Historischer Keller entdeckt

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Die Badgasse um das Jahr 1935: Rechts im Bild ist eine Ecke des früheren Rathauses zu erkennen.

Beim Umzug der Zahnarztpraxis fällt Licht in einen alten Gewölbekeller . Er stammt vom Rathaus, das einst an dieser Stelle gestanden hat.

Bopfingen

Durch den Umzug der Zahnarztpraxis Dr. Herdeg und Dr. Sachse in die Badgasse hatte die SchwäPo die Gelegenheit, ins Untergeschoss des Gebäudes zu steigen. Dort befindet sich ein alter Gewölbekeller. Er stammt noch vom alten Rathaus, das an dieser Stelle gestanden hat.

Dieses Rathaus wird 1456 anlässlich einer Stiftung erstmals erwähnt. Bis zum Jahre 1584 ist die Existenz des Gebäudes an dieser Stelle nachgewiesen. „Leider gibt es keine Bilder von diesem Gebäude“, sagt die Archivarin der Stadt Bopfingen, Johanna Fuchs. So ist schwer nachzuvollziehen, was aus dem ursprünglichen Gebäude wurde. Sicher ist nur, dass es 1580 in einem schlechten Zustand war und der Rat der Stadt einen Rathausneubau für erforderlich hielt.

Am 22. März 1585 überlegte man noch, das Steinhaus in der Härtsfeldstraße als Rathaus zu verwenden, doch von dieser Idee wurde dann Abstand genommen. Warum, ist leider nicht belegt, da die Protokolle von April bis Dezember 1585 verschollen sind. Stattdessen wurde am heutigen Marktplatz das Rathaus gebaut und im August 1586 bezogen. Was mit dem alten Rathaus passierte, bleibt weiterhin im Dunkeln. Fest steht, dass 1920 ein Umbau erfolgte. Auf alten Fotos ist eine Ecke des Gebäudes zu erkennen. Darauf ist zu sehen, dass der untere Teil ebenfalls massiv auf Stein gebaut wurde, unklar ist, ob der Aufbau darüber ebenfalls noch original ist.

Wozu diente dann der Keller? „Vermutlich war es ein Lagerkeller für das Rathaus“, sagt Johanna Fuchs. Da bekannt ist, dass das Rathaus über einen großen Saal verfügte, könnten hier unten die Getränke und Speisen gelagert worden sein. So würde sich auch die Treppe erklären, die Berthold Herdeg und Melanie Sachse in einer Ecke des Kellers entdeckt haben. Sie könnte der Lieferanteneingang gewesen sein.

Die beiden Zahnärzte haben in eine Mauer in einer Ecke des Kellers ein Loch brechen lassen. Dort wurde unter einigem Schutt eine Treppe sichtbar, die offensichtlich nach außen führt. Laut vor einigen Jahren durchgeführten Messungen müsste diese Treppe zum Kirchplatz, also seitlich, aus dem Gebäude geführt haben. Da vor dem alten Rathaus, auf dem damals sogenannten Hafenmarkt, ein Brunnen stand, konnte von dieser Seite aus der Keller leichter mit Material versorgt werden.

Vermutlich war es ein Lagerkeller für das Rathaus.“

Johanna Fuchs, Stadtarchivarin
Ein historisches Foto der sogenannten Hechtscheune: Links im Bild ist ebenfalls eine Ecke des Rathauses zu sehen.
Berthold Herdeg und Melanie Sachse zeigen den historischen Rathauskeller.

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