Riesbahn: Auch am Wochenende Stundentakt

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Go-Ahead Bayern
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Go-Ahead Bayern bedient ab Dezember die Riesbahn. Was besser wird und was sich die Bahnfahrer der Region noch zusätzlich erhoffen.

Bopfingen

Ab Dezember betreibt Go-Ahead Bayern die Riesbahn. Was bedeutet der Betreiber- und Fahrplanwechsel für die Bahnfahrer? Was ändert sich? Was bleibt gleich? Diese Fragen hat der Fahrgastbeirat OstalbMobil jetzt mit Winfried Karg, Pressesprecher von Go-Ahead Bayern, in einer Onlineveranstaltung geklärt.

„Wir werden die Riesbahn von Bayern aus bedienen. Für das Augsburger Netz, das ab Dezember an den Start geht, schaffen wir 56 neue Züge an“, sagt Karg. Die Riesbahn, die zwischen Aalen und Donauwörth verkehrt, gehöre dann zu eben diesem Netz. Auftraggeber sind die Bayerische Eisenbahngesellschaft und das Verkehrsministerium Baden-Württemberg.

„Jeder zweite Zug geht durchgehend bis München“, berichtete Karg. Neu ab Dezember und mit Go-Ahead sind auch am Wochenende stündliche Verbindungen. In den Abendstunden sollen die Züge länger fahren als bisher: Die letzte Abfahrt ab Aalen unter der Woche soll ungefähr um 22.30 Uhr sein, die letzte Ankunft in Aalen um circa 23.20 Uhr.

Am Wochenende starte die letzte Verbindung von Aalen nach Nördlingen um 23.30 Uhr. „Das müsste eine deutliche Ausweitung im Vergleich zu den jetzigen Verbindungen sein.“ Die Fahrpreise sollen dieselben bleiben, Fahrkartenautomaten wird es teilweise neue geben.

Die neuen blauen Züge werden weiße Wellen zieren und mit Wlan nachgerüstet, so Karg. „Das ist eventuell bis zum Start noch nicht alles funktionstüchtig.“ Zusätzlich werden die Fenster mit speziellen Scheiben ausgerüstet, die durchlässiger für das Mobilfunknetz seien als die bisher verbauten.

Anita Tavernini-Ott bat in der Fragerunde, die sich Kargs Ausführungen anschloss, dass Wasseralfingen möglichst alle halbe Stunde angefahren wird, eventuell auch einfach als Bedarfshalt.

Bisher sei ein Stundentakt für Wasseralfingen geplant, informierte Karg. „Eine Stunde ist zu wenig“, entgegnete die Wasseralfingerin. „So klein sind wir nicht. Es sollte schon möglich sein, dass man alle halbe Stunde die Möglichkeit hat, wegzukommen, ohne über Aalen fahren zu müssen und damit Zeit zu verlieren.“

Fahrkarten für Fernreisen?

Lässt sich in Bopfingen am Automaten eine Fahrkarte nach Hamburg oder Berlin lösen? Karg geht davon aus, dass das nicht möglich sein wird, auch nicht an den Go-Ahead-Schaltern. „Wir würden gerne Fernverkehrsfahrkarten verkaufen. Aber es wäre ein Draufzahlgeschäft für uns, weil wir ein eigenes Rechnungssystem und einiges mehr dafür bräuchten.“ Wer also eine Fahrkarte nach Köln oder Dresden möchte, muss Internet oder Handy bemühen. Einige DB-Verkaufsstellen würden geschlossen, in Donauwörth wird es eine Go-Ahead-Verkaufsstelle geben, in Nördlingen ein Videoreisezentrum.

Rudolf Kolb regte an, auch schnellere Verbindungen Richtung München, die nicht jede Station abklappern, zu schaffen. Er erkundigte sich, ob mit ähnlichen Anlaufschwierigkeiten wie bei der baden-württembergischen Go-Ahead-Schwester zu rechnen sei.

„Das wird sicherlich etwas brauchen, bis sich das einschwingt“, denkt Karg realistisch. Beispielsweise bis die Zugführer die Strecke kennen. „Wir sind alle Menschen. Das sind neue Züge, eine neue Technik. Seien Sie nicht so streng mit uns. Wir wollen es gut machen, einen verlässlichen Service bieten.“

„Wie lösen Sie das mit den niedrigen Einstiegshöhen?“, lautete Rainer Gareiss' Frage. Es würden ja doch einige alte Bahnhöfe angefahren. „Ist da ein behindertengerechter Einstieg möglich?“

Das sei bei der Riesbahn tatsächlich knifflig, sagte der Pressesprecher. Ausgelegt würden die Züge mit 76 Zentimetern Einstiegshöhe auf die fahrgaststärkste Strecke. Die zwischen Augsburg und München. Ausklapptritte gebe es für Bahnhöfe mit einer Einstiegshöhe ab 30 Zentimetern. Drei Bahnsteige auf der Riesbahnstrecke lägen aber noch unter dieser Marke. „Die Bahnhöfe Trochtelfingen und Goldshöfe sollen höher gebaut werden. Dafür gibt es Zusagen. Aber für Bopfingen gibt es noch keine Lösung, wie das gehen soll. Bahnsteige sind nicht unser Geschäft.“

Wie sehr betrifft der Fachkräftemangel dieses Großprojekt von Go-Ahead? „Das ist wirklich eine sportliche Nummer“, gab Winfried Karg zu. Zum Ende des Jahres brauche das Unternehmen 200 Lokführer, die dann einsteigen können. „Wir haben die schon unter Vertrag, einige sind derzeit noch in der Ausbildung. Wir haben eine eigene Ausbildungsakademie gegründet, stellen Quereinsteiger ein, die dann nur eine elfmonatige Ausbildung benötigen, stellen viele junge Leute ein. Das ist wirklich eine Aufgabe, die uns fordert.“

Verstärkerzüge zwischen Bopfingen und Aalen, morgens und abends zu den Stoßzeiten, so wie es sie auch zwischen Donauwörth und Nördlingen gibt – das wäre der Wunsch von Ingrid Gottstein, der Sprecherin des Fahrgastbeirats OstalbMobil. „Aber dafür brauchen wir noch einen längeren Atem.“

Wer ist künftig wofür zuständig bei der Riesbahn?

Schienen und Weichen gehören der DB Netz. Gibt's einen Schaden am Bahnsteig, ist der Deutsche Bahn Konzern zuständig. Der DB Station und Service gehören die Bahnsteige. Ändern sich die Fahrpreise? Nein. Die Go-Ahead legt diese auch nicht fest. Sie fährt im Auftrag der Bundesländer, bekommt dafür ein festes Entgelt, egal, wie viele Fahrkarten sie verkauft. Die Fahrpläne entstehen in Absprache mit dem Auftraggeber und der DG Netz. Der Vertrag mit der Go-Ahead Bayern läuft bis Dezember 2034.

Go-Ahead Bayern
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