Die Lust auf Rock'n' Roll flammt auf

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Laith Al-Deen
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Laith Al-Deen spielt am Sonntag, 22. August in Bopfingens Stadtgarten. Im Interview mit der Schwäbischen Post spricht er über Musik, die Pandemie und die Playlist seiner Kinder.

Bopfingen. Laith Al-Deen spielt am Sonntag im Bopfinger Stadtgarten. Der Mann gilt als einer der Pioniere des Deutsch-Pop. Der Sänger von Hits wie „Bilder von Dir“, „Dein Lied“ oder „Keine Wie Du“ prägte von Anfang an maßgeblich das Genre. Dabei verkaufte Al-Deen Millionen Tonträger und erntete Goldene Schallplatten sowie Top Chart-Platzierungen. Seine aktuelle Platte von 2020 heißt „Kein Tag umsonst“. Stücke aus dieser hat er natürlich auch im Gepäck bei seinem Gastspiel in Bopfingen, wie er im Gespräch mit der Schwäbischen Post berichtet.

Laith Al-Deen, wie geht es dir und wo erreiche ich dich gerade?

Oh, mir geht es ja so schlecht (lacht). Ich blicke auf die Nordsee und bin gefangen in einem Wellness-Hotel. Quatsch. Großartig geht es mir. Ich bin in Föhr und wir haben hier mit Wingenfelder (Fury in the Slaughterhouse Anm. d. Red.) und Stefan Gwilldis ein Konzert gespielt. War fantastisch.

Endlich wieder Konzerte, oder?

Ja, es ist großartig, dass man wieder auf die Bühne kann.

Wen bringst du denn mit nach Bopfingen, das große Besteck?

Nein, nicht ganz. So wie es aussieht, kommen wir zu dritt. Momentan ist alles ein wenig anders. Weil durch Corona so viele Konzerte ausgefallen sind, wird jetzt vieles nachgeholt. Musiker sind beschäftigt. Zum Glück. Das führt aber dazu, dass wir bisher alles hatten, Auftritte zu sechst, Auftritte als Acustic-Set oder Auftritte zu zweit.

Wie ist das für dich?

Spannend. Auf der einen Seite ist es großartig zu erleben, was da für Energie entstehen kann, auf der anderen Seite ist es aber auch ein wenig seltsam, wenn es mal nicht so harmonisch läuft.

Corona ist noch nicht vorbei. Wie bist du bislang durch die Pandemie gekommen?

Was mich gerettet hat, war Homeschooling. Meine Frau hat drei Kinder in die Ehe gebracht und im Lockdown hat mich der Alltag einfach mitgenommen. Die tägliche Routine einfach.

Mancher deiner Kollegen war fleißig, hat im Keller ein Album produziert...

„Kein Tag umsonst“ kam 2020 raus, mitten in der Pandemie. Aber im Lockdown war ich gar nicht fleißig. Ich war einfach beinahe lethargisch, was Musik angeht, aber ich spüre, wie die Rock'n'Roll-Lust wieder in mir aufflammt.

Du singst nach wie vor auf Deutsch.

Ja, und das bleibt auch so, weil es für mich keine Sprache gibt, in der ich besser Botschaften zwischen den Zeilen verbreiten kann. Ich bin zwar mit beiden Sprachen aufgewachsen, deutsch und englisch, aber ich bleibe bei deutsch. Zudem, der Austausch mit dem Publikum ist einfach viel intensiver. das möchte ich auf keinen Fall missen.

Was halten denn deine Kinder von deiner Musik?

(Er lacht). Ach, das geht von langweilig bis na ja geht schon. Es gibt auch Kritik, aber dadurch erfahre ich immer wieder neue Aspekte und das ist gut. Bei meinem Ältesten bin ich aber immerhin noch mit zwei Titeln in der Playlist (lacht wieder).

Playlists. In Zeiten von Spotify hören Jugendliche anders Musik.

Ja, aber es bleibt dabei, auch diese Generation findet Lieder, die sie bis ans Ende ihrer Welt begleiten werden. Die Art des Konsums hat sich eben verändert. Es freut mich aber, dass die Jugend viel alte Musik hört, die Beatles zum Beispiel. Aber eben nicht nur. Der Zugang zu Musik ist heute viel leichter geworden, aber die Verbundenheit bleibt.

Welche Musik hörst du privat?

Ach, so viel Musik höre ich gar nicht mehr. Ich schau schon, was die Kollegen so machen, ja. Ich habe immer am meisten Musik im Auto gehört, aber seit zwei, drei Jahren bin ich langstreckenmäßig gar nicht mehr so viel alleine unterwegs. Heavy Metal, ja, aber auf der Autobahn hilft dir das auch nicht immer (lacht). Am liebsten höre ich altes Zeug, ich stecke da in so einer Art Zeitschleife (lacht), hab die CDs im Auto, Rock-Scheiben, das John Mayall-Live-Album und immer eine Sade-Platte.

Du kommst aus Mannheim, warst du schon mal in unserer Gegend?

Ja, aber nicht intensiv. Ich habe viel mehr Fans im Norden Deutschlands, was komisch ist für einen 'Monnemr Jong'. Ich muss zugeben, in Bopfingen war ich noch nie, aber wie ich gehört habe, muss man dort unbedingt den Ipf erklimmen.

Ein mystischer Berg....

Na dann auf jeden Fall. Und abends hoffen wir, dass viele viele Leute in den Stadtgarten kommen werden und reichlich Spaß mitbringen. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf Bopfingen und auf den Ipf natürlich auch.

  • Laith Al-Deen - hier gibt es Tickets
  • Laith Al-Deen spielt am Sonntag, 22. August, ab 20 Uhr im Bopfinger Stadtgarten openair in einer Dreier-Besetzung. Tickets zum Preis von 35 Euro gibt es im Vorverkauf online unter www.events-am-ipf.de, an der Rathauspforte und in der Tourist-Info in Bopfingen. An der Abendkasse werden 39 Euro fällig. Es gelten die Drei-G-Regeln. Die Maske kann dann am Sitzplatz abgenommen werden.

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