In Bopfingen wird „geganglt“ statt „gegoogelt“

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v.l. Manfred Wacker, Elisabeth Gangl, Dr. Gunter Bühler, Hermann Rundel
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Martinus-Ehrennadel für Elisabeth Gangl, die Leiterin der nun erweiterten Bibliothek in Bopfingen.

Bopfingen. Eine kleine, aber feine Bibliothek ist im Bopfinger katholischen Gemeindehaus untergebracht. Diese wurde nun erweitert. Nachdem der Frauenbund seinen Raum zur Verfügung gestellt hatte, wurde die Abteilung „Kinder und Jugend“ auf der 20 Quadratmeter großen Fläche untergebracht. „Es ist nicht eine Bücherei für Katholische, sondern für alle,“ sagt Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler bei der Einweihung der neuen Räumlichkeiten. Im Namen der Stadt dankte er der katholischen Kirchengemeinde, für den Betrieb der Bücherei. „Sonst müssten wir es selber machen,“ lacht er.

Der neue Raum ist ausgelegt für die jungen Leser. Es sind Sitzmöbel, auf denen es sich die Kinder gemütlich machen können und sich einfach von Mutter, Vater, Oma oder Opa, vorlesen lassen können. 12.000 Euro hat die Kirchengemeinde in die neuen Räumlichkeiten investiert. Die Sitzmöbel im Wert von 1000 Euro wurden gespendet.

Bei der Eröffnung erzählte Pfarrer Hermann Rundel aus seiner Jugend. Wie er sonntags in die Bücherei in seinem Heimatort ging und eine Tüte Bücher mitnahm, um sie unter der Bettdecke abends zu lesen. „Eine Bücherei ist Kulturgut,“ sagte er. In Büchern lerne der Leser andere Kulturen und Länder kennen, lesen sei gut gegen Stress und funktioniere ohne WLAN.

Dr. Gunter Bühler berichtete, wie er seine Rechtschreibung in der Schule durch das Lesen von Büchern verbesserte.

Der Leiter der Bücherei Manfred Wacker, erinnerte an den Anfang der Bücherei im zwischenzeitlich abgerissenen, alten katholischen Schulhaus. Über verschiedene Orte kam die Bücherei schließlich beim Bau des Gemeindehauses 1983 an ihren heutigen Ort.

Eine Person ist eng mit der Bopfinger Bücherei verbunden: Elisabeth Gangl ist seit den 1950er Jahren in der Bibliothek tätig. Sie organisierte, kontrollierte und empfahl die Bücher. „Früher hat man in Bopfingen nicht gegoogelt, sondern gegangelt,“ lachte Manfred Wacker. Unter Gangls Leitung wuchs der Bestand von 250 Exemplaren auf 8500 Büchern an. Die Leserschaft hat sich seither verdreifacht. Damals war alles in Handarbeit zu führen: Karteikarten, Erfassung und Ortung der Bücher. Seit einiger Zeit ist nun, dank Manfred Wacker und seinem Team, alles EDV-erfasst.

Pfarrer Hermann Rundel überreichte Elisabeth Gangl für ihren über fünf Jahrzehnten langen Einsatz für die Bücherei die Martinus-Ehrennadel der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Anschließend segnete er den neuen Raum und die Besucher konnten einen ersten Blick in die neue Bücherei werfen. Michael Scheidle

Neue Räume der Bücherei

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