Kleiner Grenzverkehr wegen Corona?

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Weihnachtseinkäufe machen die Kunden sowohl in Bopfingen (im Bild) als auch im bayerischen Nördlingen. Die Händler freut's, wenn die Frequenz stimmt. Doch mit einem Einkaufstourismus aus Bayern wegen Corona rechnet der Bopfinger GHV nicht.

Was bedeutet die Pandemie für das Einkaufsverhalten der Menschen im Riesraum und konkret in Bopfingen. Zeigt der verschärfte Lockdown Auswirkungen?

Bopfingen/Nördlingen

Es trifft sie hart, die Bayern. Ab Mittwoch gelten strengere Verordnungen, um die Corona-Zahlen zu senken. Betroffen davon sind auch die Grenzgebiete zu Baden-Württemberg. Bereits beim ersten Herunterfahren befürchteten die bayerischen Einzelhändler einen Einkaufstourismus über die Grenze. Im Donau-Ries-Kreis liegt der aktuelle Inzidenzwert bei 130 und damit ein wenig niedriger als im Ostalbkreis. So gilt jenseits der Landesgrenze noch nicht das nächtliche Ausgangsverbot, welches erst bei einer Inzidenz von 200 greift.

Auch hat die bayerische Staatsregierung explizit darauf hingewiesen, dass Weihnachtseinkäufe erlaubt sind. In Nördlingen ist gerade der Adventszauber aufgebaut. Statt dem jährlichen Weihnachtsmarkt stehen die Buden nun mit einem Abstand. Gruppenbildung soll eingedämmt werden, indem keine Stände für Essen oder Getränke aufgebaut wurden. Hier wurde, wie bei vielen Aktionen in diesem Jahr, abgespeckt.

Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner ist zuversichtlich, dass der Adventszauber weiter gehen kann. Wichtig ist dabei, dass der Inzidenzwert nicht auf 200 steigt, dann wäre Schluss mit dem kleinen Weihnachtsmarkt in Nördlingen.

Wir freuen uns über Besucher aus Bayern in unseren Geschäften.

Peter Altrichter Vorsitzender des HGV Bopfingen

Auf der anderen Seite der Grenze, in Bopfingen, rechnet man nicht mit einem verstärkten Tourismus aus den bayerischen Nachbargemeinden. "Wir freuen uns über Besucher aus Bayern in unseren Geschäften, aber wir wollen auf keinen Fall, dass die Kollegen in Nördlingen dadurch Nachteile bekommen", stellt Peter Altrichter, Vorsitzender des Bopfinger Handels- und Gewerbevereins klar. Schon immer sei der grenzüberschreitende Einkauf üblich. Nördlinger kaufen in Bopfingen, Bopfinger kaufen in Nördlingen – aber genauso kaufe auch jeder in "seiner" Stadt ein. So soll es nach der Ansicht von Peter Altrichter auch weiterhin bleiben.

Zwischen dem Nördlinger Stadtmarketingverein und dem Bopfinger GHV herrscht darüber Einigkeit, dass keiner von den Problemen des anderen profitieren will. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen entwickeln und welche Maßnahmen noch erlassen werden.

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