Neue Sporthalle: Das Land ist am Zug

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Die Ausfahrt vom Kreisel auf das ehemalige Lederfabrik-Areal ist bereits gebaut. Noch gehört der Stadt aber das Grundstück nicht auf dem eine Sport- und Veranstaltungshalle gebaut werden soll. Der Ball liegt nbeim Land.
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Bopfingen will das ehemalige Lederfabrik-Areal kaufen und darauf eine Halle bauen. Was fehlt, ist die Einigung mit Stuttgart über den Umgang mit Landesinvestitionen wegen der Altlasten.

Bopfingen

Während Gemeinden im Umland ihre Sport- und Veranstaltungshallen sanieren, hat Bopfingen bislang noch nicht mal eine Halle gebaut, die sanierungswürdig wäre. „Das zeigt die einstige Strukturschwäche der Stadt in den 70er und 80er Jahren, die damals kein Geld hatte für eine moderne Halle“, sagt Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. Doch das soll sich ändern. Die Stadtverwaltung arbeitet an einer Lösung auf dem ehemaligen Lederfabrikareal.


Darum ist die Halle nötig: Hallensportarten tun sich schwer in Bopfingen, obwohl die Sporttreibenden und die Vereine sich rege bemühen. Dennoch: Keine der bestehenden Hallen verfügt über die notwendigen Maße.

Die starken Volleyball-Damen mussten mit Ellwangen fusionieren, weil in Bopfingen keine Halle hoch genug ist. Keine der Bopfinger Hallen hat Zuschauerplätze, wenn auf dem Feld Handball oder Fußball gespielt wird. Bopfingens Ostalb-Gymnasium hat ein Sportprofil, wenn es in der kalten Jahreszeit in die Halle geht, müssen die Schülerinnen und Schüler nach Aufhausen in die Egerhalle ausweichen. Und für große Abschlussfeiern buchen Bopfingens Schulen schon lange die Halle in Unterschneidheim.

Das ist auf Dauer kein Zustand und einer Stadt der Größe Bopfingens nicht angemessen, befindet Bürgermeister Dr. Gunter Bühler und weiß den Gemeinderat darin hinter sich.


Der Weg zum Gelände: Entstehen soll daher eine neue Sport- und Veranstaltungshalle auf dem Areal der ehemaligen Lederfabrik. Genau dort, wo noch die Jahnhalle steht. Das etwa vier Hektar große Grundstück gehört der „ehemaligen Lederfabrik in Abwicklung“, informiert der Bürgermeister. Um die Vermarktung des Grundstücks kümmert sich die Sparkasse Mühlheim/Ruhr.

Die Stadt Bopfingen will das Grundstück kaufen, die Sparkasse in Mühlheim würde gerne verkaufen. Der Kaufpreis? „Es geht um eine Summe, die uns zwar wehtut, die aber machbar erscheint, zumal es um die Entwicklung unserer Stadt geht“, sagt der Bürgermeister.


Stadt, Land, Bank: Passt, sollte man meinen. Probleme gibt es aber wegen der schwierigen Vergangenheit des Areals. Weil dort Schadstoffe im Boden landeten, hat das Land Baden-Württemberg vor Jahren viel Geld in die Hand genommen, um das Grundstück von diesen zu befreien. Das ist aber nur teilweise gelungen, was Richter der klagenden Sparkasse Mühlheim bescheinigt haben. Schadstoffe tief im Erdreich, das wäre für den Bau einer Halle zwar unproblematisch. Aber nun möchte das Land zumindest einen Teil der Sanierungskosten von Bopfingen erstattet haben, sofern die Stadt das Areal kauft. Das Land fordert daher, bei der Vermarktung des Grundstücks beteiligt zu werden, sprich an Mieten und Pachterlösen für Parkplätze oder Ähnlichem mitzuverdienen.


Juristen bei der Arbeit: „Wir stehen in Verhandlungen mit dem Land und hoffen, dass wir nun endlich die Kuh vom Eis bekommen“, sagt Bühler. Der Wertausgleich sei prinzipiell verständlich, müsse aber juristisch geklärt werden, weshalb sich die Stadt einen Anwalt für diese Sache genommen habe. Vergangenes Jahr hoffte Bühler im Gespräch mit der SchwäPo, noch, dass eine Million Euro für den Kauf und die Forderungen des Landes ausreichten.

Für Bürgermeister Bühler ist in jedem Falle klar, dass das Lederfabrikareal wichtig für Bopfingen ist, und zwar nicht nur als Standort für eine Halle, sondern als Park- und Logistikfläche für die Ipfmess. „Ohne diese Fläche ist die Ipfmess nicht machbar“, sagt Bühler.


Ideen für Halle und Areal: Das Areal könnte übers Jahr als Grünzäsur und Erholungsort für die Bürgerschaft genutzt werden. Die angrenzenden Firma Henkel habe Interesse an Parkplätzen für ihre Belegschaft. Das könnte gut zusammengehen.

Beim Neubau ist an eine Vierfach-Sporthalle gedacht, ähnlich wie der Bau in Neresheim. Vorstellbar sei zudem auch ein Anbau, ein Annex, für kleinere Veranstaltungen mit bis zu 300 Besuchern, sagt Bühler.

Doch mit dem Bau der Halle wäre es nicht getan. Das Areal insgesamt muss hergerichtet und aufgeräumt werden. Einige Gebäude, Keller und Erdtanks dort müssen abgerissen oder gesichert werden, Brücken erneuert und die Gewässer, die Eger und der Mühlbach, wertig erlebbar gemacht werden. „Wir zählen darauf, dass uns das Land bei diesen gewaltigen Aufgaben hilft“, sagt Bühler.


Finanzierung und Fahrplan: Die Finanzierung ist eine weitere Herausforderung. 2021/2022 soll die Generalsanierung des Bildungszentrums abgeschlossen sein. Das verschafft der Stadt dann zwar finanziell Luft, aber die kostspieligen Aufgaben Breitbandausbau und Straßensanierungen, um nur zwei zu nennen, bleiben. Dennoch. Wird eine Einigung mit dem Land erzielt, kann die Planung für die neue Halle in zwei bis drei Jahren beginnen. Nach einem Jahr Bauzeit dann dürfte die Halle stehen und vielleicht 2025 eröffnet werden. Und die bietet dann nicht nur beste Bedingungen für Sport, sondern auch Raum für das ein oder andere kulturelle Ereignis unterm Ipf.

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