Neubau oder Sanierung samt Anbau?

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Im katholischen Kindergarten St. Ottilia ist nur konventionelle Betreuung möglich, andere Betreuungsformen geben die baulichen Voraussetzungen aktuell nicht her. Foto: mas
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Bopfingen will in den neuen Haushalt zunächst kein Geld für die Planung des katholischen Kindergartens St. Ottilia in Kerkingen einstellen, und verlangt einen Entscheidung der Kirche.

Bopfingen

Der bauliche Zustand des katholischen Kindergartens St. Ottilia in Kerkingen ist nicht optimal. Kirchengemeinderat, Ortschaftsrat und Bopfingens Stadtverwaltung sind sich seit Jahren einig, dass etwas geschehen sollte. Passiert ist aber bislang nichts.

Ins Bauprogramm 2023 hat die Verwaltung nun aber keine Mittel für die Planung des Kindergartens St. Ottilia eingestellt. Im aktuellen Bauprogramm sind hierfür noch 10.000 Euro vorgesehen worden. Das rief Kerkingens Ortsvorsteherin Bettina-Maria Weber im Verwaltungsausschuss auf den Plan. Sie bat darum, erneut Geld für die Planung einzustellen, schließlich bestehe seitens des Kirchengemeinderates und des Ortschaftsrates Einigkeit darüber, dass etwas getan werden müsse.

Bürgermeister Dr. Gunter Bühler lehnte dies ab. „Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel mit der Kirche“, ärgert sich Bühler. Die Verwaltung habe viele Vorschläge unterbreitet, die Kirche aber, der das Gebäude gehört, müsse endlich entscheiden, wie weit sie hier mitgehe. Es gehe um die Frage Sanierung und neuer Anbau oder ein kompletter Neubau.

Inzwischen halte er es für denkbar, dass die Stadt „eigene Überlegungen in Sachen Kindergarten in Kerkingen anstellt“, kündigte der Bürgermeister an. Hier nun Geld für eine Planung einzustellen – „Das können ganz schnell 30.000 Euro werden“, so Bühler – davon rate er ab. „So etwas kann man nur machen, wenn der Eigentümer mit uns plant, ansonsten laufen wir Gefahr, viel Geld zu verbrennen“, sagte Bühler. Die Kirche träume offenbar nun wieder von einem Abbruch und Neubau, „in welche Richtung sollen wir also planen“, fragte Bühler.

Sanierung oder Neubau

Die Verwaltung habe mehrere Gespräche mit der Kirchenverwaltung in Ellwangen geführt. Darin hätten sich alle Beteiligten stets zum gemeinsamen Ziel Sanierung und neuer Anbau bekannt, am Ende aber habe die Kirche jedes Mal davon nichts mehr wissen wollen, sagte Bühler. Die Stadt sei willens, den Wunsch Kerkingens zu respektieren. Dort würde man sich über den Erhalt des Gebäudes freuen. Komme man aber mit der Kirche nicht zu Potte, dann müsse die Stadt die Kinderbetreuung eben ohne die Kirche denken, und dies vielleicht auch an einer anderen Stelle in Kerkingen. „Es liegt nicht an uns, dass wir hier noch kein Stückchen weitergekommen sind“, sagte Bühler. Er sicherte Bettina-Maria Weber aber zu, erneut die Kirchenverwaltung anzuschreiben und zu fragen, „ob das noch gilt, was wir vereinbart hatten“.

Aktuell agiert der katholische Kindergarten in Kerkingen zweigruppig. Beide Gruppen seien voll, im Frühjahr 2023 sei kein Platz mehr frei, sagt Bettina-Maria Weber im Gespräch mit der SchwäPo. Architekt Mathis Tröster habe vor Zeiten eine Grobplanung vorgelegt. Nach dieser sei die Sanierung samt Anbau billiger als ein Neubau, weshalb Ortschaftsrat und Kirchengemeinderat hierfür plädierten.

Zudem sei der Kindergarten eines von vier ortsbildprägenden Gebäuden in Kerkingen und sollte erhalten daher werden, zumindest das Hauptgebäude, der alte Anbau könne durch einen neuen ersetzt werden, findet Weber. Auch den Standort des Kindergartens hält sie für optimal: zentral und mitten in einem Wohngebiet, ohne gefährliche Verkehrssituation.

Neue Mittagsbetreuung

Geöffnet ist der Kindergarten täglich von Montag bis Freitag, jeweils von 7.30 bis 12.30 Uhr. Dienstags, mittwochs und donnerstags zudem von 13.30 bis 15.30 Uhr. Um die eine „Hohlstunde“ Mittagsbetreuung zu stemmen, hat Weber Vereine ins Boot geholt. Betreuerinnen seien gefunden worden, die Nachfrage nach Betreuung bestehe, jetzt werde alles koordiniert, damit das Angebot ab 2023 starten könne, kündigt sie an. Sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Stadt doch noch Geld für eine Planungsrate in den neuen Haushalt einstellt.

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