Gläubige beten zu Gott der Mutter und dem Vater

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Das Team des Frauengebetstag: v,l. Juliane Nesnidal, Andrea Stumpp-Dülch, Pfarrerin Carolin Braun, Maria Schmidt, Sybille Schmidt
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Frauen von den britischen Inseln stellen den Tag unter das Motto Zukunftsplan Hoffnung.

Bopfingen. Alljährlich wird der Frauenweltgebetstag weltweit begangen. Jedes Jahr wird dieser Gottesdienst von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet und dann global gefeiert. Der Weltgebetstag ist die größte und älteste weltweite ökumenische Frauenbewegung. In diesem Jahr waren es Frauen aus England, Wales und Nordirland, ihr Motto: Zukunftsplan Hoffnung. Rund um den Erdball wird dieser Tag in sieben Weltregionen gefeiert. Daher wurden während des Gottesdienstes sieben Kerzen entzündet.

Die Frauen von den britischen Inseln haben vorgegeben, dass Gott jenseits jedes Geschlechts ist, weshalb sie als Vorgabe das Gebet „Gott, unsere Mutter und unser Vater,“ vorgaben. Nicht um zu provozieren, sondern um die Vielfalt darzustellen. Das Bopfinger Vorbereitungsteam, aus evangelischen und katholischen Frauen, hatte sich viel Mühe gegeben und die Kirche britisch dekoriert. Bereits am Eingang der Bopfinger St. Josephs-kirche wurden die Besucherinnen mit Teegebäck empfangen, Teekannen als Girlanden zierten den Eingangsbereich. Vor dem Altar waren typisch englische Motive aufgebaut. Ein Bobby, Teeservice aus Porzellan, Cheesecake und viele weiter Accessoires zierten die Treppe.

Mit einer Multimedia-Präsentation wurden die Länder auf der Insel vorgestellt, die auf ihre multiethnischen, multikulturellen und dadurch auch einer multireligiösen Vielfalt stolz sind. Die Musik kam von CD und durfte mitgesungen werden, was viele Teilnehmerinnen mit Freude taten.

Im Zentrum des Gottesdienstes standen drei Frauen, welche sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen. Ihre Geschichten wurden in diesem Gottesdienst erzählt. Lina hat seinem Sohn geholfen ihre Enkel großzuziehen. Die Mutter hatte sie verlassen, der Sohn hatte psychische Probleme und konnte nicht arbeiten gehen. Da nur wenig Geld da war, verzichtete sie selbst auf ein Essen, um den Jungs Lebensmittel kaufen zu können. Die Kirchengemeinde, die sich mit ihnen auseinandersetzte, schenkte ihnen Hoffnung und Zukunft. Natalie wurde von ihrem Mann körperlich, emotional und sexuell missbraucht. Als sie schwanger wurde und er sie schwer verletzte, konnte sie im Krankenhaus zu sich finden und ihn verlassen. Emily bekam mit 16 Jahren die Diagnose Gehirntumor und verlor das Gehör. Damit waren ihre Träume, Lehrerin zu werden, ausgeträumt. Durch das Erlernen von Lippenlesen und Gebärdensprache konnte sie langsam sich wieder in die Gesellschaft integrieren.

Diese Beispiele sollten zeigen, wie der Zukunftsplan Hoffnung aussehen kann. Leider war auf der gelieferten CD mit den Liedern nicht das geplante „Vater unser“ in walisischer Sprache, so wurde es auf Deutsch gebetet. Zum Abschied erhielten die Besucherinnen eine kleine Tüte mit Scones, Marmelade und Frischkäse, statt Sahne, dazu einen Teebeutel englischen Tees. Der Weltgebetstag 2023 wird von Frauen aus Taiwan vorbereitet werden. „Das könnte kulinarisch sehr interessant werden,“ meinte Pfarrerin Carolin Braun zum Schluss. ⋌⋌Michael Scheidle

Die evangelische Pfarrerin Carolin Braun gehörte zum Organisationsteam in Bopfingen.
Das Team des Frauengebetstag: v,l. Juliane Nesnidal, Andrea Stumpp-Dülch, Pfarrerin Carolin Braun, Maria Schmidt, Sybille Schmidt
Wunderbar dekoriert waren die Treppen vor dem Altar

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