Hallenbad zu: Bopfingen spart Gas

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So leer wie auf diesem Foto bleibt das Bopfinger Hallenbad für die nächsten Monate. Die Stadt schließt die Einrichtung bis mindestens März 2023, um Gas einzusparen. Auch Schulschwimmen fällt damit flach Foto:privat
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Die Schließung des Hallenbads senkt den städtischen Gasverbrauch um rund ein Viertel. Am Bildungszentrum wird künftig die alte Ölheizung reaktiviert.

Bopfingen

Gas wird knapp und teurer. Insgesamt explodieren die Energiekosten. Städte und Kommunen müssen handeln, und dies hat Auswirkungen auf die Lebensqualität. Bopfingen wird sein Hallenbad mindestens bis März 2023 schließen. Nach den Sommerferien wird es keinen Badebetrieb dort geben. Geschehen soll dies nicht rein aus finanziellen Erwägungen, sondern um Gas zu sparen. „Die Lage ist sehr ernst. Wir müssen Gas einsparen, um das Schlimmste zu verhindern, nämlich dass die Wirtschaft kollabiert, und Private in ihren Häusern frieren. Städte und Kommunen müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen, nur solidarisch lässt sich die Krise meistern“, sagt Bürgermeister Dr. Gunter Bühler.

Er habe die Schließung des Hallenbades mit allen Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat abgestimmt. „Alle stehen dahinter“, sagt Bühler. Auch die Schulleitungen seien informiert worden. Dort müsse statt des Schwimmunterrichts der Sportunterricht nun anders organisiert werden. Eine Herausforderung, weil Bopfingen über nur wenige Sporthallen verfügt.

Das Hallenbad sei mit der größte städtische Gasverbraucher. Mit der Schließung, so Bühler, könne die Stadt rasch 25 Prozent ihres gesamten Gasverbrauches senken. „Wir müssen da sparen, wo es den größten Effekt bringt und wo es auch vertretbar ist“, sagt Bühler.

Mit der DLRG sei abgestimmt worden, dass geplante Schwimmkurse nun in den Monaten April, Mai und Juni 2023 nachgeholt werden sollen.

Das Freibad in Trochtelfingen bleibt wie geplant bis zum Ende der Badesaison geöffnet. Hier wird mit Solarenergie geheizt, zudem steht dort eine Flüssiggaslösung zur Verfügung. Das Hermann-Hahn-Bad bleibt daher noch unberührt von den Sparmaßnahmen.

An den Kindergärten soll sich ebenfalls nichts ändern, aber an den Schulen wird es kühler werden in diesem Herbst und Winter. In den Lehrerzimmern und Sekretariaten kommt Bopfingen der Vorgabe des Bundes nach und dreht die Heizungen, wie auch in den Rathausstuben, auf mindestens 19 Grad herunter. „In den Klassenzimmern soll es aber, wie bisher, bei 20 bis 21 Grad bleiben“, sagt der Bürgermeister. In den Sporthallen sind 15 Grad das neue Maximum und die Warmwasseraufbereitung wird reduziert.

Das Bildungszentrum ist der zweite große Gasverbraucher Bopfingens. Hallenbad und Bildungszentrum verschlingen zusammen rund 50 bis 60 Prozent des gesamten städtischen Gasverbrauches, informiert Bühler. Hier habe aber Bopfingen Glück im Unglück, dass dort noch eine alte Ölheizung steht, „die wir eigentlich nicht mehr in Betrieb nehmen wollten“, wie Bühler sagt. Nun wird die alte Technik aber wieder zum Einsatz kommen – was Gas überflüssig macht.

„Es wird schon alles laufen, aber wir müssen jetzt einfach sparen, um vielleicht bis im Frühling 2023 eine bessere Perspektive zu haben“, gibt sich Bühler optimistisch.

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