Impfzentrum für Bopfingen ist fix

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Ein Foto der früheren Impfaktion in der Bopfinger Stauferhalle. Hier, oder wenn möglich, in der Egerhalle wird ein mobiles Impfteam an drei festen Tagen in der Woche Bopfinger und Menschen aus dem Osten des Landkreises impfen. Archivfoto: mj
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Von Dezember bis März 2022 sind mobile Impfteams an drei Tagen pro Woche in der Staufer- oder der Egerhalle. Termine für alle östlich der A7 gibt es nur noch über das Rathaus.

Bopfingen

Die Zahlen sind viel zu hoch, das einzige, das hilft, ist impfen, impfen, impfen.“ So bringt es Bürgermeister Dr. Gunter Bühler auf den Punkt. Dass es in der Vergangenheit immer wieder Pop-up-Impfungen in Bopfingen gab, sei gut, meint er, aber in der bisher durchgeführten Form keine Dauerlösung. Geärgert hat ihn das Procedere.

„Ohne vorige Terminvergabe machen wir das nicht mehr“, sagt Bühler. „Die Erfahrung hat uns gezeigt: Das führt nur zu Verärgerung und Missverständnissen bei den Menschen. Wer lange in der Kälte warten muss, und am Ende vielleicht doch ohne Impfung nach Hause geschickt wird, der verliert womöglich die Lust“, fürchtet er. Geärgert habe viele auch, dass Menschen von außerhalb des Ostalbkreises zu den Pop-up-Impfungen nach Bopfingen kamen.

Dies wird sich nun ändern. Der Landkreis habe dem Land weitere mobile Impfteams abgerungen. Neben festen Stationen in Schwäbisch Gmünd und Aalen, wird es daher bald schon feste Impfstationen auch in Ellwangen und Bopfingen geben, sagt Bühler. Die Aufteilung der Standorte sei gemeinsam mit der Kreisverwaltung geschehen.

Drei Impftage in Bopfingen

Für Ellwangen seien derzeit fünf feste Impftage und für Bopfingen drei feste Impftage pro Woche vorgesehen. Bopfingen präferiere Montag bis Mittwoch, meint Bühler, „aber die Entscheidung hier ist noch offen“, sagt er. „Besonderen Dank hier an Landrat Dr. Bläse, der in Stuttgart ganz massiv für mehr Impfteams gekämpft hat“, betont Bühler.

Bopfingen decke dann den gesamten östlichen Raum des Landkreises ab, das Impfangebot richte sich nicht nur an Bopfinger, sondern an alle, die dort wohnen.

Los gehen soll es mit den Impfangeboten in der ersten Dezember-Woche. Bis März des kommenden Jahres soll die Aktion laufen.

Egerhalle oder Stauferhalle?

Geimpft werde diesmal entweder in der Egerhalle in Aufhausen oder in der Stauferhalle. „Wir präferieren eigentlich die Egerhalle, weil dort weniger Schulsport- und Vereinsstunden betroffen sind, als in der Stauferhalle. Dort gibt es aber noch kein W-LAN, weshalb wir vielleicht doch wieder die Stauferhalle nutzen müssen. Für die nötigen Ausfälle bitten wir um Verständnis“, sagt Bühler.

Die Stadt werde die Infrastruktur stellen, mit im Boot seien, jeweils zur Hälfte das DRK und die Malteser. Aktuell geht Bühler davon aus, dass der Wirkstoff von BionTech verimpft werde. Ob es auch Moderna gibt, sei derzeit noch offen. Klar ist aber: Geimpft wird nur, wer sich vorab einen Termin in Bopfingens Rathaus sichert. „Wir hoffen so, Unmut zu vermeiden“, sagt Bühler. Das bedeutet viel mehr Arbeit im Rathaus. „Ja, aber da müssen wir jetzt eben durch. In einer solchen Krise muss man das Kreuz durchdrücken, anders geht es einfach nicht“, meint der Rathauschef.

