Hat die Bauförderung eine Zukunft?

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Bopfingen will die finanzielle Bauförderung für junge Familien auf den Prüfstand stellen. Im Januar soll entschieden werden, ob und wie die Förderung fortgesetzt wird.

Bopfingen

Seit dem Jahr 2008 hilft die Stadt Bopfingen Familien sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. So erhält jede Familie bei der Bebauung von stadteigenen oder privaten Bauplätzen einen Zuschuss von 2500 Euro pro Kind unter 18 Jahren, jedoch maximal 10.000 Euro. Insgesamt 300.000 Euro an 62 Familien hat Bopfingen bislang in diesem Programm seither ausbezahlt

Alle paar Jahre stellen Verwaltung und Gemeinderat diese Förderung auf den Prüfstand. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hat sich abgezeichnet, dass eine Veränderung des Programms im Raum steht. Bürgermeister Dr. Gunter Bühler meint, dass viele inzwischen Häuser für 700.000 oder 800.000 Euro erwerben, und dass der städtische Zuschuss für diese Bauherren wohl kein Kriterium sei, ob sie nun bauen oder nicht. Außerdem gebe es inzwischen Bundesprogramme, die das Bauen förderten. „Wir waren damals dem Bund voraus“, sagte Bühler. Zudem erfahre Bopfingen einen regelrechten Boom, was die Nachfrage nach Bauland angeht. Der Gemeinderat möge daher in seiner Januarsitzung darüber befinden, ob das Bauprogramm in seiner jetzigen Form über das Jahr 2022 hinaus verlängert werden solle, sagte der Bürgermeister.

CDU-Fraktionssprecher Thomas Trautwein teilt die Einschätzung des Bürgermeisters. Das Programm sei sinnvoll gewesen im Hinblick auf die Signalwirkung, dass Bopfingen für junge Familien eine attraktive Stadt ist, sagte er. Bopfingen erlebe einen Bauboom, inwieweit das Projekt hierfür ausschlaggebend sei, sei schwer festzulegen. Die Förderung bei Neubauten könne wohl eingestellt werden, gebrauchte Immobilien zu fördern, bei gleichen Konditionen, sei ein lohnenswerter Versuch und nach drei Jahren könne man eine Bilanz ziehen.

Altbauten zu fördern sei gut, meint Hans-Martin Lechler (SPD). „Die haben das nötiger als die, die 700.000 Euro und mehr für einen Neubau aufbringen können.“ Er könne bei diesem Paradigmenwechsel mitgehen.

Auch Martin Schmid (Freie) hält Lechlers Vorschlag für einen gangbaren Weg. Altbau fördern und damit innerörtliche Verdichtung unterstützen sei ein gutes Ziel.

Helmut Stuber (CDU) gab zu bedenken, dass die Modernisierung und der Umbau gebrauchter Immobilien so teuer sein kann, wie ein Neubau. Er schlug daher vor, eine Förderung an den Wert der Immobilie zu knüpfen. „Hier eine faire Lösung zu finden, das wird sehr schwer“, meint Stuber.

Richard Mayer (SPD) plädierte dafür, die Regelung zu belassen und zudem um eine Förderung für bestehende Immobilien zu ergänzen. Die Fraktionen würden sich bis zur nächsten Sitzung untereinander beraten und Vorschläge anbieten, meinte er, was so unisono angenommen wurde. Der Gemeinderat hat damit das letzte Wort.

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