Bopfingens Chancen und Potenziale

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Das Firmenareal Ledertec am Rande von Bopfingen wartet auf eine neue Verwendung.
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Dr. Markus Hilpert erläutert die Arbeits- und Wirtschaftsstruktur der Raumschaft Bopfingen und zeigt auf, wie sich die Kommunen im Ries für die Zukunft fit machen können.

Bopfingen

Die Raumschaft Bopfingen hat wirtschaftliche Chancen und Potenziale. Welche das sind, das hat Dr. Markus Hilpert von der Uni Augsburg im Kreistagsausschuss für Bildung und Finanzen erläutert. In seiner Analyse zur Arbeits- und Wirtschaftsstruktur spricht er von einer „schwierigen Situation“. Gleichzeitig aber zeigt er Wege in die Zukunft auf in einer Gegend, in der Firmen wie etwa Magna dichtgemacht haben, aber mit großen Gewerbeflächen und einer vergleichsweise hohen Kaufkraft.


Die Fakten: Hilpert definiert die Raumschaft. Zu der zählen die Stadt Bopfingen sowie die Gemeinden Kirchheim, Riesbürg und Unterschneidheim. Insgesamt stagniere dort die Bevölkerung; in Bopfingen sei sie sogar rückläufig. „Vor allem die junge Bevölkerung schrumpft“, stellt Hilpert fest. Die Zahl der Erwerbsfähigen in der Raumschaft gehe zurück; zudem gebe es vergleichsweise wenige Akademiker. Den Vergleich zieht der Privatdozent mit Kommunen wie Heubach, Lorch, Neresheim so-wie Dinkelsbühl und Nördlingen. Die Zahl der Akademiker liege an den vorhandenen Betrieben - den metallverarbeitenden Unternehmen.

„Bopfingen ist eher Wohnstandort als Arbeitsort“, stellt Hilpert weiter fest. Daher ist die Auspendlerquote höher als die der Einpendler. Er belegt die Aussage mit einer Zahl: „Jeder vierte pendelt nach Aalen.“ Dort sind die Arbeitsplätze. Ein Fakt für Bopfingen: Die Zahl der großen Betriebe nimmt ab - entgegen des landesweiten Trends. Dabei gibt es, laut Analyse, genügend Flächen für potenzielle Betriebe - im Vergleich sogar überdurchschnittlich viel Fläche.

Und noch eines merkt Hilpert an: Das vorhandene Gewerbe sei flächenintensiv. Die Folge ist laut Analytiker: Die Gewerbesteuereinnahmen pro Hektar sind unterdurchschnittlich - ebenso wie die Zahl der Betriebe pro Einwohner.


Das Potenzial: Als wirtschaftliches Rückgrat der Raumschaft nennt Markus Hilpert das verarbeitende Gewerbe, den Metall- und den Maschinenbau. Dabei verweist er auf überdurchschnittliche Löhne, auf eine hohe Kaufkraft aber auch auf die Gefahr, die ein Strukturwandel mit sich bringen kann.


Vier Szenarien: Wie geht es weiter in der Raumschaft. Auf diese Frage hat Hilpert vier Szenarien parat. Für in der Raumschaft kaum realisierbar hält er das High-Tech-Szenario, das Strukturwandel-Szenarion und das Trend-Szenario. Sein Favorit ist eindeutig das Low-Tech-Szenario, das zwar ein „weiter so“ besagt, doch Chancen in sich birgt.

Es gehe darum, die Betriebe vor Ort zukunftssicher zu machen, um dann zu einem späteren Zeitpunkt zum High-Tech-Szenario aufzuschließen. Dazu müsse man die Potenziale stärken. „Die bestehenden Betriebe upgraden, fit machen, an die Bedürfnisse des Marktes anpassen.“ Des Weiteren gelte es, auf die Impulse von außen zu reagieren und zu versuchen, neue Firmen anzusiedeln.


Der Weg in die Zukunft: Wie der geht? In drei Schritten, sagt Hilpert. Im ersten diskutiere man Chancenfelder. Ein solches Feld könnte ein Holzinnovationszentrum sein. Dann werden gemeinsame Ziele diskutiert. Wie? In Workshops oder mithilfe einer Unternehmensberatung. Im dritten Schritt schließlich soll ein „Upgrading-Konzept“ erarbeitet werden; in dem zum Beispiel Ansiedlungsoptionen geprüft werden oder ein regionaler Know-how-Transfer vorberaten werde.


Die Diskussion: Georg Ruf nimmt bei der Entwicklung der Raumschaft die Lage in den Fokus. Als Herausforderung beschreibt er die Landesgrenze zu Bayern. Es müsse gelingen, diese zu überwinden. Die bayerische Grenze sei das eine, die Erreichbarkeit über die B29 das andere. Damit fordert der CDU-Sprecher eine schnelle Linienfindung. „Wir müssen 2022 zu einem Ergebnis kommen.“

Dr. Carola Merk-Rudolph ist es wichtig, bei der Entwicklung auch die Bürger mitzunehmen. „Wir müssen transparent machen, wie die Entwicklungsprozesse gestaltet sind.“

Wie wichtig eine verkehrliche Anbindung des Raums an den Ostalbkreis ist, stellt Peter Traub (FW) heraus.

Landrat Dr. Joachim Bläse betont, dass mit der Analyse ein veritabler „Instrumentenkoffer“ geschaffen sei und, dass es unter anderem mit der Hochschule Aalen und der WiRo starke „Player“ gebe, auf die der Landkreis zählen könne.

Eingangs gab Andrea Hahn vom Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung Einblick in Fördermöglichkeiten aus „Töpfen“ wie LeaderPlus oder dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, kurz ELR.

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