Diese Gitarrenklänge verzaubern und entzücken

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Der Organisator der Gitarrennacht Peter Finger
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Bei der zweiten internationalen Gitarrennacht zeigen drei Musiker und eine Musikerin von zwei Kontinenten Extraklasse.

Bopfingen

Trotz „Black Friday“ leuchtete die Bopfinger Schranne im alten Rathaus musikalisch auf: Wie eine vorbeiziehende Sternschnuppe war die Internationale Gitarren Nacht. Bereits zum zweiten Mal waren Gitarristen aus verschiedenen Kontinenten in Bopfingen zu Gast.

Den Auftakt machte der walisische Gitarrist, Arrangeur und Komponist Dylan Fowler. Eigentlich in Tripolis geboren, kam er als Dreijähriger nach Wales. Die Musik dort hat ihn fasziniert und das hört man deutlich. Sehr passend zu Bopfingen begann er mit seiner keltisch geprägten Musik.

„Eigentlich ist es ein Stück für die traditionelle Harfe,“ erklärte er und vor dem geistigen Auge der Zuhörenden baute sich eine Autofahrt entlang der walisischen Küste auf. Unterhalb der Klippen braust das Wasser gegen die Felsen, die Sonne scheint und die Straße zieht sich wie ein graues Band durch die grüne Landschaft. Langsam ziehen Wolken heran, es beginnt zu regnen, Sturm tobt und lässt das Wasser bis an die Kante der Klippe auffliegen. Aber, wie in Wales üblich beruhigt sich das Wetter sehr schnell wieder und es geht entspannt weiter.

Mit Aki Sasaki kam ein japanischer Virtuose nach Bopfingen. Bei seinen Stücken ließ sich seine Heimat nicht verleugnen. Der Leo Kottke Japans offenbarte im Finger-Picking-Stil eine beeindruckende und spektakuläre Virtuosität. Sasaki entlockte der Gitarre die Wucht einer Taiko, einer japanischen Trommel.

Einen Gang herunter schaltete die Niederländerin Nathasia van Rosse. Als ausgebildete klassische Gitarristin nutzte sie den Auftritt zum Andenken an Luise Walker, die bedeutendste österreichische Gitarristen des vergangenen Jahrtausends. Van Rosse ließ ihre Finger über die Saiten tanzen wie Bienen bei ihrem Schwänzeltanz. Dabei bearbeitet sie die Saiten mit der Anmut einer Goldschmiedin beim Fassen eines Brillanten in die Königskrone.

Organisator Peter Finger ging als vierter auf die Bühne. Seine Stücke haben die Aufbruchstimmung der Düsseldorfer Band „Kraftwerk“. Unwillkürlich möchte man eine Flasche Wein kaufen, um sich anschließend gemütlich in den Sessel zu setzen und eine Dokumentation über die Unendlichkeiten Kanadas oder Amerikas anzusehen.

Zum Abschluss des Abends kamen alle vier gemeinsam auf die Bühne und spielten mit geballter Power Gitarrenmusik zum Dahinschmelzen.

Mit „Albatros“ von Fleetwood Mac ließen die Vier den Abend wie einen späten Sonnenuntergang, an einem norwegischen Fjord, ausklingen. Die angenehm gefüllte Schranne, die nur mit strengen Kontrollen betreten werden konnte, danke es den Künstlern.

Die meisten der Anwesenden bedankten sich bei Bopfingens Kulturreferentin Victoria Schrödersecker, die dieses Ereignis möglich gemacht hatte. Sie erlebten ein Event zur wunderbaren Entspannung in dem immer stressig werdenden Alltag mit täglich neuen Auflagen und Beschränkungen.

So ist Bopfingen, wie bereits 2020, die letzte kulturelle Insel, bevor das Corona-Meer wieder alles überschwemmt.

Asiatischer Flair Aki Sasaki
Der walische Ausnahmemusiker Dylan Fowler
Die geballte Ladung: v.l. Dylan Fowler; Peter Finger; Nathasja van Rosse; Aki Sasaki
Die Niederländerin Nathasja van Rosse

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