu wissen. Die Gemeindeverwaltung werde jedenfalls alles unternehmen, um die entsprechenden Fachkräfte zu rekrutieren. Freihart verwies in dem Zusammenhang auf den allgemeinen Mangel bei den Erzieherinnen in der gesamten Region.

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