Klare Mehrheit für Brückenneubau

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Die Brücke zur Turnhalle in Oberdorf wird im Frühjahr durch einen Neubau ersetzt. 225.000 Euro stehen hierfür im Bauprogramm. Ein neues Gutachten über den Zustand der Brücke wird es nicht geben. Archivfoto: mj
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Freie fordern „neutrale Meinung“ zum Zustand der Brücke in Oberdorf, ärgern damit Bürgermeister Dr. Gunter Bühler gewaltig - und scheitern mit diesem Antrag klar.

Bopfingen

Wieder einmal Ärger um die Fußgängerbrücke zur Turnhalle in Oberdorf gab es im Gemeinderat, besser gesagt in der Sitzung des Technischen Ausschusses. Weil das Bauwerk marode ist und sich die Sicherheit nicht mehr gewährleisten lässt, ist es vor Wochen gesperrt worden. Die Brücke soll nun abgerissen werden.

Für die Schulkinder wurde inzwischen ein Busverkehr zum Sportunterricht eingerichtet, damit die sicher dorthin kommen und nicht entlang der vielbefahrenen Straße gehen müssen. Sprecher aller Fraktionen bekundeten im Gremium die Notwendigkeit, die Brücke durch einen Neubau zu ersetzen.

Uhl fordert neutrales Gutachten

Die Verwaltung hat insgesamt 225.000 Euro für einen Brückenneubau in das Bauprogramm 2023 eingestellt. Mitglieder der Fraktion der Freien bezweifeln aber weiterhin, dass die alten Fundamente der Brücke so marode sind, dass sie nicht für einen Neubau genutzt werden könnten, was das Projekt billiger machen würde. Hermann Uhl (Freie) forderte daher ein „neutrales Gutachten“ über den Zustand der Fundamente. Ein solches Gutachten sei „finanzierbar“ und könne der Stadt rund 90.000 Euro einsparen, sprang Holger Schmid seinem Fraktionskollegen Uhl zur Seite – was Bürgermeister Dr. Gunter Bühler schließlich in Rage brachte.

Mit der Forderung nach einem neutralen Gutachten werde unterstellt, dass die Verwaltung bislang kein solches erbracht hätte. Das sei nicht hinzunehmen: „Ich stelle mich hier mit voller Wucht vor meine Verwaltung“, sagte Bühler. Die Eltern erwarteten zurecht eine schnelle Lösung hier. Ein weiteres Gutachten sei „abstrus“, ein Baubeginn im Frühjahr 2023 damit nicht zu schaffen. „Sollen wir künftig tatsächlich bei jeder Baumaßnahme mehrere Gutachten in Auftrag geben? Ist das ihr Ernst?“, ärgerte sich der Bürgermeister. Erster Beigeordneter Andreas Rief sagte, dass neben den Gutachtern auch die Experten des THW zu dem Schluss gekommen seien, dass die „Fundamente durch sind“, die alte Brücke nicht zu retten ist. Die neue Fußgängerbrücke biete 1,50 Meter Gehwegbreite, die alte nur einen Meter. Herumschustern sei keine Option, es müsste komplett neu geplant werden, was Geld koste und keinen Sinn ergebe. „Wir stehen Gewehr bei Fuß, uns liegen bereits Angebote vor, für den Stahlbau über 100.000 Euro und den Betonbau über 95.000 Euro“, sagte Rief.

Antrag wird abgelehnt

Uhls Antrag nach einer „neutralen Meinung“ schließlich wurde bei drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung, jeweils aus der Fraktion der Freien, mit großer Mehrheit abgelehnt. Damit kann mit dem Beschluss des Haushaltes 2023 mit dem Brückenneubau im Frühjahr 2023 begonnen werden.

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