Forschungsbohrung bei den Kahlhöfen

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Projektleiter Prof. Dr. Jochen Erbacher (links) informiert über die Bohrarbeiten. Neben ihm v.l: Bürgermeisterin Andrea Schnele, Ortsvorsteher Gunther Ziegelbauer, Stadtbaumeister Wolfgang Köpf, die Gemeinderäte Peter Preissler und Claudia Gerken und der Aalener Lehrer Thilo Krauß.

Warum die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Röttingen das Erdreich bis in eine Tiefe von 200 Metern untersuchen lässt.

Lauchheim-Röttingen

Im Auftrag der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover hat jetzt die Spezialfirma BTR Bohrtechnik aus Vaihingen mit einer Forschungsbohrung bei den Kahlhöfen bei Röttingen begonnen. Rund 200 Meter tief sollen dort Aufbau und Struktur des Untergrundes erforscht werden. Projektleiter Prof. Dr. Jochen Erbacher und Bürgermeisterin Andrea Schnele informierten am Mittwoch über das Projekt.

Die Bohrung ist Teil eines Projekts, bei dem bisher bereits sechs Stellen im süddeutschen Raum untersucht wurden, und weitere Bohrungen bis in den Raum Hannover folgen werden. "Es geht uns um neue Erkenntnisse zur Geologie in diesen Bereichen, um Erdproben und hydrologische Proben aus den unterschiedlichen Gesteinsschichten, die im Fachlabor analysiert werden", erklärt Prof. Erbacher. Es bestünden keine anderen Absichten mit dem Gelände.

In den vergangenen drei Wochen wurde die Bohrstelle, die auf dem Grund einer Landwirtschaft liegt, von der Firma vorbereitet. Die oberste Erdschicht wurde weggeschoben, auf die dann beginnende Tonschicht wurden Schotter und feste Bohlen als Untergrund für die Bohrmaschine gelegt.

Am vergangenen Montag wurde dann erstmals gebohrt. Am ersten Tag wurden 15 Meter geschafft. "Je nach Härte des Bodens schaffen wir 20 bis 40 Meter", sagt der Projektleiter. "Aber wir entnehmen ja auch immer wieder Proben, was das Ganze verzögert." So wurde jetzt nach einigen Erdproben die erste Wasserprobe entnommen.

Es geht uns um neue Erkenntnisse zur Geologie.

Prof. Dr. Jochen Erbacher Projektleiter

Die BGR möchte über die Auswertung der Gesteine neue Erkenntnisse zum Aufbau des Mitteljuras bis Unterjuras und zur Entstehungsgeschichte des rund 170 bis 190 Millionen alten Gesteins im Bohrgebiet gewinnen. Die Proben werden im Kern des Bohrgestänges nach oben gezogen, verpackt, und im Labor in Berlin-Spandau untersucht. Immer wieder werde auch der Wassergehalt untersucht und Wasserproben von den Hydrologen entnommen. Nach Abschluss der Bohrungen wird eine Messsonde in das Bohrloch abgelassen, um den unterschiedlichen Sand- und Tongehalt abschätzen zu können.

Gebohrt wird mit Wasser, das in einem geschlossenen Kreislauf und möglichst oft wieder verwendet wird. Laut Planung werden die Bohrungen rund sechs Wochen dauern und etwa 220 000 Euro kosten.

Neben einigen Gemeinderäten informierte sich auch Thilo Krauß, Geologielehrer am Schubart-Gymnasium Aalen. Er wird mit seiner Fachklasse die Arbeiten begleiten, sie immer wieder besuchen, überlassene Proben selbst untersuchen und analysieren. Bürgermeisterin Schnele lobte die gute Zusammenarbeit der BGR und der Firmen und freut sich bereits auf interessante Ergebnisse.

Jürgen Eschenhorn

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