Dr Mottes Mission: „Rave the Planet“

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„Live-Auftritte, die haben mir gefehlt“, sagt Dr. Motte und freut sich nun besonders auf sein Gastspiel in Bopfingen.
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Dr. Motte ist Stargast am 7. Mai beim „Fuchs-und-Hase-Festival“ auf dem Bopfinger Sandberg. Im Interview spricht der Erfinder der Love-Parade über Liveauftritte und sein neues Projekt.

Bopfingen

Der Mann ist eine lebende Legende in der Techno-Szene: Dr. Motte. Am Samstag, 7. Mai, ist er der Headliner beim „Fuchs-und-Hase-Festival“ auf dem Bopfinger Sandberg. Wir haben mit dem Miterfinder der Loveparade gesprochen.

Dr Motte, wie geht es so nach ätzenden Jahren Corona-Pandemie?

Ach je, Corona, es ist eben, wie es ist. Ich bin geimpft, aber es hat mich trotzdem erwischt. Eine Woche war ich krank, war ne‘ interessante Erfahrung, aber inzwischen geht es mir wieder gut.

Prima, denn du kommst ja bald mal wieder nach Bopfingen.

Ja, das wird schön, darauf freue ich mich sehr. Live, das hat mir gefehlt. Ich war lange nicht mehr in diesem, meinem gewohnten Umfeld, hab da schon ein bisschen ein Entlernen an mir entdeckt. Zeit, wieder rein zu finden. Wird ein schöner Abend in Bopfingen.

Bringst du neue Tracks mit, warst du kreativ in der Pandemie?

Ich habe einiges gemacht. Colaborations beispielsweise mit Tom Wax (Trip to Venus) oder mit Eric Sneo (We are here) und wir haben damit fleißig Downloads gesammelt, über eine Million by Spotify. Vielen Dank dafür an beide. Und wir haben noch manches in der Pipeline.

In der Pipeline hast du auch ein besonderes Projekt. Die „Rave the Planet Parade 2022“ unter dem Motto „Together Again“. Damit bringst du am 9. Juli 2022 quasi die Loveparade zurück nach Berlin?

Das ist eine Herzenssache für mich. Die Pandemie hat die Versammlungsregeln verändert. „Rave the Planet“ ist daher eine Demonstration. Die Stadt verlangt Wortbeiträge, wir werden Redner haben, aber unsere Sprache bleibt die Musik.

Worum geht es bei Rave the Planet?

Es geht darum, die Anerkennung und den Erhalt der elektronischen Musik- und Clubkultur als kulturelle Leistung anzuerkennen. 'Rave the Planet' ist eine gGmbH, eine gemeinnützige Organisation. Wir widmen uns allgemein dem Spirit und der Kultur der elektronischen Tanzmusik. Wir wollen einen nachhaltigen, positiven Beitrag für die Technokultur leisten. Wir sensibilisieren, fördern Offenheit und vernetzen Kulturschaffende, damit elektronische Musikkultur sich weiter entfalten kann. Techno soll als Kulturform anerkannt werden. Die Berliner Technokultur, mit ihren Besonderheiten, soll als immaterielles Kulturerbe unter dem Schutz der UNESCO stehen. So werden Clubs und weitere Spielstätten bewahrt und die Kulturschaffenden unterstützt, so dass die Kultur erhalten bleibt und sich weiterentwickeln kann.

Euer Blick reicht international.

Ja, mit dieser großen Parade in Berlin möchten wir die Tradition der Loveparade, als jährlichen Feiertag der elektronischen Musikkultur, fortführen. Kulturschaffende weltweit sollen am gleichen Tag weitere Paraden organisieren die ganze Welt friedlich miteinander tanzen.

Stichwort tanzen: Ihr wollt in Deutschland die Tanzverbote abschaffen?

Das ist eines unserer Anliegen. Die Gesetze, die Tanzverbot an manchen Feiertagen verlangen, sind sehr alt und ich meine, sie diskriminieren auch andere Religionsgemeinschaften. Wir meinen, Tanzverbote sind nicht mehr zeitgemäß.

Wie laufen die Vorbereitungen zu Rave the planet?

Wir sind mittendrin. Wir tun, was getan werden muss, arbeiten viel. Wir wollen das Bestmögliche schaffen. Das Feedback ist bislang gigantisch. Bis 30. April noch läuft die Bewerbungsphase, 20 Techno-Trucks nehmen maximal teil. Vielleicht kommen ja tatsächlich mehr als 60.000 Menschen, aber eigentlich habe ich keine Ultra-Erwartungen, wir schauen einfach mal.

Viel Musik wird es geben, von dir aber auch von jungen Techno-Künstlern. Was sagt der Altmeister eigentlich zum Nachwuchs in der Riege?

Nachwuchs ist wichtig und gut. Ich liebe neue Musik und unterstütze den Nachwuchs gerne. Ich sage ihnen immer, tut, was ihr liebt, und liebt, was ihr tut, dann wird es gut.

Zum Abschluss noch ein Wort zum Krieg in der Ukraine.

Jeder Krieg ist illegal, ganz egal, wo auf dem Planeten. Die Mehrheit der Menschen will in Frieden leben, eine Minderheit, die das nicht will, regiert uns leider. Der Krieg ist eine Katastrophe, Menschen verlieren alles. Positiv ist nur die große Hilfsbereitschaft, die ich in Deutschland sehe. Wir widmen 'Rave the Planet' auch den vielen Flüchtlingen.

Rave the Planet Wer das Projekt unterstützen will, kann dies mit einer Spende. Info unter https://www.ravetheplanet.com/spendenshop/

Unsere Sprache bleibt die Musik.“

Dr. Motte, Kult-Raver und Loveparade-Erfinder

Fuchs-und-Hase-Festival am 7. Mai in Bopfingen

Das Fuchs-und-Hase-Festival steigt am Samstag, 7. Mai auf dem Bopfinger Sandberg, auf dem Flugplatzgelände. Die Party läuft von 21 Uhr bis 3 Uhr früh. Einlass ist ab 18 Jahren.

Im „Techno-Hangar“ machen Dr. Motte, das Orbit-Team um Veranstalter Rainer Mayer, FL_KER und Fabian Ferox Musik, auf dem Party-Floor sorgen das CRA-Team, Spinplex und Raff Motorix für die Beats. Zudem gibt es eine Lasershow von Lasergames.

Alle Floors sind beheizt, das Festival steigt bei jedem Wetter. Es gibt Techno und Elektro, EDM und Party Hits der aktuellen Charts.

Tickets kosten 14.90 Euro und gibt es unter https://www.eventbrite.de/e/fuchs-hase-festival-tickets-318349260207. mas

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