Das Spielwarengeschäft mit dem Kuckuck

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Friedrich Kitzsteiner steht in seinem Modellbaumuseum am Bopfinger Marktplatz. In seiner Hand hält er eine der ersten Drohnen.
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Überm Laden gibt es jetzt eine Modellwerft.

Bopfingen. Immer wenn der Kuckuck ruft, geht Friedrich Kitzsteiner das Herz auf. Der Kuckuckruf wird ausgelöst, wenn die Tür seines kleines Spielwarengeschäfts am Marktplatz in Bopfingen geöffnet wird. Es gibt Tage, da ruft der Kuckuck kein einziges Mal. Davon lässt sich der 63-Jährige aber nicht herunterziehen. Dann bleibt ihm an diesen Tagen mehr Zeit für seine Modelle.
 
Kitzsteiner ist leidenschaftlicher Modellbauer. Mehr als 1000 Modelle hat er schon gebaut, vorwiegend Segelflieger, gerne aber auch Hubschrauber, Boote und Autos. In den zwei Etagen über seinem Spielwarengeschäft namens Spielkit hat er ein Modellbau-Museum und eben sein neuestes Projekt, die Modellbauwerft, untergebracht.
Nach telefonischer Voranmeldung führt Kitzsteiner an filigranen Booten, Hubschraubern, an einer kleinen Eisenbahnwelt und unzähligen Fliegern vorbei. Wer tiefer ins Thema eintauchen möchte, dem zeigt der studierte Feinmechaniker unter dem Dach seines altes Hauses, wie er Flügel baut, Schiffsrümpfe kreiert oder ein einfahrbares Fahrwerk konstruiert. Alles kostenlos. Kitzsteiner ist Überzeugungstäter. Als Vorsitzender der Modellsegelfluggruppe Ipf steht er fast täglich auf dem Ipf und probiert seine Modelle aus.
 

Gläserne Restaurierungswerkstatt

Die Idee mit der Werft kam ihm bei einem Besuch des Deutschen Museums in Schleißheim. Dort gibt es eine Flugwerft. In einer gläsernen Restaurierungswerkstatt kann man sehen, wie Flugzeuge instand gesetzt werden. Das wollte Kitzsteiner auch anbieten, nur eben in einem anderen Maßstab. Den Corona-Lockdown hat er deshalb genutzt, um seinen Dachboden erst auszumisten und dann auszubauen. Jetzt ist dort seine Modellbauwerft untergebracht.

 
Wer ihm über die Schulter schauen möchte, kann einfach anrufen und einen Termin machen. Kitzsteiner ist unter der Telefonnummer 07362-5890 zu erreichen. Wer Probleme mit seinem eigenen Modell hat, kann bei ihm auch Rat einholen. Das kostet allerdings zehn Euro. Dafür gibt Kitzsteiner seine Expertise ab. Sollte es zur Reparatur kommen, werden die zehn Euro verrechnet. Oft genug gab er Ratschläge und der Kunde ward danach nicht mehr zu sehen. „Verschenken kann ich nichts“, sagt der Bopfinger. Das stimmt nicht ganz. Seine Liebe für den Modellbau gibt er kostenlos weiter. Auch wenn nur der Kuckuck ruft und nicht die Kasse klingelt.

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