Eichenstamm geht für 11 500 Euro weg

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Landrat Dr. Joachim Bläse gibt das Ergebnis der Wert- und Stammholzsubmission bekannt. Warum heuer verstärkt Firmen und Schreiner aus der Region zum Zuge kamen.

Bopfingen

Seit 26 Jahren werden auf dem Bopfinger Submissionsplatz alljährlich wertvolle Stämme angeboten. In diesem Jahr war es etwas anders. Durch Corona sind einige namhafte Kunden, vor allem aus Polen und Frankreich ausgeblieben. So haben regionale Schreiner und Möbelhersteller die Chance genutzt und seltene sowie begehrte Hölzer erwerben können.

Die Waldbesitzer und Anbieter sind mit dem Ergebnis hochzufrieden.

Landrat Dr. Joachim Bläse ließ es sich nehmen, bei minus sieben Grad das Ergebnis der Wert- und Stammholzsubmission zu verkünden. "Endlich mal raus und nichts mit Corona", scherzte er.

"Die Submission ist eine wichtige Plattform für Käufer und Verkäufer", sagte Landrat Dr. Bläse. Gerade viele kleine Waldbesitzer brauchen sie. Er gestand, selbst einen kleinen Wald zu besitzen. "Doch an diese Stämme kommen wir nicht ran", sagte der Landrat beim Blick auf die bis zu 1,13 Meter dicken Stämme.

Das Holz wurde von 24 Forstbetrieben angeliefert. 1328 Stämme wurden zum Submissionsplatz gebracht, das entspricht 2318 Festmetern Holz. Von 68 Kunden wurden Gebote abgegeben, aber nur an 60 Kunden konnte ein Zuschlag erteilt werden. Insgesamt wurden 8441 Einzelangebote abgegeben. Für 278 Lose wurden 10 und mehr Angebote abgegeben, vier Lose erhielten sogar 20 und mehr Gebote.

Obwohl das Angebot gegenüber dem Vorjahr um 570 Festmeter weniger war, konnte fast der Durchschnittserlös des Vorjahres erreicht werden. 463 Euro brachte ein Festmeter in diesem Jahr im Durchschnitt.

Die Submission ist eine wichtige Plattform.

Dr. Joachim Bläse Landrat

Die Hauptbaumart war die Eiche, die im Durchschnitt 547 Euro pro Festmeter brachte. Eschen, Lärchen und Douglasien konnten bei dieser Submission preislich zulegen.

Das höchste Angebot erhielt ein geriegelter Bergahorn aus dem Stiftungswald in Nördlingen mit 3620 Euro. Dieser wurde von einer Hamburger Firma erworben, die ihn zum Innenausbau von Schiffen und Jachten sowie zum Instrumentenbau verwendet.

Der teuerste Stamm war auch der Dickste, diesen hat ein Furnierwerk aus Hafenlohr am Main erworben. 1569 Euro pro Festmeter wurden dafür geboten, so kommt der gesamte Stamm auf 11 500 Euro. Der Eichenstamm kommt aus einem Privatwald der Waldbesitzervereinigung Region Augsburg und stand in der Nähe von Harburg. Einige tausend Quadratmeter hochwertiges Furnier für den Innenausbau oder für Möbel werden daraus entstehen.

Die Submission war eine Gemeinschaftsaktion von Forst BW und der Fürstlichen Forstverwaltung Wallerstein. Die Stämme, die Forst BW anlieferte, wurden durch die Auszubildenden gefällt. Wegen der Schneefälle mussten die Stämme dreimal abgekehrt werden, damit die Kunden sie genau unter die Lupe nehmen konnten.

"Leider müssen wir die jährlichen Führungen in diesem Jahr ausfallen lassen," bemerkte Deuschel. Forstdezernent Johannes Reck meint aufgrund der relativ wenigen Stämme, die Forst BW zur Submission brachte: "Forst BW steht nach der Submission mit einer breiten Brust, aber wenig Holz hier."

Organisator Wolfgang Müller zeigt dem Landrat auf dem Submissionsplatz die Stämme.
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