Der Ipf als Streitobjekt

  • Weitere
    schließen
+
Roland Hersacher stellt sein neues Buch vor

Roland Hersacher schreibt ein Buch zum historischen Streit um den markanten Bopfinger Hausberg.

Bopfingen. Roland Hersacher ist in Bopfingen geboren und somit fest mit seiner Heimat verbandelt. Der Bopfinger ist ein großer Fan der Ipfmesse und zeigt auch darüber hinaus ein großes Interesse an der Heimatgeschichte seiner Stadt. Nun hat sich Hersacher einen großen Wunsch erfüllt und ein Buch über den Ipf und Ipfmesse geschrieben.

Der Titel seines neuen Buches verspricht schon einiges an interessanten Begebenheiten rund um den berühmten Zeugenberg. Das Buch „Historischer Streit um den Ipf“ ist nicht nur ein aneinanderreihen von Daten und Fakten, sondern beleuchtet den bekannten und langen historischen Streit um den Ipf aus einer ganz besonderen Sicht.

Rund ums Ipfplateau

Roland Hersacher war Vermessungstechniker beim Staatlichen Vermessungsamt in Aalen. Als solches hat ihn auch die Geschichte der Landesvermessung des Königreiches Württemberg am Anfang des 19. Jahrhunderts interessiert. Darin spielt der Ipf, aber vor allem das Ipfplateau eine ganz zentrale Rolle in seinem neuen Buch. „Die Geschichte und das Leben hier in Bopfingen haben mich und meine Familie schon immer begeistert. Die langen, familiären Verbindungen zu Bopfingen waren und sind Motivation, sich für die Heimatgeschichte zu interessieren“, sagt Hersacher. Eine Fußnote n der Geschichte Bopfingens hat es dem Buchautor dabei besonders angetan. „Ich freue mich, dass ich die Unterlagen für diesen historischen Streit um den Ipf in den Archiven ausfindig machen konnte und somit zur Aufarbeitung eines Details zur Geschichte von Bopfingen beitragen konnte“, so Roland Hersacher. Besonders seine beruflichen Kenntnisse der Geschichte der württembergischen Landesvermessung waren Hersacher hier sehr hilfreich.

Gefühlt gehört der Ipf schon immer zu einem Teil den Oberdorfern und zum anderen den Bopfingern. Auch die Ipfmesse, die seit ihrer Genehmigung durch König Friedrich I. Von Württemberg seit 1810 immer auf dem Ipf-Plateau gefeiert wurde, gehörte eigentlich schon immer zu den Veranstaltungshöhepunkten in der Region. „Das Plateau, auf dem die Ipfmesse gefeiert wurde, gehörte damals gänzlich zu Bopfingen. Das schmeckte den Oberdorfern vermutlich nicht“, meint Hersacher. Im Zuge der großen württembergischen Landesvermessung von 1818 bis 1840 kam es zu einer gravierenden Änderung. Proteste von Seiten der Oberdorfer, führten 1829 zu einer Änderung der Markungsgrenzen auf dem Ipf. Nun gehörte die Hälfte des Plateaus auch den Oberdorfern. Dies führte dazu, dass die Bopfinger die Ipfmesse kurzerhand vom Ipf-Plateau runter auf den Sechtawasen verlegten. Leider gibt es zu diesem Vorgang keinerlei Fakten und Unterlagen, die Licht in den Grund der Verlegung der Ipfmesse bringen könnten. „Die mussten damals ein Stillschweigeabkommen abgeschlossen haben, denn wir finden tatsächlich keine Zeile in unseren Archiven dazu. Nur von einem ominösen Sturm ist da die Rede, der scheinbar zur Verlegung der Ipfmesse auf den Sechtaplatz geführt hat. Ich persönlich glaube aber, dass dies nur ein Vorwand war“, so Bürgermeister Gunter Bühler.

Für den Autor taten sich viele Fragen dazu auf. Wurde der Streit zwischen der Stadt Bopfingen und der Gemeinde Oberdorf um den Ipf erst durch die württembergische Landesvermessung ausgelöst oder war er schon vorher bei einem Gericht oder sonstigen Institution bereits anhängig? „Genau diesen Fragen trieben mich um und ich wollte hierzu historische Unterlagen finden“, so Hersacher. So viel sei schon mal verraten: Es ist dem Landesvermesser und Buchautor gelungen, viele neue Details des historischen Streits zurück ans Tageslicht zu holen.

Im Buch selbst versucht Hersacher in mehreren Kapiteln, die Ursache und Wirkung des Streits zu erklären. „Im letzten Kapitel wird dann der ganze Streit zwischen der früheren Reichsstadt und der Gemeinde Oberdorf um den Ipf und den Markungsgrenzen eingehend dokumentiert und mit Grafiken an Hand von alten Karten der Landesvermessung näher erläutert. Mehr möchte ich jetzt an dieser Stelle aber nicht verraten“, sagt Hersacher. Die Idee, einen historischen Streit mit dem Hintergrund einer Landesvermessung in Verbindung zu bringen, mag auf den ersten Blick nicht sonderlich spannend erscheinen. Der Autor versteht es aber die ansonsten sehr trockene, wissenschaftliche Materie in einen unterhaltsamen Kontext zu bringen. Und somit wird das Buch zu einem interessanten und unterhaltsamen Werk über ein ganz spezielles Stück Bopfinger Geschichte.

Das Buch „Historischer Streit um den Ipf“ ist für 21,50 Euro erhältlich im Rathaus von Bopfingen, dem TUI-Reisebüro Linz Tourist-Info, dem Handelsregal oder direkt bei Roland Hersacher, Tel. 07362-3144

Zurück zur Übersicht: Stadt Bopfingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL