Baustellenverkehr: Anwohner haben Bedenken

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Bürgerbeteiligung Neufeld
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Bürgerbeteiligung Bewohner des Wohngebiets „Riederer Feld“ diskutieren über das neue Baugebiet „Im Neufeld.

Bopfingen. Die Stadt Bopfingen tritt in den Dialog mit ihren Bürgern. Dieses Angebot wurde von den Bewohnern des Wohngebiets „Riederer Feld“ angenommen. Und so war die Stauferhalle am Mittwochabend gut gefüllt. Das neue Baugebiet „Im Neufeld“, das sich direkt im Osten anschließen soll, wurde diskutiert. „Wichtig ist, dass wir den Dialog führen,“ startete Bürgermeister Dr. Gunter Bühler.

Es ging um drei Punkte, die die Bürgerschaft als Einwendungen bereits ans Rathaus gesendet hatten. Zum einen besteht die Sorge vor schweren Beeinträchtigungen durch den Baustellenverkehr. Derzeit müsste dieser durch die Beethovenstraße oder die Clara-Wieck-Straße verlaufen. Die Stadtverwaltung nahm einen Vorschlag aus der Bevölkerung auf, den Baustellenverkehr um das bestehende Wohngebiet herum, über einen östlichen Feldweg zu leiten.

Den Hinweis, dass trotzdem alle Fahrzeuge durch das Baugebiet fahren werden, konterte Bühler: „Mit dem Hubschrauber können wir nicht alles hinfliegen.“ Er wisse auch, dass sich einige nicht daranhalten werden, aber durch diese Möglichkeit bestehe die Chance, den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Auf die Frage, wie lange dieser Baustellenverkehr dauern würde, sagte Bühler, rund zwei Jahre. Derzeit würden für das Baugebiet 80 konkrete Anfragen für 30 Einfamilienhäuser vorliegen. Bei einem Bauzwang von zwei Jahren werde das Baugebiet schnell bebaut sein und so die Behinderungen sehr kurzgehalten werden.

Die zweite Frage betraf den Verkehr, nachdem das Baugebiet erstellt ist. Wohin soll der abfließen? Werden Sackgassen eingerichtet, soll die Beethovenstraße Spielstraße oder Einbahnstraße werden? Bühler stellte dazu einen Plan aus dem Jahr 1996 vor, in dem die Erweiterung eingeplant wurde und die Beethovenstraße zum Postweg hin verlängert ist. „Da muss jetzt ein Verkehrsplaner drüber gehen,“ sagte er. Das Land schreibe vor, auch Mehrfamilienhäuser zu planen. Einwohner der Franz-Lehar-Straße fürchten ebenfalls verstärktes Verkehrsaufkommen. Deutlich wurde, dass bei den Bewohnern des bisherigen Baugebietes keine einheitliche Meinung herrscht. Die Aussprache erinnerte an das Sankt-Florians-Prinzip. „Jeder fährt dort, weil er da wohnt, jeder hat dort gebaut, aber keiner will Verkehr und Baustelle jetzt an seinem Haus,“ erklärte der Bühler dazu.

Eingebracht wurden zudem viele Anregungen, die sich Tiefbauamtsleiter Klaus Böhm notierte und die mit den Verkehrsplaner besprochen werden sollen. Die Verkehrslösung werde dann zur Diskussion gestellt und, falls nötig, überarbeitet.

Der dritte Punkt betraf die Entwässerung der neuen Baugebiete im Osten der Stadt. Bereits im Plan von 1996 wurde das gesamte Gebiet berechnet und leistungsfähige Kanäle eingebaut. Das bewies der Starkregen im Juli dieses Jahres, bei dem in diesem Gebiet die Rückhaltebecken nicht gebraucht wurden. „Es kann nicht verhindert werden, dass eine Wolke über dem Baugebiet stehenbleibt und abregnet,“ so der Bürgermeister. Jedoch seien die vorhandenen Maßnahmen mit naturnahen Gräben sehr wirkungsvoll. Als eingebracht wurde, dass bei einem Anwohner Wasser in den Keller geflossen sei, fragte Bühler, ob derjenige anwesend sei – niemand meldete sich. Die Erörterung verlief ruhig, die meisten Bedenken konnten ausgeräumt werden. Michael Scheidle

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