Impfteam macht Station in Bopfingen

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Impftermin in Bopfingen. In der Stauferhalle warten zahlreiche über 80-Jährige darauf, mit Biontech geimpft zu werden. Im Wartebereich gilt es sich, wie überall, coronakonform zu verhalten.

In der Stauferhalle sind 439 Bürgerinnen und Bürger aus Bopfingen, Kirchheim und Riesbürg angemeldet. Konzertierte Aktion bringt vier mobile Impfteams vor Ort.

Bopfingen

Impftermin in Bopfingen an diesem Montag. Die Bürgermeister von Bopfingen, Kirchheim am Ries und Riesbürg haben sich kreativ gezeigt und eine Koalition geschmiedet, um durch die mobilen Impfteams "ihren" Senioren einen Impftermin anbieten zu können. Zahlreiche Seniorinnen und Senioren über 80 Jahre sind bereits bis nach Rot am See gefahren, um sich dort impfen zu lassen. Einer Strecke von über 70 Kilometer. Hinzu kommt die Anmeldung via Internet und App, die Menschen in diesem Alter bisweilen überfordert.

Deshalb übernahmen die drei Kommunen diese Aufgaben. Sie sorgten für kurze Wege und richteten in der Bopfinger Stauferhalle die Möglichkeit des Impfens ein. "Wir wollen auch das Vertrauen in das Impfen stärken", sagt Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler bei der Aktion in der Stauferhalle. Zusammen mit seinen zwei Kollegen, Willibald Freihardt, Willi Feige und Landrat Dr. Joachim Bläse will er die Impfabläufe voranbringen, um die Personengruppe 80-plus sicher zu machen.

Der Landrat des Ostalbkreises, Dr. Joachim Bläse, betrachtet es als einen wichtigen Schritt, wieder zur Normalität zu gelangen. Die Alten- und Pflegeeinrichtung seien durchgeimpft, nun gehe es um die Personen der Risikogruppe, die zu Hause leben. "Es war ein unvorstellbarer Kraftakt der drei Kommunen", betont der Landrat.

Das waren die Vorbereitungen: Die Verwaltungen erstellten Listen, riefen die zu Impfenden an, prüften, ob diese bereits geimpft waren oder überhaupt möchten und vereinbarten Termine. Dabei wurde, zur Überraschung des Landratsamtes, festgestellt, dass bereits 25 Prozent der über 80-Jährigen geimpft sind.

So funktioniert der Ablauf: Die freiwillige Feuerwehr holt die Personen daheim ab, die niemand haben, der sie zur Stauferhalle fahren kann – und bringt sie nach der Impfung wieder nach Hause. Die Angestellten der Verwaltungen sind in der Halle im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Das machen die Bürgermeister: Jeder der drei Bürgermeister, Gunter Bühler, Willi Feige und Willibald Freihardt leisten jeweils einen Tag Dienst in der Stauferhalle. Sie messen am Eingang das Fieber oder beruhigen die Ungeduldigen im Wartebereich. Alles ist durchgetaktet.

Wir wollen auch das Vertrauen in das Impfen stärken.

Dr. Gunter Bühler Bürgermeister

Helfer und Impfteams: Die Helfer von Deutsches Rotes Kreuz und Malteser sind im Dauereinsatz. Insgesamt vier Impfteams sind in der Bopfinger Stauferhalle im Einsatz. Zwei davon kommen aus Stuttgart. "Diese bringen sogar ihren Impfstoff aus Stuttgart mit", sagt Landrat Joachim Bläse. Verimpft wird in Bopfingen der Stoff von Biontech.

Die zweite Impfrunde: Im Mai wird dann in der Stauferhalle die zweite Runde von Impfungen verabreicht. Landrat Dr. Joachim Bläse hofft, dass dann im April Fahrt aufgenommen werden kann, sobald genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Der Landrat geht davon aus, dass bis zur zweiten Aprilwoche die Erstimpfungen im Kreis erfolgt sind. "Die anderen Kommunen auf der Ostalb profitieren von der Aktion in Bopfingen", sagt Bläse weiter. Je nach Entfernung zum Kreisimpfzentrum sollen die Kommunen nach und nach diese Impfungen vor Ort erledigen. "So können wir die Welle niedrig halten", betont der Landrat. Willibald Freihardt, Bürgermeister von Riesbürg, hofft, dass nun der Druck nachlassen wird. "Als im Februar das Startsignal kam, haben wir zusammen mit dem Kreis innerhalb von drei Wochen alles entsprechend umgesetzt."

So viele werden geimpft: Insgesamt sind in Bopfingen 439 Personen zur Impfung angemeldet. 311 aus Bopfingen, 86 aus Riesbürg und 42 aus Kirchheim. Sollte vom Impfstoff etwas überbleiben, werden die weiteren über 80-Jährigen kontaktiert, dann die nächste Gruppe von Personen über 70. Zudem könnten dann auch systemrelevante Personen, wie Feuerwehrleute berücksichtigt und mit dem überschüssigen Stoff geimpft werden.

Kirchheims Bürgermeister Willi Feige lobt die gute Zusammenarbeit der drei Kommunen und des Landratsamtes. "Es ist ein bequemes Angebot", sagt der Schultes.

Die erste Impfung: Als Erste wurde in Bopfingen die 96-jährige Anna Burger aus Utzmemmingen geimpft. "Ich bin froh darüber", sagt sie im Anschluss. Sie habe nicht bis nach Rot am See fahren wollen Ihre Nichte hat sie an diesem Tag nach Bopfingen gebracht. Auch Margot Fellner ist sehr zufrieden. Die ebenfalls 96-Jährige wurde als Zweite geimpft. Sie lobt den gut funktionierenden Ablauf. "So muss es laufen", sagt auch Bürgermeister Gunter Bühler. "Wir haben mit viel Engagement aller Beteiligten darauf hingearbeitet." Nun könne die Taktzahl erhöht werden. Man hoffe, dass die Pandemie so bald überwunden sei.

Alles ist durchgetaktet. Dafür sorgen unter anderem die Teams von DRK und Malteser.
Die Bürgermeister der drei Kommunen und der Ostalb-Landrat mit den beiden Erstgeimpften.

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