Fasching unterm Ipf: Größer, bunter und närrischer denn je

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Die Burgnarren Schloßberg-Flochberg sind in dieser Saison bereits ausgebucht.
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Nach der Corona-Pause melden sich RuHaZu aus Kerkingen und die Burgnarren Schloßberg-Flochberg hochmotiviert zurück - und beide bieten ein steiles Programm.

Bopfingen

Sie haben Lust auf Fasching? Kein Problem. Unterm Ipf geht die Post ab. Nach der Corona-Pause starten RuHaZu aus Kerkingen und die Burgnarren Schloßberg-Flochberg wieder durch.

RuHaZu-Jubiläum im Festzelt

In Kerkingen hat die Ruabahafazunft RuHaZu bereits ein Festzelt aufgestellt. Das ist nötig für ein närrisches Jubiläum: elf Jahre Tanzgoischdr. Der Brauchtumsabend hierzu steigt am 28. Januar. Als Gäste werden Maskenträger aus dem Umland erwartet. Es soll eine „Halligalli-Party werden“, verspricht der zweite RuHaZu-Präsident Markus Jakob. Jeder ist willkommen, der Eintritt ist frei.

Bereits am 7. Januar ist Maskentaufe bei RuHaZu. Der Narrenbaum wird am 22. Januar beim „Rößle“ gesetzt. Zuvor, um 9 Uhr, beginnt die Narrenmesse – ob im Freien oder in der Kirche, ist noch offen.

Rathaussturm ist am 16. Februar. RuHaZu ist mit dabei, wenn Bürgermeister Dr. Gunter Bühler und seine Schergen im Rathaus entmachtet werden.

Und es wird wieder einen Umzug geben in Kerkingen. „Wir planen wie in Vor-Corona-Zeiten und hoffen auf viele Gäste“, sagt Jakob. Der Umzug steigt am Faschingssamstag, 18. Februar.

Ostalb-Umzug und Dauereinsatz

RuHaZu mischt bei verschiedensten Faschingsveranstaltungen im Ostalbkreis mit. „Wir sind sehr gut gebucht“, lacht Jakob. Einen Auftritt absolvieren RuHaZu beim Ostalb-Umzug, der am Sonntag, 15. Januar Aalens Innenstadt füllen wird. „Wir sind mit drei Garden und Hästrägern, insgesamt 150 Aktiven, am Start“, sagt RuHaZu-Präsident Bernhard Müller.

Corona habe die Narren getroffen, „aber insgesamt sind wir aus dieser Krise gestärkt hervorgegangen“, sagt Müller und freut sich auf eine Saison, wie in Vor-Coronazeiten. Man habe die Krise gut überstanden, findet auch Jakob. Digitale Sitzungen hätten sich bewährt und würden bis heute genutzt. In der Zeit ohne Fasching habe der Verein alles getan, was möglich war, um „den Laden zusammenzuhalten“, erinnert Jakob. Beispielsweise gab es den Kompakt-Fasching, bei dem alle Großereignisse komprimiert an einem Tag über die Bühne gingen – ein Miniumzug durch den Ort, an jeder Kurve Maskentaufen und auf einer Bühne tanzten Gruppen ihr Können, sagt Jakob.

Kaum einer hätte sich die fulminante Entwicklung von RuHaZu vorstellen können, als der Verein vor etwa zwölf Jahren gegründet wurde, und dies, obwohl zur Gründung statt der erwarteten zehn oder zwölf gleich 40 Menschen kamen. Heute zählt RuHaZu 500 Mitglieder, darunter 140 Aktive, 50 in den Garden und 15 bis 20 Tanzgoischdr.

Burgnarren sind heiß

In den Startlöchern stehen auch die Burgnarren Schloßberg-Flochberg. „Wir sind alle heiß“, lacht Burgnarren-Präsident Andy Kauffmann. „Zum Ostalb-Umzug in Aalen senden wir rund 80 Aktive“, sagt Kauffmann. Endlich sei die Corona-Zeit vorbei, „und ich hoffe, es gibt keine neuen Einschränkungen“, meint er. Die Pause habe manches verändert. In Routinen bei der Organisation müsse man sich wieder neu hineinfinden. „Da merkt man erst, was immer fast von alleine ging“, sagt er.

2022 waren die Burgnarren zumindest digital aktiv. Der Burgnarrenball wurde „kalt“ aufgezeichnet und war auf Youtube im Internet zu sehen. „Gut, dass es in nun wieder live zur Sache geht“, freut sich Kauffmann.

Marienheim ist gesperrt

Auf das Marienheim indes können die Burgnarren nicht mehr zugreifen. Das gehört der Kirche und steht zum Verkauf. „Das Marienheim war für uns eine tolle Sache. Wir erhielten es gratis. Es war unser Ausweichquartier, der Ort für Maskenabstauben und Maskentaufe, unsere Trainingsstätte und vieles mehr“, meint Kauffmann. Die Burgnarren müssen auf die Stauferhalle ausweichen – und die kostet Miete. Er wolle das Gespräch mit dem Bürgermeister suchen, „ob bei der Hallenmiete was zu machen ist“, sagt Kauffmann.

Stressig sei die Planung und der Terminkalender der Burgnarren rappelvoll, denn sie sind gefragte Gäste bei verschiedensten Faschingsveranstaltungen weit und breit. „Aber es macht Spaß und wenn der Fasching erst richtig läuft, springt der Funke auf alle über“, ist er sich sicher.

Die aktuelle Saison haben die Burgnarren unter das Motto „Eiszeit“ gestellt. Am 6. Januar heißt es an der Stauferhalle Maskenabstauben und Maskentaufe und der Narrenbaum wird auf dem Wasen gesetzt.

Am 16. Februar, ab 8.30 Uhr, gibt es eine Narrenmesse in der Wallfahrtskirche in Flochberg. Gegen 10.30 Uhr wird das Rathaus gestürmt. Um 19 Uhr müssen der entmachtete Bürgermeister und seine Handlanger auf dem Wasen in Schloßberg beim Hexengericht zum Hexentanz ihre Hexensuppe auslöffeln. Bevor ab 20 Uhr in der Stauferhalle der „Weiberball“ - inklusive Manstrip - beginnt, wird noch ein Brillantfeuerwerk auf der Ruine Flochberg gezündet.

Am 18. Februar steigt der traditionelle Burgnarrenball in der Stauferhalle. Der Ticketvorverkauf starte demnächst, sagt Kauffmann. Tickets kosten – wie vor Corona – 13 Euro. „Wir haben großartige Gastvereine, tolle Garden und super Auftritte“, verspricht Kauffmann.

Am Sonntag, 19. Februar, steigt ab 14 Uhr der Burgnarren-Kinderball in der Stauferhalle.

Der große Rosenmontagsumzug am 20. Februar soll in diesem Jahr noch größer werden als je zuvor. „Wir haben mehr Anmeldungen, denn je und wir freuen uns auf außergewöhnliche Gruppen von weit her, die zeigen, wie vielfältig Bräuche und Häs sind“, freut sich Kauffmann. Nach dem Umzug steigt in der Stauferhalle die Narrenparty.

Eine RuHaZu-Tanzgruppe beim Umzug in Schloßberg 2019 - auch dieses Jahr ist man mit von der Partie.

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