Friedensgebet für die Ukraine

+
Über 200 Menschen versammelten sich auf dem Bopfinger Marktplatz zum Friedensgebet.
  • schließen

Bopfinger gedenken gemeinsam der Opfer und fordern ein Ende des Kriegs.

Bopfingen. Über 200 Menschen versammelten sich am Montagabend auf dem Marktplatz in Bopfingen, um gemeinsam für den Frieden zu beten. Aufgerufen hatte die Stadt Bopfingen sowie die katholische und evangelische Kirchengemeinde.

Die Fahnen am Marktplatz sind bereits seit Tagen auf Halbmast gehängt.

In der Menge hält einer ein Schild hoch. „Frieden“ steht darauf. Deshalb sind alle gekommen. Menschen verschiedener Nationen und Konfessionen ein breiter Mix der Bevölkerung. Auch die Gruppe geflüchteter Ukrainer, die in Kirchheim, Dirgenheim und Aufhausen untergekommen ist, sind an diesem Abend da.

Nach dem Glockengeläut beginnt Bürgermeister Dr. Gunter Bühler und begrüßt alle Anwesenden. Besonders freut es ihn, dass auch einige Corona-Spaziergänger in der Menge befinden. Seit einigen Wochen treffen sie sich um diese Zeit auf dem Marktplatz. Bühler betont, wie wichtig Meinungsfreiheit ist und wie deutlich uns dieses durch die Ereignisse in der Ukraine wieder wird. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es je wieder einen Angriffskrieg in Europa geben wird,“ sagt er. Putin habe in Geschichte gut aufgepasst, sagte er als Hinweis auf den Zweiten Weltkrieg.

Er äußerte seinen Respekt vor den Ukrainern, die mit ihrem Leben die Freiheit verteidigen. „Wenn kultivierte Völker Krieg führen, ist das Verrat an der Zivilisation.“ Der Bopfinger Bürgermeister bedankte sich auch für die große Bereitschaft der Bevölkerung zu helfen.

Bewundernswerte Hilfsbereitschaft der Bopfinger

„Ohne, dass wir dazu aufgerufen haben, melden sich bei uns Leute und bieten Wohnungen oder andere Hilfe an.“

Bühler rief zu einem gesellschaftlichen Zusammenhalt auf. Er stellte auch klar, dass es keine Anfeindungen gegenüber der russischen Bevölkerung bei uns geben solle. „Aber auch Pro-Putin-Parolen sind fehl am Platz.“ Der Pfarrer der evangelischen Gemeinde, Steffen Schmidt, sagte die Passionszeit habe in diesem Jahr früher begonnen. „Passion bedeutet Leiden und das Leid hat mit dem Kriegsbeginn begonnen.“

Er stellte die Fragen: Warum das alles? Ist es das wirklich wert? Und regte damit zum Nachdenken an. Schmidt zitierte aus der Bibel die Bergpredigt, in der alles zusammengefasst wirkt. Hermann Rundel, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Ipf, liest Fürbitten vor, auf die die Menge mit „Gott erhöre uns!“ antwortet. Danach beten alle zusammen das „Vater unser!“.

Unter dem Kriegerdenkmal am Bopfinger Rathaus sind zwei ausgehöhlte Baumstämme, mit Sand gefüllt, gelegt worden. Hier haben alle Anwesenden die Möglichkeit ein Friedenslicht zu entzünden. Die meisten nehmen die Gelegenheit wahr. Viele haben selbst ein Licht mitgebracht, es werden auch Kerzen verteilt.

Einer Frau steht die Angst ins Gesicht geschrieben. Es wird kaum gesprochen, der Schock über das Geschehene so Nahe liegt über dem Ganzen. Leise und langsam löst sich die Zusammenkunft wieder auf. Der Abdruck der Angst bleibt mit den Kerzen zurück. ⋌Michael Scheidle

Viele zündeten eine Friedenskerze an.
Die Stadt Bopfingen sowie die katholische und die evangelische Kirchengemeinde hatten zum Friedensgebet aufgerufen. v.L. Bürgermeister Dr. Gunter Bühler, Hermann Rundel, Steffen Schmidt.

Zurück zur Übersicht: Stadt Bopfingen

Mehr zum Thema

Kommentare