Bopfingens Henkel-Chef geht in Ruhestand

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Michael Rudolph hat nun mehr Zeit und viel vor.
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Michael Rudolph freut sich bei digitaler Feier über Grüße aus aller Welt.

Bopfingen. Corona verändert alles. Digital statt Auge zu Auge, das gilt inzwischen auch für Betriebsverabschiedungen. Wie das Corona-konform eine würdige Feier werden kann, war bei der Verabschiedung von Dr. Michael Rudolph zu erleben. Der Chef von Henkel in Bopfingen ging Anfang 2021 in Ruhestand.

15. Dezember 2020. 9 Uhr morgens in den USA, 15 Uhr in Europa und 22 Uhr in Shanghai: 40 enge Kollegen haben sich eingewählt – aus den USA und Mexiko, aus vielen Standorten in Europa, bis hin nach Dubai und Shanghai. Verkaufsleiter, Marketingleute, und der Welt-Chef, ein Inder, der aus Shanghai heraus arbeitet, wollten dabei sein um "ihrem" Michael alles Gute zu wünschen. Dazu hatten sich alle über die Software MS-Teams eingewählt und den gleichen Bildschirmhintergrund verwandt: "Henkel, Dorus, Good-bye Michael" stand drauf. "Die Veranstaltung dauerte gut eine Stunde und bot ein straffes Überraschungsprogramm für mich. Moderiert hat ein Kollege aus dem Homeoffice in NRW", sagt Michael Rudolph. Die Laudatio auf ihn sei auf sehr viele Ex-Kollegen verteilt worden. Markante Erinnerungen, gemeinsame Erfolge, aber auch Beispiele, wie Rudolph als Chef und Kollege gewirkt hat, waren zu hören. Allgemeiner Tenor: authentisch, voll für Geschäft und Team engagiert, erfolgreich.

"Ein Kollege hat seine Videoansprache live aus dem Züricher Zoo gehalten. Er hat im Elefantenhaus mit seiner Familie seinen Geburtstag gefeiert", lacht Rudolph. Der Klebstoff für die frei schwebende, riesige Dachkonstruktion im Elefantenhaus dort wurde mit Henkel-Klebstoff hergestellt, wie er in der Schweiz entwickelt und heute in Bopfingen produziert wird.

Über Geschenke aus aller Welt durfte Rudolph sich freuen, darunter selbst geschlagenes Brennholz aus dem Raum Bopfingen, Sneaker aus dem Schuh-Innovationszentrum Henkel in Asien oder ein Abschiedsbuch mit persönlichen Einträgen.

"Vielen Dank allen", sagt Rudolph. Emotional wurde es am Schluss, als "Time to say good-bye" von Andrea Bocelli & Sarah Brightman erklang. "Ein grandioses Lied", meint Rudolph.

Stabübergabe bei Henkel

16. Dezember 2020. Ebenfalls per Video-Konferenz lief bei Henkel in Bopfingen die Staffelübergabe an Michael Roling, dem Nachfolger als Standortleiter (die SchwäPo berichtete). Auch hierzu hatten sich 100 Mitarbeiter eingewählt. "Beide Veranstaltungen waren technisch ein runder Erfolg, auch weil Theresia Rathgeb als Assistenz der Leitung alles perfekt vorbereitet hatte", bedankt sich Rudolph.

Michael Rudolphs Vita

Rudolph ist 61 Jahre alt und promovierter Wirtschaftswissenschaftler. Er leitete 24 Jahre lang den Henkel-Standort Bopfingen. Im Herbst 1996, ein Jahr nach dem Kauf, kam er von Henkel Düsseldorf an den Ipf. Zuvor war er acht Jahre in Leitungsfunktionen in Verkauf und Marketing bei Henkel in Düsseldorf tätig.

In Bopfingen war Rudolph Geschäftsführer und Standortleiter im Betrieb mit 200 Mitarbeitern. Zudem leitete er 20 Jahre lang die Geschäftseinheit Klebstoffe für Möbel und Bauelemente Europa. Hierzu führte er ein Team mit 100 Leuten, davon 50 verteilt auf ganz Europa. Fünf Jahre lang leitete Rudolph zudem das weltweite Marketing für drei Henkel-Geschäftseinheiten mit einem Team von 20 Beschäftigten weltweit.

In seiner Bopfinger Zeit wurden die Firmen Citax, Heidenau, DORUS, Bopfingen und Purbond, Erlingsbach/CH) in die Henkel-Gruppe integriert. In 24 Jahren erlebte Rudolph über 50 Millionen Euro Investitionen in den Standort Bopfingen. Größter Meilenstein war die "Europlant" für Schmelzklebstoffe 1999, inzwischen die weltweit größte Fabrik für granulierte Schmelzklebstoffe bei Henkel. Durch Internationalisierung konnten der Umsatz vervierfacht und die Profitabilität deutlich gesteigert werden. "Wir sind heute kerngesund", freut sich Rudolph.

Was er nun vorhat? "Es sind zwar einige neue berufliche Ideen in Vorbereitung, aber künftig werde ich endlich eine gute ‘Work-Life-Balance' sicherstellen. Das Wort Rentner geht mir noch nicht über die Lippen", lacht er. "Ich werde weiter viel in meine Fitness investieren und habe fest einige Trail-runs in Europa geplant, und natürlich auch den Ipf-Ries-Halbmarathon, den es hoffentlich 2021 wieder geben wird. Und, sobald es wieder möglich ist, stehen viele Urlaubsreisen innerhalb und außerhalb Europas an – diese dann aber nicht virtuell", lacht Rudolph am Ende.

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