Corona: Ostalb-Kliniken bereits wieder am Anschlag

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Das Kreisimpfzentrum in Aalen während der Pandemie 2020/2021.
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Landrat Dr. Joachim Bläse und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler informieren über die Pandemielage.

Bopfingen. Corona ist noch lange nicht vorbei. Das haben Landrat Dr. Joachim Bläse und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler am Donnerstagabend im Gemeinderat unterstrichen. Der Landrat war zu Gast in der Stauferhalle, um ein jüngst im Kreistag präsentiertes Strukturgutachten über den Raum Bopfingen vorzustellen (wir haben darüber berichtet).

Zur Coronalage in Bopfingen sagte Bürgermeister Dr. Bühler, dass die Zahlen am Ipf vergleichsweise hoch seien. Es lasse sich aber kein besonderes Ereignis ausmachen, das die Zahlen nach oben getrieben habe. Das Infektionsgeschehen sei diffus. Die Häufung werde derzeit bei einigen Familien festgestellt, in denen es bis zu fünf Fälle gleichzeitig gebe.

In Bopfingen seien zwei positive Fälle an Kitas registriert. Eine Arztpraxis habe kurzzeitig schließen müssen, weil sich eine ungeimpfte Arzthelferin mit Corona infiziert hätte. „Und dann noch der Brand bei der Praxis Dr. Riethe, das hat die medizinische Versorgungslage in Bopfingen ganz schön angespannt“, sagte Bühler.

Der Bürgermeister vermutet, dass Bopfingen bei der Impfquote unter dem Schnitt des Ostalbkreises liegt, dass sich hier weniger Menschen impfen ließen, die Bedenken größer seien. Belegen kann er dies nicht, denn genaue Zahlen über diese Quoten liegen dem Rathaus nicht vor. Nur diese: Die Quote der doppelt Geimpften liege in Baden-Württemberg bei 62,1 Prozent und im Ostalbkreis ebenfalls bei 62,1 Prozent.

Wird die Zahl der Personen zugrundegelegt, die zumindest einmal geimpft sind, ergibt sich auf Landesebene eine Quote von 64 Prozent und für den Ostalbkreis von 64,7 Prozent. „Diese Impfquoten werden nur für den gesamten Landkreis ausgewiesen, nicht für die einzelnen Kommunen“, sagte Bühler.

Pop-up-Impfung ein voller Erfolg

Bei aller Sorge, freut sich der Bürgermeister aber darüber, dass sich bei der jüngsten Pop-up-Impfung auf dem Ipf-Treff-Parkplatz insgesamt 128 Menschen haben impfen lassen. Darunter seien 20 Schüler gewesen, die dies mit einem Einwilligungsschreiben der Eltern taten.

„Wir werden diese sehr erfolgreiche Aktion gerne wiederholen, und zwar am 17. November“, kündigte Bühler an.

Appell des Landrats

„Vielen Dank dafür“, sagte Landrat Dr. Bläse. Niederschwellige Impfangebote seien ein guter Weg. Die Pandemie sei flächendeckend im Landkreis virulent, überall gebe es Fälle, überall flamme das Infektionsgeschehen immer wieder neu auf. „Impfen ist die einzige Lösung, die wir im Moment haben, denn wir stoßen zunehmend an unsere Grenzen auch bei der Landkreisverwaltung“, sagte der Landrat. „Die Kliniken laufen im Moment schneller voll, als es gut ist, denn wir müssen landesweit auch Patienten aufnehmen, für die an anderen Orten die Betten fehlen“, sagte Bläse. An den Kliniken sei man „inzwischen schon wieder am Anschlag“. Geplante Eingriffe müssten aktuell verschoben werden, was schlecht sei für die Betroffenen, „denn die Patienten kommen ja nicht, weil es ihnen gut geht“, sagt der Landrat.

Jeder, der sich nicht impfen lasse, der müsse sich im Klaren darüber sein, dass dies Auswirkungen auf die Solidargemeinschaft insgesamt hat. Impfen sei im Moment der einzige Weg, die Krise zu meistern, betonte der Landrat. Martin Simon

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