Mit Bopfinger Bäumen gegen Klimawandel

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v.l. Klaus-Peter Weber, Marieke Plate, Bürgermeister Dr. Gunter Bühler zweigen die Bopfinger Schwarzkiefer

Welche Hoffnungen in die Schwarzkiefer gesetzt werden und wie sie verwendet werden kann.

Bopfingen. Kann Bopfinger Baumsamen der Klimawandel trotzen? Diese Frage wird gerade geprüft. Auf dem Bopfinger Sandberg, im Gebiet Galgenberg, wachsen seit über 120 Jahren Schwarzkiefern. Hier ist der Boden karg und mit viel Fels, trotzdem konnten sich die Schwarzkiefern hier behaupten. „Der Berg war früher kahl wie der Ipf,“ erklärt Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. Hier wurde Schafzucht betrieben, bis immer mehr die Wolle und Fleisch durch die Globalisierung mehr aus Neuseeland kam.

Leider ist nicht bekannt, wer so weitsichtig war und Schwarzkiefern anpflanzte. „Damals gab es bereits in Münster und anderen norddeutschen Heiden diese Bäume,“ weiß Marieke Plate, zuständig für Wald- und Forstwirtschaft beim Landratsamt des Ostalbkreis. Wie dem auch sei, es war vor 120 Jahren eine vorausschauende Forstwirtschaft, die in Bopfingen betrieben wurde. Die Schwarzkiefer sind in einem Bereich von 11,4 Hektar mächtig gewachsen. Bis zu 40 Meter hoch sind im Bopfinger Stadtwald diese Bäume geworden. Das zeigt, dass diese Baumart auch bei widrigen Umständen gut durchkommen.

„Genau solche Bäume werden gesucht,“ erklärt Klaus-Peter Weber, der Bopfinger Revierleiter. Schwarzkiefern kommen sehr gut mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag zurecht. Dieses war der Grund, weshalb sich die Forstbehörde des Landes Baden-Württemberg für die Bäume in Bopfingen interessiert. Sie hat nun eine Zulassung erteilt, die Samen der Bäume weiterzuverkaufen. Nun kann eine Ernte angemeldet werden. Dazu kommt ein Zapfenpflücker und holt die geschlossenen Zapfen von den Bäumen. Diese werden geöffnet und die Samen entnommen und in einer Baumschule zum Wachsen gebracht. Von hier aus kann die Bopfinger Schwarzkiefer dann an interessierte Förstereien verkauft werden.

„Wir brauchen neuartige Baumarten,“ betont Weber. So müssen nicht exotische Baumarten wie die Libanonzeder herangezogen werden. „Die Bäume sind hier fast 150 Jahre gewachsen, da weiß man was kommt,“ fügt Plate hinzu. In den nächsten 100 Jahren müssen Bäume klimatoleranter werden. Das heißt Kälte bis zu minus 30 Grad und Hitze bis zu plus 40 Grad aushalten.

Die Schwarzkiefer aus Bopfingen kann das. „Es ist mehr ein Mittelmeerbaum,“ erklärt Marieke Plate. Die Bäume, welche in Bopfingen stehen, sind korsische Schwarzkiefern. So ist sie der ideale Baum der Zukunft und steht in Konkurrenz zur Fichte. „In der Holzindustrie ist die Schwarzkiefer noch nicht gerne gesehen,“ erklärt Klaus-Peter Weber, da sie sehr harzig ist. Bürgermeister Bühler hat jedoch bereits Kontakt zur Holzindustrie aufgenommen und bestätigt: „Es sind einige Umstellungen nötig, aber das Holz kann gut verwendet werden.“

Gerade im Außenbereich ist das Holz gut zu verwenden. Aber auch im Innenausbau. „Es knarrt nicht,“ bestätigt der Revierleiter Weber. Mit fünf Prozent ist die Schwarzkiefer im Bopfinger Stadtwald vorhanden. Damit ist Bopfingen das zweitgrößte Gebiet in Baden-Württemberg. Durch die Größe ist der Baum auch ein guter CO2-Speicher. Im April ist Blühzeit für die Schwarzkiefer, im Herbst bilden sich die Zapfen, dann kann geerntet werden. Aus 100 Kilo Zapfen gewinnt man zwei Kilo Samen. Frühestens 2028 kann dann die Bopfinger Schwarzkiefer ihren Beitrag zur Rettung der deutschen Wälder leisten.

Zapfen und Zweige der Schwarzkiefer

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