Ein Schloss wird einst in Raten bezahlt

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Das Stolch'sche Schloss bei Trochtelfingen. Einst hat es Heinrich für 1700 Gulden erworben und diese in drei Raten gezahlt.

Axel Stolch taucht mit 70 Online-Gästen ein in die Geschichte seiner Vorfahren. Wer das Stolch'sche Schloss einst kaufte und was Axels Urahnen erlebt haben.

Bopfingen

Familien-Geschichten sind spannend. Wenn es dazu noch einen lokalen Bezug gibt – umso besser. Ein exzellentes Beispiel dafür ist die Geschichte der Familie Stolch aus Trochtelfingen.

Axel Stolch führte im Rahmen der Rieser Kulturtage in die Stolch'sche Familiengeschichte ein. Im Hintergrund, dass in Trochtelfingen gerade das Familienschloss aus seinem Tiefschlaf erweckt wird.

Wie ansprechend die Stolch'sche Geschichte ist, zeigen die 70 Teilnehmer, die sich zu diesem Online-Vortrag zusammengefunden haben.

Für den in Aalen beheimateten Axel Stolch ist dieser Abend eine Premiere – beim Vortrag, online und bei den Rieser Kulturtagen sei. Seine anfängliche Nervosität legte sich schnell und Axel Stolch erzählte über die 375-jährige Geschichte seiner Vorfahren mit der er sich seit über 30 Jahren beschäftigt.

Er begann bei Heinrich Stolch und dessen wechselvollem Leben. Axel folgte seinen Vorfahren in verschiedenen Städten und bei diversen Gelegenheiten. So fand er mehrere Stolchs in den Aalener Bürgerlisten. Er erforschte, dass Heinrich Stolch 1623 in Straßburg heiratete und eine Tochter hatte.

Heinrich Stolch findet sich fünf Jahre später wieder in Aalen. 1633 ersticht er seinen Hofmeister in Zittau und kommt dort in Arrest. Drei Jahre später taucht sein Name in Nördlinger Aufzeichnungen auf und noch ein Jahr später reist Heinrich von Koblenz nach Meißen. 1641 kaufte er das heutige Stolch’sche Schloss, für 1700 Gulden, die er in drei Raten bezahlt. Heinrich renoviert das Schloss und heiratet im gleichen Jahr in Schnait im Remstal.

„Er war ein rechter Hallodri“, sagt Axel Stolch über seinen Urahnen. 1642 habe er am Reichsberg bei Pflaumloch eine Schießerei mit Bopfinger Bürgern ausgelöst. Er stirbt schließlich 1645 und wird in der Andreaskirche in Trochtelfingen beigesetzt.

Heinrichs Sohn Georg Heinrich Stolch wird erstmals 1660 als Student in Tübingen erwähnt. Er tritt 1663 der württembergischen Leibgarde bei und findet sich 1668 im Heer zu Braunschweig-Lüneburg.

1670 schreibt er aus Regensburg und plant das Schloss zu verkaufen, überlegt es sich anders und bewirbt sich 1672 in Nördlingen als Forstmeistergehilfe. Er heiratet die Tochter seines Chefs und übernimmt 1684 dessen Stelle.

Im Jahre 1704 stirbt Georg Heinrich und wird südlich von Trochtelfingen auf dem Rammstein bestattet.

Axel Stolch hat akribisch geforscht und vieles über die Vergangenheit seiner Familie erfahren. Alle Fakten dokumentiert er in entsprechenden Schriftstücken. Aus den Stolchs wurden später übrigens Glaser und Schlossbesitzer. Trochtelfingens erster Schultes war einer der Schlossbesitzer. Die Stolchs sind heute im süddeutschen Raum, in Kanada und den USA beheimatet.

Er war ein rechter Hallodri.“

Axel Stolch, über seinen Vorfahren Heinrich

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