Freilichtmuseum nimmt Form an

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Die Arbeiten am Freilichtmuseum unterm Ipf gehen voran. Die Gebäude sollen möglichst nah an die Originale kommen.

Nach dem Herrenhaus folgt nun der Aufbau des Wohn-, des Speicher- und des Grubenhauses. Ein Besuch auf der Baustelle mit Professor Dr. Rüdiger Krause.

Bopfingen

Das Freilichtmuseum unterm Ipf nimmt Gestalt an. Nachdem das Herrenhaus bereits seit einigen Jahren steht, wurden in den vergangenen Tagen das Wohnhaus, das Speicherhaus und das Grubenhaus errichtet. Wie die Arbeiten voranschreiten, zeigt ein Baustellenbesuch.

Die Zimmerer tragen große Balken heran und bringen sie mit Hilfe eines Krans aufeinander. In der Halle der Zimmerei Abele wurden bereits die Vorarbeiten getätigt. Die Balken aus Lärchenholz wurden eingekerbt und mit Zapfen versehen. Dort lagerten sie dann, bis es die Witterung zuließ, mit den Arbeiten unterm Ipf zu beginnen.

Bauleiter Eugen Zeller beobachtet die Handgriffe. Er hat die Pläne erstellt und die Materialien ausgewählt. Die Gebäude werden auf Stahlstützen, die in den Boden betoniert sind, gestellt. „Wir wollten keinen steinzeitlichen Aufbau“, erklärt Professor Dr. Rüdiger Krause. Zum einen ist die Pflege zu groß und es muss ständig aus- und nachgebessert werden. Zum anderen soll hier in der rauen Natur des Ipfs auch die Verkehrssicherheit für die Besucher gegeben sein.

Der Keltenexperte ist nach Bopfingen gekommen, um den Bau zu dokumentieren und fachlich zu unterstützen. Am Montagabend hatte er bereits einen Online-Vortrag im Rahmen der Rieser Kulturtage gehalten.

Wie groß das Interesse an den Bauten auf und am Ipf ist, zeigen die Zahlen der Zuhörer an diesem Abend. Mit 137 Teilnehmer ist der Zuschauerrekord bei den Rieser Kulturtagen gebrochen.

Zurück zum Bau: „Wir wollen das Erscheinungsbild greifbar machen“, erklärt Krause. Dazu gehört auch, dass das Wohnhaus mit Lehm verkleidet wird und ein Reetdach erhält. Die beiden anderen Gebäude werden mit Holz verschalt und erhalten eine Holzschindeldeckung.

Die Grundrisse sind den Rechteckhöfen bei Osterholz entnommen. Auf Basis dieser und weiterer Ausgrabungen am Ipf wurden die Maße und Bauart der Häuser nachempfunden.

Balken schweben durch die Luft, die Zimmerer klettern auf den Gestellen und schrauben die Träger zusammen. Zum Boden wird ein Spalt gelassen. Dieses ist wichtig, um die Feuchtigkeit nicht in die Pfosten zu bekommen.

„Dass wir rechteckige Hölzer nehmen ist korrekt“, sagt Rüdiger Krause. Bei seinen Ausgrabungen hatte er dieses bereits festgestellt. Gerade in der Eisen- und Bronzezeit konnte bereits das Holz bearbeitet werden.

Ein Fernsehteam des ZDF ist ebenfalls dabei. Der Dokumentarfilmer Peter Prestel, bekannt durch seine Dokumentationen für „Terra X“ und „Schliemanns Erben“, arbeitet derzeit an einem Bericht über die Kelten und den Ipf.

Wir wollen das Erscheinungsbild greifbar machen.“

Prof. Dr. Rüdiger Krause, Keltenexperte

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