Kelten ziehen in Seelhaus und Spital

+
Das Alte Spital (links) und das Seelhaus soll ein Bau aus Stahl und Glas verbinden. Dort kommt auch der zentrale Eingang unter. Foto: mas
  • schließen

Die Stadt Bopfingen will 2022 noch den Umbau der beiden denkmalgeschützten Bauten starten. Ein Verbindungsbau aus Stahl und Glas sowie ein gastronomisches Angebot sind geplant.

Bopfingen

Ein musealisches Aushängeschild in Sachen Aufbereitung der keltischen Geschichte soll Bopfingen werden. Bund und Land steuern hierzu gewaltige Zuschüsse bei. Auf dem Ipf sind die Veränderungen bereits deutlich sichtbar. Rund um den Nachbau des Keltischen Herrenhauses entstanden und entstehen weitere Bauten. Neben der Nachbildung der Pfostenschlitzmauer wurde ein Palisadenzaun geschaffen.

Inzwischen ist unter der Erde auch die nötige Infrastruktur für den Archäopark am Ipf verlegt. Strom, Wasser und Abwasserleitungen liegen, ein Kiosk als Besucherzentrum, samt Toiletten kann so bald an den Start gehen.

Museale Ergänzung in Innenstadt

Parallel dazu entwickelt sich die museale Ergänzung in der Innenstadt. Hier ist vorgesehen, dass Seelhaus und Altes Spital jeweils neue Nutzungen erfahren. Das keltische Erbe und der Ipf sollen den Mittelpunkt einer Dauerausstellung bilden.

Das bestehende Heimatmuseum im Seelhaus soll aber nicht aufgegeben werden, sondern neu strukturiert und erhalten bleiben. Es zieht zunächst um ins 1. OG des Spitals.

Beide Gebäude betrachtet Bopfingen ganzheitlich als Museumsstätten. Entsprechend gibt es für die Ertüchtigung der denkmalgeschützten Häuser Geld von Bund und Land.

Erste Arbeiten für die Neugestaltung dort hat die Stadt Bopfingen bereits vergeben. Die Grundplatte für einen neuen, gläsernen Verbindungsbau beispielsweise, der die beiden historischen Häuser miteinander verknüpft. In diesem Stahl-/Glasbau ist künftig der Haupteingang mit Empfang vorgesehen. Da beide Museumsgebäude denkmalgeschützt sind, müssen der behindertengerechte Zugang mit Hebelift und die entsprechende Toilette in diesem Zwischenbau eingerichtet werden.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig die Metallbau-/Glaserarbeiten und den Aufzug vergeben. Drei Angebote waren eingegangen, das Ingenieurbüro ATC hat alle geprüft. Als günstigste Bieterin hat die Firma Brendle Metallbau aus Aalen mit einem Angebotspreis von rund 476.000 Euro das Rennen gemacht:

Im Haushalt 2022 wurden für die Gesamtmaßnahme Mittel in Höhe von einer Million Euro eingestellt. Für die Herstellung der Barrierefreiheit im Verbindungsbau wurden zusätzliche Gelder von Bund und Land in Höhe von 700.000 Euro bewilligt.

Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler hofft, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr sichtbar werden. Ein Bauzaun steht, das Erdreich wurde teils bereits aufgerissen. Was noch fehle, seien die Ergebnisse der Statiker, so Bühler im Gespräch mit der SchwäPo.

Museumsexperten mit im Boot

Alle Etagen würden barrierefrei, sagt Bühler und im Spital sei an ein gastronomisches Angebot gedacht. „Alle Museumsprofis sagten uns, dass ein solches Angebot zwingend ist“, sagt Bühler.

In Gesprächen mit Museumsexperten ging es auch um die inhaltliche Aufbereitung der keltischen Geschichte. „Wir haben hier Fachleute damit beauftragt, Konzepte zu entwickeln. Wir wollen modern sein und hohes Niveau bieten und am Ende werden wir diese Konzepte daraufhin überprüfen“, sagt Bühler.

Für das Heimatmuseum bestehe bereits ein Konzept, „das nicht schlecht ist“, wie Bühler findet. Stadtarchivarin Johanna Fuchs und er würden hier gegebenenfalls Neuerungen entwickeln.

Eröffnung im Frühjahr 2024?

Ende 2023 könne das Spital fertig sein und dann der Umzug des Heimatmuseums aus dem Seelhaus erfolgen. Bis Frühjahr 2024, am liebsten natürlich noch früher, könne Bopfingen über die neue Museumsstruktur in der Innenstadt und oben auf dem Ipf verfügen, hofft Bühler. Abgerechnet sein müsse das Projekt in jedem Fall bis Ende 2024.

Zurück zur Übersicht: Stadt Bopfingen

Kommentare