Ein Hobby für das stille Kämmerlein

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Mit dieser Bestätigungskarte sind die Bopfinger Amateurfunker international am Start .
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Der Deutsche Amateur Funk Club Bopfingen (DARC) existiert sein 60 Jahren. Dies wurde nun gefeiert und dabei Gründungsmitglied Reiner Beck geehrt.

Bopfingen

Amateurfunk ist ein Hobby, das es dem Nutzer ermöglicht, mit Gleichgesinnten auf der ganzen Welt per Funk in Kontakt zu treten - unabhängig von Hautfarbe, Religion, Staatsform und teilweise sogar Sprache. Denn Amateurfunker unterhalten sich über internationale Codes.

Dieses Hobby pflegt seit 60 Jahren auch der Deutsche Amateur Funk Club Bopfingen (DARC). Am 11. Mai 1962 wurde mit damals fünf Funkern der Club gegründet. Heute zählt er zwölf Mitglieder. „Es ist ein Hobby für das stille Kämmerlein,“ beschreibt Vorsitzender Winfried Mundt sein Hobby. Deshalb würden Funker auch nicht in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen, was die Nachwuchswerbung erschwert.

„In der 1970 er Jahren hatten wir einen Raum auf dem Segelfluggelände,“ erinnert sich Mundt. Diesen benötigte die Segelfliegergruppe dann aber selbst, und so zog jeder Funker wieder in sein privates Heim ein.

Ab 1991 veranstaltete der DARC auf der Kapfenburg ein Amateurfunktreffen. Ab 2000 ging die Veranstaltung auf dem Ipfmessplatz über die Bühne.

Funkverkehr lässt sich weltweit über Kurzwelle und UKW betreiben, man kann zwischen Sprechfunk, Morsen oder anderen Betriebsarten wählen, zu denen auch HamNET (Internet der Funkamateure), ATV (Amateur-TV) oder Funkverkehr über Satelliten zählt. Alle diese ‚Spielarten‘ werden in Bopfingen gepflegt. So haben die Bopfinger bereits Kontakt zur Georg-von-Neumayer-Station in der Arktis aufgenommen.

Einige Prominente sind und waren begeisterte Amateurfunker. Als der bekannteste gilt Elvis Presley. „Einer unserer Mitglieder hatte einst Kontakt zu König Hussein von Jordanien,“ weiß Mundt. Zum Beweis, dass wirklich ein Ziel erreicht wurde, versenden die Funkamateure Bestätigungskarten.

Die Bopfinger Funkamateure haben sich weltweit Kontakte geschaffen. Ein Mitglied funkt regelmäßig mit Südamerika, auch Kontakte zur MIR und ISS gab es bereits. Dabei hilft das internationale Funkalphabet, sogenannte Q-Gruppen.

Wer dieses Hobby ausüben will, benötigt eine Lizenz der Bundesnetzagentur. Dazu ist eine Prüfung nötig, bei der in verschiedenen Stufen Tests absolviert werden. Darunter auch die verschiedenen Abkürzungen.

„Viele Abkürzungen lassen sich über eine Eselsbrücke merken,“ erklärt Mundt. So ist HV der Vatikan – Heiliger Vater – oder BY für China – Bayern.

Sonntags um 11 Uhr ist Funkertreffen in Bopfingen. Dann schalten sich die Mitglieder auf der Frequenz UKW 145,550 Megahertz zusammen. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht, wer hat mit wem Kontakt oder einfach Technisches besprochen.

Am 14. Mai trafen sich die Mitglieder zum Grillfest und begingen das 60-jährige Bestehen. Dabei ehrte Vorsitzender Mundt das Gründungsmitglied Reiner Beck, Kennung DC9SU.

Bei der Gründung von links Hermann Ackermann Distriktvorsitzender Eberhard Ludwig und Bürgermeister Hans Ellinger.
Winfried Mundt ehrt Reiner Beck (rechts).

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