Gerhard Ott: Mister „Kultur am OAG“ sagt Tschüss

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OAG-Konrektor Gerhard Ott nimmt in Wasseralfingen eine neue Herausforderung an - Stadtverwaltung, Personalrat und viele Weggefährten bedauern seinen Entschluss.
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Nach 23 Jahren wechselt Konrektor Gerhard Ott überraschend als Konrektor an das Kopernikus-Gymnasium in Wasseralfingen. Im Interview nennt er auch seine Beweggründe.

Bopfingen

Eine Personalie beschäftigt das Ostalb-Gymnasium: Konrektor Gerhard Ott wechselt nach 23 Jahren ans Kopernikus-Gymnasium in Wasseralfingen - mitten im Schuljahr. Bei einem bildungspolitischen Gespräch in der Schranne haben jüngst Bürgermeister Dr. Gunter Bühler, der Personalrat der Stadt, die Schuleiter Bopfinger Schulen und viele Weggefährten Otts Schritt zwar von Herzen wortreich bedauert - ihm aber auch mit viel Lob und schönen Präsenten für die Zukunft alles Gute gewünscht. Die SchwäPo hat mit Gerhard Ott gesprochen.

Herr Ott, Sie tauschen die Konrektorstelle. Warum, und warum mitten im Schuljahr?

Im November wurde bekannt, dass am Kopernikus-Gymnasium der stellvertretende Schulleiter die Schule verlässt und ab Januar im Auslandsschuldienst tätig ist. Der gute Ruf der Schule sowie die kurze Entfernung zu meinem Wohnort waren Gründe, mich auf diese Funktionsstelle zu bewerben. Darüber hinaus verfügt das KGW unter anderem über ein attraktives Musikprofil, das bestimmt viele Möglichkeiten zur Mitwirkung bietet.

Wie lange waren Sie am OAG?

Im September 1999 habe ich in Bopfingen begonnen. Gleichzeitig kam damals Herr Kiem als neuer Schulleiter an das Ostalb-Gymnasium, insgesamt sind es also fast 23 Jahre, die ich an dieser Schule gearbeitet habe.

Was nehmen Sie mit aus der Zeit?

Über all die Jahre habe ich das OAG und Bopfingen als sehr guten Bildungsstandort wahrgenommen. Die Schulgemeinschaft pflegt einen guten Zusammenhalt und der Schulträger sorgt stetig für eine Top-Ausstattung in allen Fachbereichen.

Wie lief die Arbeit am OAG?

Von Vorteil waren immer die guten Kontakte und „kurze Wege“ zu benachbarten Schulleitungen, zum Rathaus und zur Elternvertretung. Auf dieser Basis konnte man Impulse aus dem Kollegium und der Schüler- und Elternschaft, schnell und konstruktiv auf den Weg bringen.

23 Jahre, da gab es sicher viele schöne Erlebnisse..

Ja, im Rückblick fallen mir zahlreiche Veranstaltungen ein. Vermutlich erinnern sich viele an tolle Projekttage, Schulfeste, Bundesjugendspiele, Ausflüge und Exkursionen, an Konzerte und Auftritte oder an den OAG-Spendenlauf im Sommer 2017 im Stadion. Aber insgesamt gilt: Es ist immer wieder beeindruckend, wie aus Kindern junge Erwachsene werden, die dann meist sehr erfolgreich ihren eigenen Lebensweg fortsetzen.

Sie gelten als Teamplayer

Ich kann guten Gewissens sagen, dass Schulleitungsarbeit meist dann gelingt, wenn man den Team-Gedanken im Blick behält und wertschätzenden Umgang mit allen Beteiligten pflegt. In den 23 Jahren sind parallel zum Berufsalltag auch viele Freundschaften entstanden.

Was überwiegt nun, Wehmut oder die Freude auf die neue Aufgabe?

Ich empfinde in erster Linie Dankbarkeit für die schöne Zeit in Bopfingen. Seit die Nachricht von meinem Wechsel nach Wasseralfingen bekannt wurde, gab es viele Rückmeldungen, die meinen Abschied sehr bedauern, aber auch Verständnis dafür zeigten. Diese Gespräche habe ich als sehr wohltuend empfunden und es zeigt uns allen, dass es im Leben immer wieder Zäsuren gibt, die mit Loslassen und Neuanfang zu tun haben.

