Leben geprägt von einem Miteinander

  • Weitere
    schließen
+
Ein Zeichen der Oberdorfer Geschichte: der jüdische Friedhof.
  • schließen

Die Rieser Kulturtage sind nun mit einem Vortrag zum gemeinsamen Leben zwischen Christen und Juden erfolgreich zu Ende gegangen.

Bopfingen

Die Rieser Kulturtage waren in diesem Jahr, wie vieles andere,anders aber erfolgreich. Ob trotzdem oder deswegen ist nicht eindeutig zu klären. Vorsitzender Gerhard Beck sagte in seiner Rede zum Abschluss der traditionellen Veranstaltungsreihe: „Das Wetter und Corona haben uns in die Karten gespielt.“

Insgesamt gab es 30 Online-Veranstaltungen mit durchschnittlich 83 Teilnehmern. Beck gestand, dass er bereits absagen wollte, doch Sieglinde Besel hatte ihn ermuntert und die Online-Events eingerichtet. Erstmals sind die Beiträge auf YouTube eingestellt. Auch hier zeichnet sich ein großer Erfolg der Rieser Kulturtage ab. Mit über 7000 Aufrufen sind die Video-Vorträge gut angekommen. „Wir sind für die nächsten Rieser Kulturtage gut gerüstet“, freute sich Gerhard Beck.

Rieser Kultur online

Am Sonntag hatten sich zum Abschluss der diesjährigen Rieser Kulturtage 83 Teilnehmer eingefunden. Darunter auch Bundestagsabgeordnete, Vertreter der Landkreise und Bürgermeister der teilnehmenden Städte. Der Oberbürgermeister der Stadt Nördlingen dankte den Machern für den Mut zum Neuen in diesem Jahr. „Es zeigt, dass die Rieser Kultur auch online angenommen wird“, sagte er in seinem Grußwort.

Im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung stand der Vortrag der Bopfinger Stadtarchivarin Johanna Fuchs zum Thema „Die jüdisch-deutsche Vergangenheit und das kulturelle Erbe in Oberdorf und Bopfingen“.

Zu Beginn umriss der Vorsitzende des Trägervereins ehemalige Synagoge, Michael von Thannhausen, die Geschichte der Oberdorfer Synagoge, bevor Johanna Fuchs mit ihrem interessanten Vortrag startete.

Fuchs, die zugab noch nie vor so vielen Menschen gesprochen zu haben, erzählte von den ersten Hinweisen auf Juden in Bopfingen um 1241. Im Umland von Bopfingen gab es ebenfalls bis zum Jahre 1600 Hinweise auf jüdische Einwohner. 1659 wurde schließlich auch Oberdorf erwähnt. Zeitweise lässt sich nur eine jüdische Familie in Oberdorf nachweisen. Fuchs ging durch die Geschichte der Juden in Oberdorf, sie zeigte aufgrund eines alten Grundrisses den Aufbau der Synagoge in Oberdorf. Der Ort war 100 Jahre lang Sitz eines Rabbinats, in dieser Zeit waren sieben Rabbiner in Oberdorf tätig. Das Leben in Oberdorf war geprägt von einem Miteinander von Christen und Juden. Noch heute zeugen davon der jüdische Friedhof und das alte Schächterhaus am Ortsmittelpunkt. Fuchs erinnerte an die Industrie in Oberdorf, die ebenfalls von jüdischen Mitbürgern mitgeprägt wurde. Noch heute gibt es aus dieser Zeit Gebäude, die früher entweder zur Gemeinde oder dem Handel in Oberdorf gehörten.

Mit einem Einblick in die Vergangenheit der Synagoge nach dem zweiten Weltkrieg und einem Ausblick auf die Zukunft der Synagoge, endete der interessante Vortrag und damit auch die Rieser Kulturtage 2021.

Zurück zur Übersicht: Stadt Bopfingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL