Wenn der Falke Hilfe braucht

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In seiner "Eulen- und Greifvogelpflegestation Heinz" kümmert sich Stefan Schwenninger um Notfälle bei Mäusebussard und Co.

Bopfingen-Schloßberg

Stefan Schwenninger aus Schloßberg ist die erste Anlaufstation für verletzte oder kranke Greifvögel in der Region. In seiner "Eulen- und Greifvogelpflegestation Heinz" kümmert sich der Naturschutzwart des Ostalbkreises täglich um die vielen Notfälle.

Vögel haben bei der Familie Schwenninger schon immer eine große Rolle gespielt. "Mein Vater Heinz Schwenninger hatte Brieftauben. Später kamen noch Sittiche hinzu. Auf mehreren Reisen nach Indonesien, bei denen ich meinen Vater begleitete, konnte ich viel Wissen über Sittiche und Kakadus sammeln", erzählt Schwenninger.

Aber eigentlich hatte der Bopfinger Vogelexperte eine ganz andere Vogelart im Blickfeld. Eulen und Greifvögel haben es ihm angetan. Flugs baute er die bestehenden Volieren um, um diese für die Haltung von Greifvögeln tauglich zu machen.

2011 waren es gerade mal vier Greifvögel, die Schwenninger zur Pflege erhalten hatte. Mittlerweile sind es regelmäßig zwischen 20 bis 30 Greifvögel im Jahr, Tendenz steigend. Seit 2014 nennt Schwenninger seine Station "Eulen- und Greifvogelpflegestation Heinz", in Erinnerung an seinen verstorbenen Vater.

Turmfalken und Mäusebussard sowie Waldkauz und Waldohreule sind die häufigsten Notfälle. Aber auch Wanderfalken, Uhus, Sperber oder Habichte gehören mittlerweile zu Schwenningers Patienten. 2015 hat der Vogelliebhaber deswegen auch den Falknerschein gemacht.

Mit anderen Vogelexperten aus der Region, den Naturschutzverbänden, Landratsämtern sowie Regierungspräsidien steht Schwenninger in gutem und engen Kontakt. Besonders stolz ist er auf seine guten Beziehungen zur Vogelwarte Radolfzell und zum Max-Planck-Institut für Ornithologie in Starnberg. "Ich arbeite auch sehr eng mit dem Tierheim in Nördlingen zusammen und dem dortigen Tierarzt Wulf Dietrich Kavasch aus Hohenaltheim", sagt Schwenninger.

Die Dauer des Aufenthalts eines Pflegevogels hänge stets von dessen Gesundheitszustand ab, sagt er. So müsse zum Beispiel ein Vogel, dessen Gefieder stark beschädigt ist, bis zur nächsten Mauser in der Station bleiben. Dies könne mitunter bis zu einem Jahr dauern. "Dies stellt einen erheblichen finanziellen Aufwand dar. Die Kosten für den Umbau der Volieren sowie die laufenden Kosten wie Strom, Futter und Tierarztkosten trage ich selbst", sagt Schwenninger.

Hier sind Spenden natürlich immer gerne gesehen und auch sinnvoll angelegt, wie der Greifvogelexperte meint. Aktuell befinden sich sechs Turmfalken, ein Mäusebussard sowie eine Rabenkrähe in der Obhut von Stefan Schwenninger der 2013 vom Landratsamt Ostalbkreis offiziell zum Naturschutzwart für die Region ernannt wurde. "Das ist eine Ehre für mich und ein Beweis für das Vertrauen der Behörden in meine ehrenamtliche Arbeit", sagt Stefan Schwenninger stolz.

Spender Wer den Naturschutzwart und Greifvogelexperten Stefan Schwenninger bei, seiner Arbeit unterstützen möchte, kann sich unter der Telefonnummer (07362) 920945 mit ihm in Verbindung setzen.

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