Was war besonders schön am OAG, was sehr herausfordernd?

Der enge Zusammenhalt, die fast schon familiäre Atmosphäre, verbunden mit hoher Leistungsbereitschaft bei allen Beteiligten - das alles habe ich von Beginn an als schöne Kennzeichen hier erfahren. Besonders hervor traten diese positiven Eigenschaften für mich, als das OAG keinen Schulleiter hatte und ich kommissarisch knapp zwei Jahre mit dem Leitungsteam die Schule leitete.

Das Bildungszentrum ist seit Jahren eine Baustelle...

Organisatorisch waren für uns alle die Zeiten mit den einzelnen Sanierungsabschnitten herausfordernd. Die Stadt hat in den letzten Jahren mit sehr viel Geld das Bildungszentrum auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Wenn im Rahmen der Bauarbeiten Teile des Gebäudes gesperrt werden mussten, hatte dies teils deutliche Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Durch gute Planung und Absprachen im Vorfeld mit allen Beteiligten gelang es uns jedoch immer, eine tragfähige Lösung zu entwickeln. Hier gebührt allen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern großes Lob dafür, dass sie diese Phasen mit zusätzlichem Engagement gemeistert haben.

Hat sich durch die Investitionen die Arbeit am Bildungszentrum verbessert, und wenn ja, wie?

Von der Aula bis zum Dachgeschoss – das Bildungszentrum erstrahlt in neuem Glanz. Neben energetischen und Sicherheitsmaßnahmen wurden die Zimmer neu ausgestattet und durch die neue Farbgebung heller, einzelne Räume wurden im Zuschnitt optimiert. In der ersten Phase erhielten alle Klassenzimmer Internetanschluss, WLAN und Beamer und die Aula eine umfassende Licht- und Tontechnik. Aktuell erfolgt in ganz Bopfingen die Umrüstung auf digitale Tafeln in jedem Klassenraum. Der naturwissenschaftliche Bereich wurde komplett saniert. Auf dieser Basis haben alle nun optimale Voraussetzungen.

Kultur am OAG ist ihr Baby. Wie geht es denn damit weiter?

Herr Kiem und ich entwickelten relativ früh die Idee für eine Kulturreihe. Daraus entstand „Kultur am OAG“ – eine Reihe, die von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern als großartige Teamarbeit getragen wurde. Dank an alle dafür. Die Reihe brachte nationale und internationale Künstler an die Schule. Barbara Dennerlein, das Klavierduo Stenzl, German Brass, die SWR BigBand, Paul Kuhn, Claire Lynch, Max Greger, SWR AllStars, Hugo Strasser, Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle, SWR Pop& Poesie, Die Füenf und viele andere waren dabei. Daneben gab es oft Workshops, in denen Künstler mit Schülerinnen und Schülern in Kontakt traten. Eine weitere wichtige Säule für „Kultur am OAG“ ist das Frühjahrskonzert, das von allen Musiklehrkräften und den Arbeitsgemeinschaften vorbereitet und präsentiert wird. Durch diese Konzerte und die Theateraufführungen wird die Kulturarbeit der Schule sehr gut weitergetragen. Zudem hat Bopfingen inzwischen ein tolles Kulturprogramm aufgebaut. Man darf also zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Was wünschen Sie dem OAG für die Zukunft?

Ich wünsche dem Ostalb-Gymnasium für die Zukunft alles Gute!

Wie blicken Sie nun nach vorn?

Mit großer Vorfreude schaue ich auf die Arbeit am Kopernikus-Gymnasium. Die Schule hat einen sehr guten Ruf in der Region und in Michael Weiler einen Schulleiter, der große Anerkennung im Ostalbkreis genießt.

Welche Ziele haben Sie am KGW?

Zunächst möchte ich die Schule, die Schulgemeinschaft sowie die organisatorischen Abläufe kennenlernen und mich in meiner Funktion als stellvertretender Schulleiter im Schulleitungsteam einbringen. Ebenso freue ich mich auf den Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern.

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