Praxen sehen sich am Limit

Sein Vorstoß, die Bopfinger Ärzteschaft für Wochenend-Impfaktionen zu gewinnen, sei gescheitert, berichtet Bühler auf Anfrage. Die Arzthelferinnen seien ohnehin überlastet, da könne man ihnen nicht noch Wochenendtermine zumuten und es gebe Probleme mit der Abrechnung, hätten die Ärzte mitgeteilt. „Schade zwar. Aber die Praxen sind eben auch am Limit“, so Bühler.

Ein Einstieg der Apotheker oder des DRK ist, wie berichtetet, an Vorgaben und abrechnungstechnischen Hindernissen gescheitert. Bühler ist daher besonders froh, dass nun ein anderer Weg gefunden wurde.

Mehr Impftage im Blick

Man müsse jetzt in sehr kurzer Zeit sehr viele Menschen impfen. Ob dies am Ende reicht? „Wir müssen sehen, ob wir vielleicht auf vier oder mehr feste Impftage für Bopfingen hochfahren können“, sagt Bühler.

Gut sei, dass das Land nun wohl erkannt habe, dass es die Schleusen öffnen und der Impfstoff zügig in die Räume gehen müsse, meint Bühler. Landrat Dr. Joachim Bläse sagte im Gespräch mit der SchwäPo, dass die Impfzentren nicht wieder hochgefahren würden. Er sei zuversichtlich, dass die nötigen Impfungen mit den Hausärzten und der mobilen, nun ergänzten Struktur, zu schaffen sei.

Diesen Optimismus teilt Bühler noch nicht. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir das schaffen, ob die Hausärzte das stemmen können, aber mir fehlen auch die detaillierten Zahlen, die im Landratsamt vorliegen“, sagt er.

Notwendige Kapazitäten zu definieren, das sei ein Rechenmodell, weshalb er das bisherige Handeln im Sozialministerium auch nicht nachvollziehen könne. Ziel müsse es jetzt sein, bis Ende des Jahres die „höchstmögliche Durchdringung bei den Impfungen“ zu erzielen, „sonst stecken wir bald wieder in der Falle“, ist Bühler überzeugt.

Das Sozialministerium sei gefordert, bereits jetzt die Strukturen zu schaffen für April oder Mai 2022, denn es sei jetzt schon klar, dass dann Auffrischungsimpfungen nötig seien. „Es wäre schön, wenn wir nicht jedesmal erst dann starten, wenn die Hütte bereits brennt“, meint er.

Ohne vorige Terminvergabe machen wir das nicht mehr.“

Dr. Gunter Bühler, Bürgermeister zu Pop-up-Impfungen
  • Impfen und Testen in Bopfingen - hier ist das möglich
  • Impfangebote Die Stadt Bopfingen bietet in Kooperation mit den mobilen Impfteams des Landes zunächst drei weitere Impftage in der Stauferhalle an: und zwar am Dienstag, 30. November, am Mittwoch, 1. Dezember und am Freitag, 3. Dezember. Die Impfaktionen laufen an diesen drei Tagen jeweils von 10 bis 17 Uhr. Impftermine hierfür sind nur nach telefonischer Voranmeldung verfügbar. Termine können ab sofort von Montag bis Donnerstag, zwischen 8 und 16 Uhr und am Freitag, 8 bis 12 Uhr, bei der Stadtverwaltung Bopfingen unter (07362) 801-12 vereinbart werden.
  • Tests Möglichkeiten, sich testen zu lassen, bieten in Bopfingen die Zahnärzte Dr. Berthold Herdeg und Dr. Melanie Sachse, Badgasse 9 sowie die Apotheken easy-Apotheke, Rats-Apotheke und Reichsstädter Apotheke in der Innenstadt und die Floral-Werkstatt in der Hauptstraße 17. mas

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