Bopfingen ist Landes-Kelten-Hotspot

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Staatssekretärin Petra Olschowski und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler bei der Pressekonferenz in Stuttgart.
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Baden-Württemberg beteiligt sich an der musealen Aufbereitung in Bopfingen mit einem Zuschuss von 741 000 Euro. Nun sind Landkreis und die Stadt am Zug.

Bopfingen/Stuttgart

Das Land hält Wort. Stuttgart wird die Präsentation des keltischen Erbes auf dem Ipf mit 741 000 Euro fördern. Das hat Kunststaatssekretärin Petra Olschowski am Freitag bei einer Pressekonferenz in Stuttgart verkündet. Vom Bund liegt die Zusage über eine Förderung in diesem Bereich bereits vor. Insgesamt 918 000 Euro ist Berlin die Darstellung der Kelten am Ipf und in der Stadt wert.

Mit Gesamtkosten von rund 2,4 Millionen Euro rechnet man in Bopfingen für die Keltenkonzeption. Mit den Geldern aus Stuttgart und Berlin sind bereits 1,659 Millionen Euro beieinander. Damit fehlen noch 741 000 Euro. Die sollen der Ostalbkreis und die Stadt Bopfingen, jeweils zur Hälfte, aufbringen. Über den Zuschuss von 370 500 Euro für die Bopfinger Museumskonzeption entscheidet der Kreistagsausschuss am Montag, 13. Juli. Es darf davon ausgegangen werden, dass das Gremium in Anbetracht der Steilvorlage aus der Landes- und der Bundespolitik zustimmt. Gleiches gilt für Bopfingens Gemeinderat, der sich noch im Juli ebenso mit dem Thema befasst. Für Bürgermeister Dr. Gunter Bühler, der am Freitag im Ministerium die frohe Kunde erhalten hat, erfüllt sich so ein lange geplantes Projekt.

Konzept wird vervollständigt

Entstanden sind am Ipf bereits die Nachbildungen einer keltischen Pfostenschlitzmauer und eines keltischen Herrenhauses. Letzteres soll zum Besucherzentrum werden. Die Anlage wurde um einen Palisadenzaun ergänzt. Reicht das Geld, soll der Zaun den gesamten Rechteckhof umgeben, anderenfalls könnte eine Hecke die Anlage nachzeichnen.

Drei weitere Neubauten sind vorgesehen – Nachbildungen eines Vorratshauses, eines Gesindehauses und eines Grubenhauses. All dies wird finanziert mit Mitteln der Europäischen Union. Bopfingen kam nämlich beim Projekt LEADER zum Zuge. Bedingung ist aber: Die Arbeiten müssen bis Ende des Jahres 2020 erledigt sein.

Digitale Museumspädagogik

Die Vorhaben mit Landes- und Bundesgeld dürfen bis zum Jahre 2024 abgeschöpft werden. Damit sollen am Ipf Strom- und Datenkabel, Wasser- und Abwasserleitungen verlegt, Toiletten installiert und die Parkplatzsituation überarbeitet werden. Ein Kiosk sowie Grundlagen für digitale museumspädagogische Elemente, all das soll damit ebenso realisiert werden. Im Besucherzentrum soll die keltische Geschichte digital aufbereitet werden. "Augmented Reality" heißt das Zauberwort. Besucher können mit dem Handy durch die Anlage streifen und auf den Displays erscheinen Bilder, die keltisches Leben nachempfinden.

Gespiegelt werden soll das keltische Erbe am Ipf ganzjährig im Seelhaus oder im alten Spital im Herzen der Stadt. Ebenfalls mit digitalen Elementen.

Das ist eine riesige Chance, die weit über den Tag hinausreicht.

Dr. Gunter Bühler Bürgermeister

Von einer "riesigen Chance" für Bopfingen in Sachen Tourismus und Naherholung, spricht Bühler. Um die fachliche Konzeption der musealen Aufbereitung soll sich eine Experten-Arbeitsgruppe um Professor Dr. Rüdiger Krause kümmern. Ein Jahr könne dies dauern, im Seelhaus dann vielleicht im Jahr 2022 oder 2023 alles fertig sein.

Der Zeithorizont

Parallel dazu laufen die Planungen für die Freilichtanlage. 2021 soll diese vorliegen, am Ipf könne 2022 schon alles fertig sein, blickt Bühler nach vorne.

Neben Bopfingen haben auch das Erlebnisfeld Heidengraben und das Keltenmuseum Eberdingen-Hochdorf satte Landeszuschüsse erhalten, weshalb Bühler meint, es werde eine Arbeitsgruppe auf Landesebene geben. "Wir sind weiter, was bauliche Nachbildung betrifft, andere sind in der digitalen Präsentation weiter. Wir können voneinander lernen", sagt Bühler.

Gut sei, dass die Mittel bis 2024 gestreckt werden können, meint Bühler. "Niemand weiß, ob es wegen Corona vielleicht Dinge gibt, die wichtiger werden. Aber 370 500 Euro auf vier Jahre betrachtet sollten für Bopfingen schon machbar sein."

Das Video zur Pressekonferenz in Stuttgart gibt es im Internet unter https://www.ims-cms.net/pub/27320/Keltenkonzept/. Ab Minute 22 geht es um Bopfingen.

Ein Blick auf den Archäopark am Ipf aus der Vogelperspektive. Drei weitere Gebäudenachbildungen sollen noch in diesem Jahr hinzukommen.

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