Bestens gerüstet, hinaus in die Welt

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Das Bildungszentrum wurde innen und außen rundum saniert.
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Im Interview erläutern Schulleiter Dr. Pascal Bizard und Konrektor Gerhard Ott was den OAG-Geist und die Schule ausmachen, und wie Abitur in der Pandemie bewerkstelligt wird

Bopfingen

Was läuft am Ostalb-Gymnasium? Ein Gespräch mit Schulleiter Dr. Pascal Bizard und Konrektor Gerhard Ott.

Bopfingen hat viel Geld in die Sanierung auch des Ostalb-Gymnasiums gesteckt. Wie wirkt sich das aus?

Bizard: Vielfältig positiv, nicht nur hinsichtlich des Unterrichts. Seit 2018 haben wir eine große Fläche, die Realschule und Gymnasium neben der Aula als Veranstaltungsraum nutzen, zudem eine gemeinsame Schülerbücherei und ein Büro für Schulsozialarbeit. Auch der Verwaltungstrakt ist saniert. Neue Einrichtung, Raumaufteilung und Mobiliar machen die Arbeit schöner.

Im Mai wird erneut gebaut.

Bizard: Das Untergeschoss wird komplett saniert. Alle naturwissenschaftlichen Räume werden neu angeordnet und ausgestattet. Das OAG hat am Ende sechs modernste, sehr gut ausgestattete Fachräume. Der neue Bildungsplan sieht einen höheren Praxisanteil vor. Dafür sind wir dann gerüstet. Die naturwissenschaftlichen Lehrkräfte konnten Vorschläge bei Stadtverwaltung und Architekt einbringen, dafür sind wir sehr dankbar.

Ist dann alles soweit fertig?

Ott: In Ebene 2 stehen noch der Einbau einer fest installierten Verkaufsfläche für den Backwarenverkauf aus, ebenso Möbel für die Bücherei. Der Abschluss der Sanierung Ebene 0 ist für November 2021 geplant. Dann hat das Bildungszentrum eine Rundum-Sanierung erhalten, die als abgeschlossen gelten kann.

Warum sollen Eltern ihr Kind am OAG anmelden?

Bizard: Das ,O' steht für offen. Ein recht junges, äußerst engagiertes Kollegium unterrichtet in offen freundlicher Atmosphäre und legt auf zugewandten sozialen Umgang miteinander und Bildung ebenso viel Wert wie auf: ,A' für vielseitige außerschulische Aktivitäten und Austausch mit allen am Schulleben beteiligten Gremien. Gymnasium heißt: auf direkten Weg in acht Jahren, von Beginn an gut vorbereitet, zum Abitur und damit zur Studierfähigkeit.

Sie bieten verschiedene Profile an.

Ott: Ab Klasse 8 bieten wir die Profilfächer Spanisch, Naturwissenschaft und Technik sowie Sport, wo zunächst das größte Interesse war. Nun verteilt sich das recht gleichmäßig. Uns werden aus allen drei Lerngruppen, die ideale Größe haben, gute Ergebnisse rückgemeldet.

Mit Sport waren sie Vorreiter.

Bizard: Ja, das Profilfach ist für Sportliche, aber Spitzensportler muss man nicht sein. Wer Spaß an Bewegung hat, ist hier richtig. Hier lernt man Team- und Individualsportarten kennen. Es gibt auch Theorieunterricht. Das Feedback ist sehr positiv.

Was macht "Kultur am OAG"?

Ott: Präsenzveranstaltungen, die nicht zwingend nötig sind, oder sich nicht im Rahmen des zulässigen Präsenzunterrichts befinden, sind gerade unmöglich.

Schade.

Ott: Ja, aber online geht viel bei uns: ‘Jugend debattiert', Präventionsaktionen mit der Polizei, Alumni- oder BOGY-Angebote. Sobald es geht, planen wir Frühjahrskonzert, Theater, Vorträge zur Berufsorientierung, die Musical-Fahrt und mehr.

Welche OAG-Angebote gibt's noch?

Bizard: Die Klassenstufe 5 beginnt mit Kennenlerntagen in Dinkelsbühl, in Klasse 6 ist das Ski-Schullandheim im Ausland, in Klasse 7 die England-Sprachreise, in Klasse 9 geht es nach Frankreich oder für die Lateiner nach Köln und Trier. In Klasse 10 ist Gelegenheit für den Schüleraustausch mit Estland und in Kursstufe 1 ist die Studienfahrt, zu Zielen in Europa. Es freut uns, dass Elternbeirat, OAG-Förderverein und Schieber-Stiftung uns finanziell unterstützen.

Aber es gibt noch mehr Angebote.

Bizard: Ja, wir bieten Theater- und Musicalfahrten, Wettbewerbe in Kunst, Naturwissenschaften und Sprachen, Exkursionen, Arbeitsgemeinschaften, Lern- und Förderangebote. Bei all dem kann man im notenfreien Raum lernen, Erfahrungen sammeln und Dinge erleben, die neu sind.

Gibt es den speziellen OAG-Geist?

Bizard: Der OAG-Geist wird vom Prinzip, hinaus in die Welt' getragen. Dann prägt uns auch die Digitalisierung. Chancen bietet die Schulplattform IServ. Alle Klassenräume haben PC, Beamer und Dokumentenkamera; zwei Computerräume mit je 30 Rechnern kommen hinzu. Informatik ist Fach in Klasse 7, in der Kursstufe gibt es eine AG. Wir halten auch Sport für wichtig. Der OAG-Spirit soll bunt und vielfältig, breit und tief in der Bildung und sozial-familiär sein. Abgebildet haben wir das auf www.oag-bopfingen.de. Dort findet sich auch der "Rundgang", unser Imagefilm von Schülern. Schulleitung, Lehrkräfte und Sekretariat beantworten gern Fragen, die mit Blick auf die Anmeldungen vom 8. bis 11. März per Mail oder telefonisch kommen.

