Religionskult macht Kelten spannend

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Keltenkolloquium 2021
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Zahlreiche Fachleute und interessierte Laien kommen zum 8. Keltenkolloquium nach Bopfingen in die Schranne.

Bopfingen

Seit 16 Jahren findet alle zwei Jahre das Keltenkolloquium in Bopfingen statt. Führende Wissenschaftler tauschten, nun bereits zum achten Mal, die Ergebnisse ihrer Forschungen aus.

Das Thema in diesem Jahr war „Kult & Religion der Kelten“. Die Anbetung und Glaube stellten in der Eisenzeit wichtige Elemente dar. Sie waren bei den antiken Kelten des zweiten und dritten Jahrhunderts kulturprägend und identitätsstiftend, so berichten griechische und römische Schriftsteller.

Das Interesse an den Kelten ist sehr groß, das zeigte der große Besucherteilnahme. Während in anderen Städten zehn bis 15 Besucher kommen, war die Bopfinger Schranne sehr gut gefüllt. „Gerade der Religionskult macht die Kelten spannend,“ sagte Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler zur Eröffnung.

Dabei stellte er jedoch klar, dass der heutige Esoterikbrauch, sich manches Mal auf die Kelten bezieht, aber in eine andere Richtung geht.

Wie wichtig der Ipf und sein keltischer Fürstensitz für den Ostalbkreis ist, machten Landrat Dr. Joachim Bläse und sein Vorgänger Klaus Pavel deutlich. Allein durch ihre Anwesenheit an diesem spannenden Nachmittag in der Bopfinger Schranne setzten sie ein Zeichen für den Stellenwert dieses Bopfinger Monuments.

Bläse gestand auch, dass der erste Weg nach seiner Wahl zum Landrat ihn sofort auf den Ipf führte. Er berichtete von seiner Exkursion mit eine der Delegation der UNESCO im Geo-Park Ries. „Selbst von der Ferne wirkt der Ipf mächtig,“ sagte er über den Eindruck der UNESCO-Vertreter. Schützen, bewahren, forschen und zugänglich machen, das ist die Idee der Weltorganisation hinter der Auswahl der Kulturgüter. „So können auch junge Menschen erreicht werden.“ Zwar wurden auf dem Ipf noch keine spektakulären Goldfunde gemacht, aber trotzdem gibt es keinen vergleichbaren Ort mit einer Ausstrahlung wie der Ipf.

Dr. Gunter Bühler bezeichnete ihn als „Covergirl der keltischen Fürstensitze.“ Landrat Bläse sagt zu ihm „Mr. Ipf“, Prof. Dr. Rüdiger Krause, von der Universität Frankfurt, nennt ihn den „schönsten Berg der Welt“.

In fünf Fachvorträgen wurde anschließend über die keltische Religion zur Hallstattzeit und der Latènezeit referiert. Es wurde ein breites Spektrum der keltischen Religiosität abgedeckt. Prof. Dr. Rupert Gebhard referierte über die Religion und Kunst als Wurzel der keltischen Identität, Prof. Dr. Dirk Krausse berichtete über Totenbrauchtum und Kultplätze der frühen Kelten, Dr. Günther Wieland beschrieb die Naturheiligen Plätze in Süddeutschland, Dr. Wolfgang David zeigte die keltische Religion und Kult im Oppidum von Manching auf und Prof. Dr. Bernhard Meier sprach über Menschenopfer und Druiden.

Interessant dabei ist, dass nur am Ipf alles keltische Wissen angewandt wurde, Religion, Handwerk, Festung und Leben. So zeigte das, von Bopfingens Archivarin Johanna Fuchs organisierte Kolloquium einen interessanten Überblick über den Totenkult und den Wandel zu den heutigen Ritualen.

Keltenkolloquium 2021
Keltenkolloquium 2021
Keltenkolloquium 2021

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