Ipf bleibt sein Magnet und Ruhepol

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Bernhard Rapp mit Nogger an seiner Lieblingsstelle am Ipf. Der Blick zum Schloß Baldern.
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Bopfingens Alt-Bürgermeister Bernhard Rapp ist seit 2006 im Ruhestand. Die Entwicklung der Stadt und vor allem was sich am Ipf tut, das behält er bis heute interessiert im Blick.

Bopfingen

Vor dem Aufstieg über die Ostflanke des Ipf zeigt Bopfingens ehemaliger Bürgermeister Bernhard Rapp auf das Pavillon am Freilichtmuseum und erzählt, wie er damals für den Bau einen Zuschuss der EU von 70 Prozent bekommen hat. „Das ist Gemarkung Oberdorf“, sagt er und dadurch lag das Projekt in einer kleineren Gemeinde, was wichtig war, weil der Zuschuss einwohnerabhängig war.

Damals träumte Rapp von einem Freilichtmuseum, „aber wir hatten kein Geld.“ Umso mehr freut es den ehemaligen Bürgermeister, dass dieses Projekt jetzt entstehen kann.

Bernhard Rapp läuft jeden Tag mit dem Cockerspaniel „Nogger“, der einer Verwandten seiner Frau gehört, auf und um den Ipf. „Einmal am Tag auf den Ipf, einmal im Jahr zum Doktor“, sagt Rapp und lacht. Klingt wie ein umgewandeltes englisches Sprichwort: „On the Ipf each day, keeps the doctor away“.

Unterwegs sammelt Rapp weggeworfene Zigarettenkippen oder Bonbonpapierchen auf. „Die Menschen, die auf den Ipf gehen, sind sehr umweltbewusst und werfen nichts weg“, stellt er fest, außer eben die Raucher und Bonbonesser.

Seit 1972 lebt der heute 74-Jährige in Bopfingen. Damals hat er hier seine Frau Elisabeth geheiratet. Zu dieser Zeit arbeitete er bei der Stadt Aalen, doch dort fühlte er sich nicht wohl und wollte nach Neresheim zur Stadtverwaltung. Sein Vorgänger im Amt, Erich Göttlicher, überredete ihn dann nach Bopfingen zu kommen. Erst wollte er nicht so recht, da er in so einem kleinen Ort keine Karrierechance sah. Doch sein Schwiegervater meinte dazu: „Wer ordentlich schafft, kann auch was ordentliches werden.“

So kam Rapp 1975 zur Stadt Bopfingen, 1985 wurde er Erster Beigeordneter und 1998 schließlich Bürgermeister der Stadt.

„Ich bin immer gerne ins Rathaus gegangen“, sagt Rapp. Viele schöne Momente habe er dort erlebt. „Trauungen hatte ich immer am liebsten, dort sind die Menschen glücklich“, gesteht er im Rückblick.

Auch der Fall der Mauer war ein sehr einschneidendes Erlebnis für ihn. Als die Stadt 50 Menschen aus der ehemaligen DDR im katholischen Gemeindehaus unterbrachte. Rapp organisierte den Aufbau der Betten und die Verteilung der Ankömmlinge.

Was war für ihn der schlimmste Moment in seiner Karriere? Gleich zu Beginn seiner Zeit als Bürgermeister wurde ein Waldarbeiter bei einem Unfall von einem Baum erschlagen. Rapp musste der Familie die traurige Nachricht überbringen. „Das war eine furchtbare Nachricht und sehr schwer für mich.“

240 Termine pro Jahr

Als Bürgermeister absolvierte Rapp jährlich 240 Abend- und Wochenendtermine. „Das habe ich gerne gemacht,“ erzählt er, der auch bei der Gründung vieler Vereine mitgeholfen hat.

Im Jahre 2000 wollte sein Körper nicht mehr. Rapp erlitt u einen Schlaganfall. Da wurde ihm bewusst, dass er es nun ruhiger angehen lassen muss. Seit seiner Pensionierung 2006 läuft er jeden Vormittag drei Stunden, nachmittags ist er mit dem Fahrrad unterwegs. 6000 Kilometer jährlich radelt der ehemalige Bürgermeister. In Schulzeiten betreut er seine beiden Enkel in Lorch, wenn die Eltern im Krankenhaus eine 24-Stunden-Schicht absolvieren. Nach den Zwillingen seines zweiten Sohnes in Geislingen an der Steige schaut er ebenfalls regelmäßig. „Für meine Kinder konnte ich nicht viel da sein, aber für meine vier Enkel möchte ich da sein“, sagt Bernhard Rapp.

Zurück zum Ipfaufstieg: Hier trifft Rapp immer viele auswärtige Besucher. „Die weitesten kamen aus Neuseeland“, berichtet er. Beim Abstieg kommt ein Mann mit einem Modellflugzeug vorbei. Die beiden grüßen sich und plaudern kurz. „Er kommt jeden Tag aus Aalen hierher, um sein Modellsegelflugzeug fliegen zu lassen“, weiß Bernhard Rapp.

Viel weiß er vom Bopfinger Hausberg. So gibt es die Sage, vom Ipf aus sehe man 99 Ortschaften, die 100. Kirchheim ist hinter dem Blasienberg versteckt. „Bei schönem Wetter sehen sie vom Ipf aus über 100 Windräder“, berichtet er. Rapp zeigt dann die Stelle, von der aus bei gutem Wetter die Allgäuer Alpen zu sehen sind. Man spürt seine Liebe zum Ipf und die Heimatverbundenheit. Irgendwie erinnert er mit seinen Anekdoten an seinen früheren Kollegen in Stuttgart, Manfred Rommel, der hatte auch immer eine kleine Geschichte parat. Noch oft möchte er den Ipf besteigen, sagt Bernhard Rapp zum Abschied. Das wünschen wir ihm.

Einmal am Tag auf den Ipf, einmal im Jahr zum Doktor.“

Bernhard Rapp,, ehemaliger Bopfinger Bürgermeister

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