Wie läuft der Pandemie-Unterricht?

Bizard: Bis 22. Februar waren wir im zweiten Lockdown. Das Schuljahr im September begann mit Präsenzunterricht unter Hygienemaßnahmen. Technisch waren wir ab März 2020 sehr gut für Fernunterricht aufgestellt, denn wir führten IServ ein, ein System mit Servern an der Schule, über das wir mit der Schülerschaft kommunizieren, Dateien austauschen, eine digitale Tafel nutzen, Stundenpläne online einsehbar machen und Videokonferenzen abhalten können.

Das alles muss bedient werden.

Bizard: Zum Glück haben wir Lehrkräfte, die IT-Spezialisten sind. Sie haben die IT-Struktur und IServ früh etabliert und sogar auch die anderen Schulen hier bei IT-Aufbau und Wartung unterstützt. Unsere Lehrkräfte unterrichten von der Schule aus oder von daheim über IServ.

Unterricht lebt aber auch von sozialer Interaktion.

Bizard: Sicher, Homeschooling ist eine andere Art von Schule, die Lehrer und Schülerschaft herausfordert, anstrengend ist und (Selbst-)Disziplin erfordert. Klassenkameraden, Austausch und der direkte Kontakt fehlen. Das erleben wir als Verlust.

Nicht jede Familie hat die technische Infrastruktur daheim.

Bizard: Daher haben wir IPads, die ausgeliehen werden können. Bildung darf an wirtschaftlichen Bedingungen nicht scheitern.

Welche Pandemie-Hilfen oder Verbesserungen wünschen sie sich?

Ott: Bei der Digitalisierung mit Blick auf die Pandemie hätten wir gewünscht, dass das Land uns hier früher und intensiver unterstützt. Schulen hätten sich auch gefreut, wären Info und Vorgaben zum Schulbetrieb früher angekommen. Es gab beim Austausch mit dem Gesundheitsamt oft Wartezeiten, die uns die Arbeit erschwerten. Abläufe und Unterstützung an vielen Stellen haben sich aber deutlich verbessert.

Wie laufen die Abiturprüfungen ab?

Bizard: Ab 4. Mai sind schriftliche Prüfungen, vom 12. bis 14. Juli die mündlichen. Prüflinge schreiben Klausuren in einem für sie reservierten Gebäudeteil. In einer Sporthalle muss keiner Abi ablegen. Wir halten den 1,5-Meter-Mindestabstand zwischen den Schülern ein, die Räume werden ständig gelüftet und wer sich im Gebäude bewegt, trägt Mund-Nase-Schutzmaske.

Wie läuft der Unterricht für die Abschlussklassen derzeit?

Ott: Seit 22. Februar unterrichten wir die Jahrgangsstufen 1 und 2 im wöchentlichen Wechsel hier in der Schule und in der Folgewoche über Fernunterricht. Nachmittagsunterricht läuft grundsätzlich als Fernlernen.

Wo steht das OAG in fünf Jahren?

Bizard: Was erfolgreich läuft, wollen wir beibehalten, Ländlicher Raum, das verstehen wir als Qualitätsmerkmal. Bei uns lernen Kinder in relativ kleinen Klassen, haben ein großes Angebot außerhalb des Unterrichts. Die Busanbindung ist gut. Ausbauen werden wir den Austausch mit allen am Schulleben beteiligten Gremien, sodass das OAG in fünf Jahren durchweg und stabil dreizügig ist.

Zum Abitur G 9 gibt es auch den Weg über Realschule und dann das berufliche Gymnasium.

Bizard: Ja, aber sechs Jahre Bildung am Gymnasium sind nicht zu ersetzen. Bei uns wird ab Klasse 5 acht Jahre lang auf das Abitur hingearbeitet und bestmöglich vorbereitet. Wer glaubt, der andere Weg würde dies ersetzen, lässt außer Acht, dass wir unsere Schülerschaft von Beginn an zur Studierfähigkeit entwickeln. "E-Niveau", also das erweitere Niveau, bietet eben nur das Gymnasium. Kinder mit Grundschulempfehlung Gymnasium sind dort auch richtig und werden ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert. Überforderung ist schlecht, aber Unterforderung eben auch.

Manche Grundschuleltern fürchten, dass ihre Kinder wegen der Pandemie schulische Defizite mitbringen.

Bizard: Diese Sorge kennen und verstehen wir. Aber Grundschulen steuern sicher ihren Teil dazu bei, dass keine Lücken entstehen oder gering sind. Zudem bleibt uns bei der Umsetzung der Bildungspläne disponible Zeit, Lerninhalte, die wir voraussetzen, zu wieder- oder nachzuholen. Daneben bieten wir einige Bausteine, um Stofflücken aufzufüllen, wie ‘Helfen-Lernen-Fördern', Hausaufgabenbetreuung oder Förderunterricht in Kernfächern. Erleichterung wird allen der reduzierte Umfang der Lerninhalte geben. Wir legen erst den Fokus nur auf das Kerncurriculum und schließen mit der so gewonnenen Zeit Lücken an anderen Stellen.

Gerhard Ott.
Dr. Pascal Bizard.

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